Kanufahrt

Kinder aus dem Landkreis Stendal für zwei Tage in der Obhut ihrer Lotsen

Ein „Zukunftsfestival“ haben an den ersten beiden Sommerferientagen ausgewählte 11- bis 14-Jährige in Stendal und in Nitzow erlebt.

Von Dieter Haase
Bevor es mit Kanus von Havelberg aus nach Nitzow ging, zeigte der Leiter des Havelberger Jugendzentrums, Thomas Will, den Teilnehmern im Trockenen, mit welcher Paddeltechnik am besten vorwärts zu kommen ist.
Bevor es mit Kanus von Havelberg aus nach Nitzow ging, zeigte der Leiter des Havelberger Jugendzentrums, Thomas Will, den Teilnehmern im Trockenen, mit welcher Paddeltechnik am besten vorwärts zu kommen ist. Foto: Dieter Haase

Havelberg/Nitzow - Der zweite Tag bereitete allen 35 Kindern, die dazu in acht Gruppen aus dem ganzen Kreis in Havelberg anreisten, besonders viel Freude. Denn eine Kanutour nach Nitzow und Beschäftigungsmöglichkeiten am dortigen Strand sowie am und im Jugendklub des Dorfes standen auf dem Programm. „Die Organisation dieses Tages und auch des Tages davor in Stendal lag zwar komplett in den Händen der insgesamt acht Berufslotsen, aber dennoch gilt unser Dank für das Gelingen der Paddeltour insbesondere auch dem Havelberger Jugendzentrum für die Bereitstellung der Boote und die Paddeleinweisung der Teilnehmer“, freut sich Margit Riek, die Berufslotsin für die Einheitsgemeinde Havelberg. Mit ihrem Kollegen Henning Schmidt, der für die Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Havel-Land verantwortlich zeichnet, trug sie die Hauptlast für die Vorbereitung des „Zukunftsfestivals“ in Havelberg und Nitzow. Das Jugendzentrum kümmerte sich weiterhin auch um den Rücktransport der Kanus vom Nitzower Havelstrand nach Havelberg.

Ein Dankeschön an die Havelberger Stadtwerke

Es kostete den Kindern schon ganz schön Kraft, mit ihren Zweierkanus auf der Havel bis nach Nitzow zu paddeln. Dort allerdings war dann alles zur Stärkung vorbereitet. Im Außengelände des Jugendklubs konnte zu frisch gerösteter Bratwurst, zu Obst und zu Getränken gegriffen werden. „Das haben hauptsächlich Sponsoren für die Kinder möglich gemacht“, berichtet Margit Riek. „Unter anderem beteiligten sich die Havelberger Stadtwerke mit einer Geldspende daran.“

Sportliche Angebote am Jugendklub

Anschließend konnten die Mädchen und Jungen dann zu anderen Gelegenheiten spielerisch Stärken zeigen. Beim Beachvolleyball und beim Basketball im Freien oder beim Billardspiel im Gebäude des Nitzower Jugendklubs, um nur einige von den sportlichen Angeboten aufzuzählen. Bei dem schönen Wetter am Freitagnachmittag zog es aber auch nicht wenige wieder zurück an den Havelstrand, um ein erfrischendes Bad im Wasser des Flusses zu nehmen, was ein Rettungsschwimmer genauestens beobachtete.

Eine Menge Abwechslung zum Ferienbeginn

„Mir ist das Wasser immer noch ein bisschen zu kalt“, gestand Ole Brabandt aus Schönhausen, weshalb er an dieser Stelle dem Treiben der anderen doch lieber zuschaute. Ansonsten aber „finde ich, dass das heute ein wirklich kurzweiliger und gelungener Tag ist“, meinte der 13-Jährige. „Das sorgt zum Ferienbeginn gleich für eine ganze Menge Abwechslung.“ Besonders viel Freude bereitete Ole übrigens das Beachvolleyballspiel.

Noch nicht über später nachgedacht

Den Tag davor in Stendal dagegen bezeichnete der 13-Jährige für sich als weniger interessant. „Da hatten sich verschiedene Unternehmen und Einrichtungen vorgestellt, und es fanden Workshops statt.“ Inspirationen für seinen weiteren Lebensweg hätte er davon aber noch nicht bekommen. „Ich habe ja gerade mal die 6. Klasse abgeschlossen und noch gar nicht so richtig darüber nachgedacht, was ich später einmal machen könnte.“

Schon frühzeitig die Stärken aufzeigen

Dabei mit allen möglichen Mitteln auf freundliche und spielerische Art und Weise die Stärken aufzuzeigen, gehört unter anderem zum Aufgabenbereich der Berufslotsen.

Ferien zu Hause in Schönhausen

Für die Sommerferien könnte der Ausflug nach Nitzow mit anderen Kindern aus dem gesamten Landkreis für Ole schon das schönste Erlebnis gewesen sein. „Eine Reise ist nicht geplant“, erzählt er. „Ich werde die sechs Ferienwochen wohl zu Hause in Schönhausen verbringen.“ Er habe hier dann einmal so richtig Zeit, um sich mit Spielen an der PS 3 zu beschäftigen. Und einen Besuch bei Mc Donalds in Stendal fände er auch nicht schlecht, wie er sagt.

Erste Veranstaltung in anderthalb Jahren

Für Margit Riek und alle anderen Berufslotsen im Landkreis war das „Zukunftsfestival“ in jetzt anderthalb Jahren übrigens die erste gemeinsame Veranstaltung. „Es hätte noch eine ganze Menge mehr mit Kindern gegeben, wenn die Corona-Pandemie nicht alles über den Haufen geworfen hätte“, so Margit Riek. So gehörten seit dem Frühjahr 2020 zum Beispiel mehrere Besuche in Havelberger Schulklassen zu ihren Vorhaben. Diese mussten alle verschoben werden. Weswegen auch die Berufslotsin hofft, dass mit Beginn des neuen Schuljahres hoffentlich wieder Normalität in den Schulalltag Einzug hält.

Bei dem schönen Wetter am Freitagnachmittag lockte natürlich auch der Nitzower Havelstrand zum Bad.
Bei dem schönen Wetter am Freitagnachmittag lockte natürlich auch der Nitzower Havelstrand zum Bad.
Foto: Dieter Haase
Ole Brabandt aus Schönhausen fand Gefallen an dem Tag in Nitzow.
Ole Brabandt aus Schönhausen fand Gefallen an dem Tag in Nitzow.
Foto: Dieter Haase
Stärkung und Beschäftigungsmöglichkeiten fanden die Kinder und Jugendlichen am Jugendklub in Nitzow.
Stärkung und Beschäftigungsmöglichkeiten fanden die Kinder und Jugendlichen am Jugendklub in Nitzow.
Foto: Dieter Haase