Klietz l Zwei der Lose waren bei der Ausschreibung der Hallensanierung ohne Bieter geblieben – was beim derzeitigen Bauboom vor allem bei Aufträgen der öffentlichen Hand öfters vorkommt. Somit musste neu ausgeschrieben werden, der geplante Baubeginn im August 2018 war nicht zu halten. Nunmehr ist die Übergabe Ende Februar 2019 eingeplant, also einen Monat später.

Trotz der Bauarbeiten ist die Halle für den Schul- und Freizeitsport seit dem 21. Januar wieder geöffnet, natürlich noch mit Einschränkungen. So müssen die Tischtennisspieler von Germania Klietz nicht mehr zum Training in die Bundeswehrhalle ausweichen.

Vor 40 Jahren eröffnet worden

Wer die 1979 eröffnete Halle kennt, wird über die vielen Veränderungen erstaunt sein. Am Auffälligsten ist, dass man jetzt beim Eintreten gleich in die große Halle blicken kann, die alten Mauern wurden entfernt. Auch den Kraftraum gibt es nicht mehr, hier entstanden Toiletten für Zuschauer und Behinderte sowie Platz für Sitzbänke. So müssen die Zuschauer nicht mehr am Spielfeldrand sitzen, sondern durch Plexiglas geschützt hinter einer Edelstahlbrüstung – also wie in Sandau oder Havelberg.

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Fliesenleger Detlef Sandrock hat seine Arbeiten in der Halle inzwischen beendet. Komplett neu gefliest wurde der Sanitärtrakt der Männer, welcher seit Eröffnung der Halle noch nie saniert worden war – und entsprechend stank. Der Frauentrakt war bereits 2010 erneuert worden, danach hatte die Kommune kein Geld mehr für die Halle übrig. Weil mit dem Flüchtlingslager auch die Einwohnerzahlen stiegen, gab es mehr Landeszuweisungen, somit war der weitere Umbau endlich möglich.

Dieser erfolgt zweigeteilt, es gibt eine allgemeine und eine ernergetische Sanierung. Für erstere gibt es einen Zuschuss über die Sportstättenförderung, die zweite wird über Stark III gefördert. Insgesamt wird die Gemeinde für den Umbau einschließlich Honorar etwas über 523.000 Euro ausgeben – und diese Kosten blieben auch in diesem Rahmen.

600 Euro für zusätzliches Fenster

Hinzu kommen allerdings noch etwa 600 Euro, welche kurzfristig für ein großes Regieraum-Fenster bereitgestellt werden. Denn hier befindet sich bislang nur ein kleines vergittertes Fensterchen – das ist nicht nur unschön, sondern auch wenig nützlich.

Die Halle wird über Fernwärme versorgt. Drei Warmwasserbehälter waren zu viel, einer wurde deshalb entsorgt, einer verbleibt als Reserve. Alles wurde von der Sanitärfirma Möwing und Gerdel aus Havelberg neu verrohrt.

Zuschauer erhalten hinter Barriere mehr Platz

Die Elektriker von der Klietzer Firma Dreßler mussten ebenfalls erst einmal einiges abreißen, ehe sie mit der Installation beginnen konnten. Eine Wand, an sich die alten Anlagen befanden, wurde komplett abgerissen und versetzt wieder hochgemauert, dadurch erhält der Geräteraum mehr Platz. Ein Raum ist für die Grundschule, einer für Tischtennis und einer für die Matten der Judokas. Auch wurde alles gedämmt.

Inzwischen ist auch eine neue Eingangstür eingesetzt. Sie ist nicht aus Holz wie der Vorgänger, sondern aus Aluminium gefertigt. Der Betonsockel wird gemacht, sobald kein Frost mehr droht.

Auch die Maler aus Müggenbusch haben nun ihre Arbeit aufgenommen, die Trockenbaudecken werden mit Fliestapete beklebt. Im unteren Bereich werden die Räume teils beflockt, das Gros gestrichen.

Wenn dann Ende Februar endlich alles fertig ist, kann man sicherlich ein Schmuckstück bewundern.