Havelberg l „Jaaaaa“ riefen die Kinder lautstark den Musikern auf der Bühne entgegen, als der letzte Ton verklungen war und die Frage lautete, ob ihnen „Peter und der Wolf“ gefallen hat. Und auch die Erwachsenen im Publikum belohnten das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde unter der Leitung von Holger Schella mit viel Applaus für ihr Konzert. Das musikalische Märchen, das der russische Komponist Sergej Prokofjew im Jahre 1936 im Auftrag des Moskauer Kindertheaters in nur drei Wochen geschrieben hatte, ist ein Klassiker und hat schon Generationen geholfen, die Instrumente eines Orchesters kennenzulernen. Damit ist es noch immer aktuell. Und die Musik begeistert auch heute noch, wie sich am Sonnabend im Arthotel gezeigt hat.

Doch bevor Querflöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Hörner, Geigen sowie die Pauken die Rollen in dem musikalischen Märchen übernahmen, stellten die Mitglieder des Brandenburgischen Konzertorchesters anhand etlicher weiterer, ins Ohr gehender Klassiker ihre Instrumente vor. Gleich am Anfang erlebten die Kinder und Erwachsenen das Stimmen der Instrumente mit. Den Kammerton A gibt dafür die Oboe an. Katrin Zimmermann führte durchs Programm und erzählte später die Geschichte von „Peter und der Wolf“. Die Kinder waren stets zum Mitmachen animiert und so manches zeigte, dass es sich schon sehr gut auskennt. Auf die Frage zum Beispiel, womit der Bogen der Streichinstrumente gespannt ist, kam sofort die richtige Antwort Pferdehaare. Es erklangen unter anderem ein Can Can von Offenbach und Polkas. Mit dem Ungarischen Tanz Nummer 5 von Brahms verdeutlichte das Orchester, wie wichtig der Dirigent ist, damit jeder Einsatz der Instrumente und das Tempo stimmen.

Krämer und Scheck zu Gast

Mit der „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ von Haydn, mit der er träges Publikum aus dem Tiefschlaf wecken wollte, stellte sich die Pauke vor. An Schlaf dachte im Konzertsaal des Kunstquartiers jedoch niemand.

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Dann erklangen die eingehenden Melodien von „Peter und der Wolf“ mit den Protagonisten Peter, seinem Großvater, der Ente und dem Vogel, die sich heftig streiten, der auf Samtpfoten heranschleichenden Katze, die es auf den Vogel abgesehen hat, dem Wolf, der die Ente verschluckt, und den Jägern. Wundervoll anzuhören der Triumphzug am Ende, mit dem der Wolf in den Zoo gebracht wird. Dabei auch zu vernehmen: das Quaken der Ente im Bauch des Wolfes. Mit dem Lied von „Pippi Langstrumpf“ verabschiedete sich das Konzertorchester, mit dem das Arthotel seit drei Jahren eine gute Zusammenarbeit pflegt. Hotelchefin Renate Lewerken hatte für alle „Wolf und Peter“-Paare Überraschungen vorbereitet. Über eine solche freute sich auch die „Bärengruppe“ aus der Glöwener Kita. Mit Oberwölfin Kerstin Wolf und ihrer Kollegin Petra Jäkel waren die künftigen Abc-Schützen als ganzes Wolfsrudel nach Havelberg gekommen.

Solche Konzertangebote mit Orchester sind kostenintensiv. „Wir möchten sie unserem Publikum gern auch weiterhin in Havelberg anbieten und wollen schauen, ob dafür Förderungen möglich sind“, sagte Renate Lewerken auf Volksstimme-Nachfrage. Für die Spielzeit 2018/19 laufen die Vorbereitungen. Im aktuellen Spielplan des Kunstquartiers stehen in Kürze zwei Höhepunkte ins Haus. Am 28. April steht der C­hansonnier und Musikkabarettist Sebastian Krämer mit seinem Programm „Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien“ auf der Bühne. Am 12. Mai nimmt Literaturkritiker Denis Scheck Romane und Sachbücher unter die Lupe.