Elb-Havel-Winkel l Insgesamt 18 Projekte sollen in den Genuss von Fördergeldern kommen. Gut eine halbe Million Euro an Fördergeldern steht  zur Verfügung. Zu den Projekten gehört die in diesem Jahr ins Leben gerufene Reihe „Kunst im Gartensommer“.

Im Juni hatten 30 Veranstaltungen im gesamten Elb-Havel-Winkel stattgefunden und hunderte Besucher angelockt. „Was alle Beteiligten geleistet haben, war toll“, sagt Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski, der zugleich Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Elb-Havel-Winkel“ ist. Diese kümmert sich seit vielen Jahren um das Leader-Förderprogramm, mit dem öffentliche und private Projekte im Bereich Landleben und Tourismus EU-Gelder bekommen. Mit der Förderung, die zwischen 45 und 90 Prozent der Investitionssumme betragen kann, soll der Elb-Havel-Winkel als Ort des sanften Tourismus sowie zum Leben und Arbeiten im ländlichen Raum gestärkt werden.

Weniger ist manchmal mehr

Weil bei der Gartenakademie Sachsen-Anhalt im nächstes Jahr das 20-jährige Jubiläum der „Gartenträume“ im Vordergrund steht, soll „Kunst im Gartensommer“ für 2021 vorbereitet werden. Ob das wieder in dem Umfang geschieht wie 2019, wird noch zu klären sein. Der Tenor bei der Auswertung des Gartenfestivals war, dass weniger manchmal auch mehr ist, berichtet Bernd Poloski. Zudem könne es nicht jeder der Beteiligten leisten, öfter Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Etwa die Hälfte, die in diesem Jahr Kunst in ihrem Domizil angeboten hat, will aber wieder mitmachen. „Wir wollen gucken, was machbar ist. Vielleicht sind weniger Veranstaltungen mit noch höherer Qualität möglich“, so der Bürgermeister. Ein Jahr Vorlauf für die Bereitstellung von Geldern und das Abschließen von Verträgen zu haben, ist gut. Der erste künstlerische Gartensommer hatte mehr Zeit. 2016 wurde die Idee geboren und 2019 umgesetzt. Auf jeden Fall soll die Gartenakademie für die Vorbereitung Gelder aus der Leader-Förderung erhalten.

Nachdem die LAG Elb-Havel-Winkel  im Mai dieses Jahres dazu aufgerufen hatte, Projektideen einzureichen, die 2020 gefördert werden könnten, wurde auf der Mitgliederversammlung der Aktionsgruppe am Montag in Garz die Prioritätenliste festgelegt. Für Investitionen in Angebote und Anlagen für Touristen sowie Menschen der Region steht mehr als eine halbe Million Euro zur Verfügung. Besonders groß ist die Nachfrage zu Mitteln aus dem ELER-Fonds (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums). 18 Vorschläge sind eingegangen. Die Antragsteller präsentierten ihre Projektideen. Jeder hatte drei Minuten Zeit. „Die Vielfalt und die kreativen Ideen, die den Anträgen zu Grunde liegen, sowie die zahlreiche Beteiligung am Wettbewerb ist äußerst bemerkenswert und erfreulich“, sagt Bernd Poloski. „Es ist ein schöner Mix an Vorhaben.“ Er freut sich, dass es so viele Anträge gibt. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Leader kein einfacher Förderweg für die Antragsteller ist. „Deshalb fordern wir auch immer wieder ein, das Antragsverfahren zu vereinfachen“, so der LAG-Vorsitzende.

„Für 13 Vorhaben reicht das aktuelle Budget aus. Wir sind aber guter Dinge, dass das Land den erfolgreichen Prozess in unserer Region noch einmal mit einem finanziellen Nachschlag honoriert, so dass weitere Projekte gefördert werden könnten“, ist Leader-Manager Björn Gäde optimistisch und ergänzt: „Mithilfe der Fördergelder können Gesamtinvestitionen von rund 1,3 Millionen Euro angestoßen werden.“ Der Elb-Havel-Winkel sei damit nicht nur auf dem Weg zu einem attraktiven Reiseziel für Urlauber aus den umliegenden Ballungsräumen, sondern auch eine Region, in der sich das Landleben genießen lässt.

Die Fördermittel sollen zum Beispiel nach Havelberg, Garz und Neuermark fließen, wo touristische Angebote ausgebaut werden sollen. Die Hansestadt will in die knotenpunktbezogene Beschilderung der Radwege investieren, nachdem die entsprechende Konzeption dazu vorliegt. Außerdem soll der zweite Bauabschnitt des Outdoortreffs für Jugendliche nahe dem Schwimmbad im Lindenweg damit realisiert werden. In Schollene soll das „Haus der Begegnung“ (altes Pfarrhaus) gefördert werden.

40 Vorhaben bisher gefördert

Bis zum Wochenende wird die LAG die Prioritätenliste an das Landesverwaltungsamt weiterleiten. Wenn diese bestätigt wird, haben die Antragsteller bis Ende Januar Zeit, ihre Projekte mit Kostenübersichten und Angeboten zu hinterlegen. Bis Ende Februar hat die LAG dann noch Zeit zur Ausarbeitung und Hilfestellung der Anträge, die dann an die zuständigen Fördermittelstellen – ALFF und Landesverwaltungsamt – gehen. „Wir hoffen, dass wir alle Projekte 2020 finanziert bekommen. 2021 beginnt dann die nächste Förderphase, die bis 2027 geht“, informiert Bernd Poloski zum Zeitplan.

In der aktuellen Förderperiode konnten 40 Projekte unterstützt werden. Zum Abschluss 2020 könnten dann bis zu drei Millionen Euro EU-Fördermittel in den Elb-Havel-Winkel geflossen sein. „Mit dieser Summe bezogen auf die Einwohnerzahl stehen wir relativ weit vorne auf Landesebene. Das ist ein schönes Ergebnis“, schätzt der LAG-Vorsitzende ein.

In diesem Jahr wurden zum Beispiel der Ausbau der Elb-Havel-Brauerei in Schollene und des Havelhofes in Nitzow, die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Nitzow, der Reiterhof in Neuermark-Lübars sowie die Sanierung des Kirchturmes in Vehlgast und der Ausbau des Alten Schöpfwerkes in dem Haveldorf gefördert. Fertig ist auch das Sonnenhaus in Havelberg Außerdem die Sanierung des Gemeindesaales in Garz. Bei ihrer Versammlung dort konnten sich die LAG-Mitglieder gleich ein Bild von einem gelungenen Leader-Beispiel machen. Für Vereine, Familienfeiern und kulturelle Veranstaltungen konnte somit eine zeitgemäße Räumlichkeit bereitgestellt werden. „Das Gebäude trägt damit wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität im Dorf bei“, so Björn Gäde.