Havelberg l Ein neuer Auszubildender ist am Montag in der Havelberger Firma Feroma von dessen Inhaber Jörg Müller, vom Lehrausbilder Andreas Rehfeld und allen anderen Mitarbeitern begrüßt worden: Jakob Müller wird hier drei Jahre lang das Tischlerhandwerk erlernen. „Das war schon immer mein Wunschberuf“, sagt der 16-Jährige. „Ich habe bereits von klein an viel herumgewerkelt. Alleine und zusammen mit meinem Vater.“ Den Ausbildungsplatz bei Feroma hat Jakob bereits seit dem Sommer 2019 in der Tasche. „Ich war damit der erste in meiner Klasse, der eine Lehre sicher hatte“, erinnert er sich. Was dem damals 15-Jährigen verständlicherweise ein sehr gutes Gefühl für den Rest seiner Schulzeit und für die Zeit danach gab. Die Schule wollte er aber trotzdem ordentlich abschließen und hat das vor einem Monat mit einem Notendurchschnitt von 2 auch geschafft. „Obwohl es mir nicht leicht fiel, mich im Corona-Jahr und viel Unterrichtsausfall auf die Abschlussprüfungen in der 10. Klasse vorzubereiten“, gibt er zu. „Das meiste musste ich zu Hause machen – ohne Lehrerunterstützung. Das war eine schwierige Zeit.“ Doch Ende gut, alles gut. Jakob Müller ist mit seinem erweiterten Realschulabschluss sehr zufrieden.

Besser als in der Schulaula

An die Zeugnisausgabe im Dom erinnert er sich gerne zurück. „Das war ein echt schönes Erlebnis. Viel festlicher als in der Schulaula, denke ich. Das werde ich so schnell nicht vergessen.“

Mit Praktika empfohlen

Ganz neu ist er an seinem jetzigen Arbeitsplatz allerdings auch nicht. „Die schulischen Betriebspraktika absolvierte ich fast alle hier. Und in den Sommerferien 2019 habe ich noch ein freiwilliges Praktikum bei Feroma drangehängt“, berichtet er. „Bei diesen Praktika hat Jakob einen überzeugenden Eindruck auf mich gemacht“, lobt Firmenchef Jörg Müller das dabei Geleistete. Unter anderem musste der Jugendliche dabei schon mal einige Probestücke anfertigen – nach beziehungsweise mit kleiner Skizze. Was der junge Mann gut erledigte.

Werkzeug für drei Jahre

Zur Begrüßung erhielt Jakob Müller am Montag seine Azubi-Box mit nagelneuem Werkzeug überreicht. Alles, was er im Laufe seiner praktischen Ausbildung so braucht. Zur Berufsschule muss er nach Stendal fahren.

Absolut kein Stubenhocker

Neben der Handwerkelei bereiten Jakob auch andere Dinge viel Freude. Das Angeln gehört dazu „und mich draußen mit Freunden treffen“, wie er sagt. „Ich bin absolut kein Stubenhocker, der seine Freizeit nur am Computer, am Handy oder an der Spielekonsole verbringt. Ich muss einfach raus.“