Schülerinstitut

Mädchen-Forscherteam aus Havelberg erobert sich Platz 2 in Sachsen-Anhalt

Joseph Heidel kann sich noch über einen Sonderpreis von der Siemens AG freuen

Von Dieter Haase

Havelberg. Für sieben Jungforscher des Havelberger Schülerinstitutes für Technik und angewandte Informatik (SITI) war der Mittwoch dieser Woche ein ungewohnt langer Tag - von 9 bis gegen 19 Uhr. Denn mit drei „Schüler experimentieren“-Projekten hatten sie sich beim Regionalwettbewerb im Februar in Stendal für den Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ in Magdeburg qualifiziert.

Noch einmal richtig Gas gegeben

Ab dem frühen Vormittag bereiteten sich die drei Mädchen und vier Jungs aufgeregt, aber trotzdem noch einmal sehr konzentriert auf ihre Präsentation - als Online-Vortrag und -video - vor der Jury vor. „In den vergangenen Wochen haben die Schülerinnen und Schüler dafür noch einmal richtig Gas gegeben“, berichtet SITI-Chef Hannes König. „Selbst in den Osterferien fanden auf Wunsch der Jugendlichen zwei Zusammenkünfte im Schülerinstitut statt, bei denen unter anderem an den Vorträgen geübt und an den technischen Projekten herumgeschraubt worden ist.“ Emma Weiß, Jette Zohm und Mara Zohm befassten sich dabei noch einmal intensiv mit dem Umbau einer CNC-Maschine zum horizontalen Fräsen. „Das funktioniert jetzt wirklich gut“, freuten sich die drei Mädchen und hofften verständlicherweise auf eine entsprechende Bewertung ihres Technik-Projektes durch die Juroren. Diese belohnten die Arbeit der drei jungen Forscherinnen letztlich mit Platz 2.

Projektarbeit weiter verbessert

In den wenigen Wochen vom Regionalwettbewerb bis zum Landeswettbewerb hatten sich auch Jeremy Vogt, Felix König und Johann Leue alle erdenkliche Mühe gegeben, um ihr „Kompaktes Unterrichtsmittel für Technik/Informatik“, noch um einiges zu verbessern. So fügten sie zu ihrem bisher Erarbeiteten unter anderem die Entwicklung eines kompletten Lernszenarios hinzu - mit Arbeitsblättern für die Schüler, mit Lösungsblättern für die Lehrer und mit Funktionsaufbauten in zwei Varianten. Die Spannung über das Abschneiden ihres Arbeitswelt-Projektes bei „Schüler experimentieren“ mussten sie sich - wie auch alle anderen Teilnehmer - bis zum späten Mittwochnachmittag bewahren, denn erst gegen 17 Uhr begann die Jury mit der Online-Bekanntgabe der erreichten Platzierungen. Zumindest konnten sich die drei Jungs dabei über einen Medaillenrang freuen: Platz 3.

Ein Sonderpreis für Joseph Heidel

Als ein guter „Alleinkämpfer“ konnte sich Joseph Heidel im Bereich Physik auszeichnen. Seine Erfindung mit dem „Scheinwerfer im Schuh“, welcher über einen Schalter in Betrieb gesetzt werden kann, war bereits beim Regionalwettbewerb komplett funktionstüchtig, so dass er keine großen Veränderungen daran mehr vorzunehmen brauchte. Auch im Land erfuhr das Projekt nun mit Platz 3 eine erfreuliche Aufmerksamkeit. Zudem konnte sich Joseph über einen Sonderpreis von der Siemens AG freuen.

Kein Bild von der Konkurrenz möglich

Insgesamt hatten sich beim Landeswettbewerb in den verschiedenen Bereichen und Wertungen 200 junge Leute aus Sachsen-Anhalt mit ihren Forschungsarbeiten um die Gunst der Juroren beworben. „Wobei sich unsere Schüler auch gerne einmal das angeschaut hätten, was andere dort vorstellten, um sich zumindest ein Bild von der Konkurrenz machen zu können.“ Online im luftleeren Raum mit der Jury zu sprechen, sei dazu für jeden Schüler nicht nur eine völlig neue Erfahrung, sondern auch eine größere Belastung als bei einem normalen Landeswettbewerb, also ohne Corona-Kontaktbeschränkungen, gewesen, schätzte Hannes König ein. Nicht zuletzt trugen dazu bei der Online-Präsentation auch so manche Übertragungsprobleme bei. Es habe in diesem Jahr zwar nicht zum ganz großen Erfolg für das Havelberger Schülerinstitut gereicht, „aber mit unserem Abschneiden bin ich trotzdem sehr zufrieden“, so der SITI-Chef. Schon allein aus dem Grund, weil aufgrund von Corona eine ganze Reihe von Einschränkungen in Kauf genommen werden musste.

Schülerinstitut nicht für alle geöffnet

Aufgrund dieser auch weiterhin bestehenden Einschränkungen ist der Zutritt zu den Räumlichkeiten beziehungsweise Werkstätten im SITI derzeit nur den Mitgliedern der Schülerfirmen sowie der Jungforscher-Teams gestattet, sofern sie noch weiter an der Vervollkommnung beziehungsweise Nachhaltigkeit ihrer Projekte arbeiten wollen. Voraussetzung dafür ist, dass sie die für die Teilnahme am Schulbetrieb erforderlichen Corona-Selbsttests nutzen und diese negativ ausfallen.