Feuerwehr

Martin Schröder ist neuer Stellvertreter

Die Havelberger Kameraden haben Martin Schröder zum neuen stellvertretenden Wehrleiter gewählt.

Von Andrea Schröder

Havelberg l Martin Schröder ist neuer stellvertretender Leiter der Havelberger Feuerwehr. Am Donnerstag überreichte ihm Bürgermeister Bernd Poloski die Berufungsurkunde für das auf sechs Jahre ausgelegte Ehrenamt. Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler gratulierte mit einem Blumenstrauß. Zugleich drückte er im Beisein von Ordnungsamtsleiter André Gerdel und Mitarbeiter Dieter Härtwig und Silke Lisges seine Freude darüber aus, dass die Feuerwehr nun eine sehr wirksame und gute Leitung hat.

Martin Schröder tritt die Nachfolge von Sebastian Fricke an, der zur Jahreshauptversammlung 2016 in dieses Amt gewählt worden war. Zuvor war weit über 20 Jahre Andreas Brütt stellvertretender Wehrleiter. „Wir haben jetzt ein gutes Team gebildet“, schätzte Ulrich Ziegler ein. Sollten er und Martin Schröder nicht ihre Leitungsfunktion wahrnehmen können, wird Stefan Keller für diese Aufgabe eingesetzt. Zur Wehrleitung gehören außerdem Gerätewart Kevin Deich und Jugendwart Maik Rohrschneider.

Bei einer außerordentlichen Dienstversammlung im März, an der viele der aktiven Kameraden teilgenommen haben, hatten alle Anwesenden für Martin Schröder gestimmt. „Das zeigt die große Akzeptanz, die Martin hat“, sagte der Wehrleiter und zeigte sich überzeugt, dass sein neuer Stellvertreter mit „seinem Wissen, seiner Klugheit und seinem Kämpfen für die Feuerwehr die an ihn gestellten Aufgaben gut umsetzen wird. Auch wenn es anstrengend wird, ich wünsche uns eine gute Zeit“.

In der Wehrleitung sind nun auch die bei der Bundeswehr dienenden Kameraden mit vertreten. Derzeit gehören elf Soldaten der freiwilligen Feuerwehr an. Was immerhin ein Drittel der aktiven Truppe ausmacht. Sie stellen einen Großteil der Maschinisten, Zug- und Gruppenführer und sind eine große Hilfe in der Wehr. Sind sie jedoch alle auf Übung, wird das zum Problem. „Im Mai haben wir deshalb eine extrem kritische Situation“, blickte Ulrich Ziegler voraus. „Unsere Nachbar-Feuerwehren werden dann noch mehr gefragt sein, wenn wir zum Einsatz müssen. Aber mit ihrer Hilfe werden wir dieses Loch überwinden.“

Havelbergs Bürgermeister dankte Martin Schröder, der als Hauptamtsleiter in der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land mit dem Thema Feuerwehren dienstlich vertraut ist, für seine Bereitschaft, das Ehrenamt des stellvertretenden Wehrleiters zu übernehmen. „Wir haben in Havelberg und in den Ortschaften zunehmend das Problem, dass jüngere Jahrgänge fehlen. Noch schwieriger ist es, geeignete Führungskräfte zu finden, die bereit sind, die dafür notwendigen Ausbildungen zu absolvieren und auch menschlich dazu in der Lage sind“, machte Bernd Poloski deutlich und sagte, dass er es respektiert und akzeptiert, wenn jemand aus familiären oder beruflichen Gründen nicht für diese Funktion zur Verfügung steht. Er zeigte sich erfreut, dass in der Feuerwehr eine schnelle Lösung für die Stellvertreterfrage gefunden wurde und Martin Schröder ein so deutliches Votum erhalten hat. „Es ist wichtig, dass diese Kameraden großen Rückenhalt haben.“

Zugleich würdigte er die Arbeit des Wehrleiters, der diese Funktion seit 25 Jahren ausübt, und dankte ihm dafür. „Wir sind froh über jeden Kameraden, der bei der Stange bleibt. Bei aller Personalnot haben wir nie die Situation gehabt, dass es bei Einsätzen drunter und drüber ging oder gar Menschen zu Schaden gekommen sind.“

Die Personalsituation in den Feuerwehren spielte auch bei der Sitzung des Ordnungsausschusses am Dienstag eine Rolle. Dieter Härtwig verwies zum Beispiel darauf, dass die Nachwuchssorgen in fünf Jahren dazu führen könnten, dass die Existenz mancher Ortswehr auf dem Spiel steht. Deshalb soll verstärkt um aktive Mitglieder für die Feuerwehren geworben werden. Dazu soll nicht nur der Tag der offenen Tür am 1. Mai dienen, sondern vor allem auch die Feier des 140. Geburtstages der Havelberger Wehr im Juli genutzt werden, sagte André Gerdel.