Ausstellung

„MenschMensch“ in Blauer Moschée in Kuhlhausen zeigt Kunst von Flüchtlingen auf Lesbos

Ein künstlerisches Projekt erwartet Kinder und Erwachsene im Haveldorf Kuhlhausen. In die Blaue Moschée des Vereins Endegelände zieht die Ausstellung „MenschMensch“ ein.

Von Andrea Schröder
Dieses Bild aus der Ausstellung „MenschMensch“ stammt von  Javad. Er hat eine Familie gemalt, die im Morgentau über eine Brücke geht. Das Acrylbild auf Leinwand ist 35 mal 45 Zentimter groß und ist eines von 50, die in der Blauen Moschée präsentiert werden.
Dieses Bild aus der Ausstellung „MenschMensch“ stammt von Javad. Er hat eine Familie gemalt, die im Morgentau über eine Brücke geht. Das Acrylbild auf Leinwand ist 35 mal 45 Zentimter groß und ist eines von 50, die in der Blauen Moschée präsentiert werden. Foto: Johanna Scherf

Kuhlhausen - Kathleen Bredenbeck freut sich riesig: Nach einem Jahr kann sie endlich Gäste in der Ausstellung „MenschMensch“ in der Blauen Moschée in Kuhlhausen begrüßen. Die war schon für 2020 geplant. Doch machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Nun ist es soweit: Am 24. Juli heißt der Verein „Endegelände – Initiative für Kultur und Verständigung“ um 18 Uhr zur Ausstellungseröffnung willkommen. Gezeigt werden um die 50 Werke von Menschen aus Afghanistan, Äthiopien, Irak, Iran, dem Kongo und des Sudans, die im Rahmen des „The Hope Projects Greece“ entstanden sind.

Das Projekt auf der griechischen Insel Lesbos hat die britische Familie Kempson ins Leben gerufen. Sie lebte bereits seit vielen Jahren auf der Insel, als sie damit konfrontiert, dass seit 2015 täglich zehntausende Menschen auf der Ägäisinsel vor ihrer Haustür stranden. Aus ihrer anfänglichen Notversorgung der Geflüchteten an den Stränden haben sie diese Hilfsorganisation entwickelt, die seit 2018 auch ein Kunstzentrum beinhaltet. „Das Hope Project Arts bietet einen Raum, in dem die Menschen nicht auf ihre Flüchtlingseigenschaft beschränkt werden. Sie können Künstler sein, ihre Talente entfalten und die Kunst für sich sprechen lassen“, heißt es in der Ankündigung zur Ausstellung.

Johanna Scherf ist eine Mitinitiatorin der Ausstellung und Mitwirkende im Projekt. „Sie war öfter bei uns zu Besuch, auch zu den Veranstaltungen im Welcome Center. Ihr gefällt die Blaue Moschée und so ist die Idee entstanden, die Ausstellung nach Kuhlhausen zu holen“, berichtet Kathleen Bredenbeck. Ein Teil der Bilder ist in Berlin zu sehen gewesen, weitere bewahrt Johanna Scherf zu Hause auf. Nächste Woche werden sie in der Blauen Moschée aufgehängt. Auch in London wurden die Bilder schon gezeigt.

Versteigerung der Bilder

Etliche davon haben neue Besitzer gefunden. Denn am Ende jeder Ausstellung gibt es eine Versteigerung. Der Erlös kommt dem Hope-Projekt zugute, das zum Ziel hat, „den Menschen wieder das Gefühl zu geben, Mensch zu sein, und ihnen zu zeigen, dass es in all dem Chaos auch Personen gibt, die ihre Menschenrechte achten und sie wertschätzen“, beschreiben die Kempsons ihre Motivation.

Für Kuhlhausen ist die Finissage am 7. August geplant. Die Auktion beginnt um 18 Uhr. Musikalisch begleitet wird sie von der Band „Heart beats of Africa“. Mit dabei sind dann möglicherweise auch Bilder von Kindern, die in dem Kunstworkshop entstanden sind, zu dem Endegelände im Rahmen des MenschMensch-Projektes am Sonnabend, 31. Juli, einlädt. Dieser findet von 10 bis 16 Uhr statt. Ab 18 Uhr werden die Werke den Familien und Freunden präsentiert. Die Kunstpädagoginnen und Künstlerinnen Antje Stürholz und Johanna Landscheidt arbeiten mit den Kindern und kooperieren mit Magda Lohse, die in Havelberg die Malwerkstatt des Kulturprojektes Stadtinsel leitet.

Malworkshop für Kinder

„Die Kinder werden eingeladen, sich mit uns auf eine inspirierende Reise zu begeben. Im Workshop möchten wir Impulse ästhetischer Erfahrungsprozesse eröffnen und die Kinder in ihrem Wahrnehmen, Handeln und Denken begleiten. Wir werden zeichnen, beobachten, Geschichten finden und selber erzählen. Wir erproben spielerisch verschiedene Zeichenmateralien wie Kohle, Grafit und Zeichentusche auf großformatigen Papieren und unterschiedlichen Maluntergründen wie Holzplatten und Pappen“, beschreiben die beiden ihre Vorstellungen für den Tag.