Scharlibbe l Zum bundesweit ausgerufenen „Tag des offenen Hofes in der Landwirtschaft“ hatte auch die Agrargenossenschaft „Elbeland“ Scharlibbe Landbesitzer, Mitglieder, Beschäftigte und interessierte Bürger aus der Umgebung zum jährlichen Verpächtertreffen mit Flurbesichtigung und feierlicher Übergabe der neuen Werkstatt auf den Technikstützpunkt eingeladen.

Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Deichbruch wurde die neu errichtete Werkstatt auf dem Technikstützpunkt von der Geschäftsführerin Ute Panther übergeben. Das alte Gebäude konnte nach Flutschaden nicht mehr saniert werden. An der Planung hatte der ehemalige Geschäftsführer Ottmar Kapl großen Anteil. Ute Panther dankte ihm herzlich dafür. Auch die Mitarbeiter des Technikstützpunktes wurden in die Planung einbezogen. Für Sie war wichtig, dass die Werkstatt mit mehreren großen Toren für die großen landwirtschaftlichen Maschinen von beiden Seiten befahrbar ist.

Auch einige Vertreter der bauausführenden Firmen waren der Einladung gefolgt und übergaben Präsente, darunter auch ein Apfelbaum.

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Beste Arbeitsbedingungen

Arnim Glimm, der Leiter des Ackerbaus und des Technikstützpunktes, führte die Besucher durch die neue helle Werkstatt und das Lager. Sogar Fußbodenheizung gibt es. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter haben sich damit erheblich verbessert – gerade in den Wintermonaten, wenn die Technik für die Feldarbeit im Frühjahr und Sommer repariert und gewartet wird.

Neu ist auch der Sozialtrakt für Leiter und Mitarbeiter mit Meisterbüro neben der Werkstatt und Aufenthaltsraum, Küche, Duschen und Umkleideräumen mit Spinten über dem Büro und den Lagerräumen.

Nach der Führung durch die Werkstatt ging es für interessierte Gäste mit dem Traktor und „Leutewagen“ aus LPG-Zeiten in die Feldmark und zu den Weiden der Mutterkühe.

Getreide steht gut

Arnim Glimm erläuterte in der anderthalbstündigen Tour, wie es auf den Anbauflächen aussieht: Das Getreide und auch der Mais stehen gut, denn die Scharlibber hatten in den letzten Wochen Glück mit dem Regen. In den meisten Orten unserer Regionen regnete es dagegen nur wenig oder gar nicht. Am 1. Juni beispielsweise fielen in Scharlibbe 25 Liter pro Quadratmeter und einen Ort weiter nicht einmal ? Liter.

Auf den schweren Böden in Richtung Elbe konnte man während der Fahrt einige kleine Wasserlöcher sehen. Im Herbst hatten die Scharlibber wiederum zu viel Regen bekommen und konnten deshalb auf den schweren Böden kein oder nur wenig Wintergetreide in den Boden bringen. Aber Anfang des Jahres, als es die Witterung erlaubte, wurden die Flächen mit Sommergetreide bestellt.

Es kamen von den Gästen auch Fragen zu der neuen Düngemittelverordnung. Wie die Umsetzung erfolgt und welche Schwierigkeiten das für die Agrargenossenschaft und allgemein für die Landwirtschaft mit sich bringt, hat der Leiter des Ackerbaus sehr detailliert erläutert.

Vier Mutterkuhherden

Die Flurbesichtigung führte auch zu einer der vier Mutterkuhherden der Agrargenossenschaft. Die Gäste erfuhren, dass Fleischrinder aus einer Kreuzung von „Fleckvieh“ und „Uckermärker“ gezüchtet werden. Die Züchtung der Scharlibber Landwirte ist bei Steakhäusern sehr beliebt und sie konnten dafür einen Abnehmer gewinnen, der Restaurants mit dem Rindfleisch beliefert. Ganz besonders freute sich Arnim Glimm zu berichten, dass von aus den selbst gezogenen Kälbern Kühen bereits einige Mutterkühe als nun ausgewachsene Jungrinder tragend sind und somit selbst bald Mutterkuh werden.

Auf die Frage eines Gastes, ob die Kälber auch schon von Wölfen angegriffen wurden, konnte Arnim Glimm mit „nein“ antworten. Er berichtete, dass die Kälber im umgebauten Kuhstall der Agrargenossenschaft zur Welt kommen und erst auf die Weide dürfen, wenn sie kräftig genug sind.

Aus Seuchenschutzgründen war ein Schweinestallbesuch  beim Verpächtertreffen Tag des offenen Hofes in diesem Jahr nicht möglich.

Für das leibliche Wohl hatten die Mitarbeiterinnen Kuchen gebacken. Silvia Möller, Angela Päsler und Marion Motzkus versorgten die Gäste mit Kuchen, Getränken und Würstchen. Zum Mittag gab es ein gegrilltes Spanferkel aus eigenem Bestand. Die ehemalige Mitarbeiterin Angelika Päsler und ihr Mann Helmut haben das Spanferkel mit den Gewürzen vorbereitet und einige Stunden gegrillt, damit es pünktlich zu Mittag verzehrbereit war.