Schönhausen l  Denn Natura 2000 bringt Einschränkungen an der Elbe und den Nebengewässern mit sich. Welche genau? Auf der Jahreshauptversammlung erläuterte der Vorsitzende Bernd Witt die neuen Regeln anhand von Karten – hier ist eingezeichnet, wo sich die besonderen Schutzgebieten sowie die sensiblen Uferbereiche, die nicht betreten werden dürfen, befinden. Für die Angler hieß es, genau aufzupassen. Denn Schilder gibt es vor Ort noch nicht.

Bevor das Thema Natura 2000 bei der Versammlung im Hohengöhrener „Stadt Braunschweig“ in den Mittelpunkt gerückt wurde, hielt Bernd Witt erst einmal Rückschau. Nicht nur auf 2018, sondern auf die zurückliegenden fünf Jahre. Denn nach so langer Zeit wird obligatorisch ein neuer Vorstand gewählt.

Viel zu tun gab es ab dem Jahr nach der Flut. Die Gewässer, in denen es teilweise sogar einen Totalausfälle gegeben hat, mussten mit neuen Fischen besetzt werden: Hechte, Zander, Karpfen, Plötzen, Rotfedern und Aale im Gesamtwert von rund 17.500 Euro. Das waren Wiederaufbaumittel nach der Flut. Zudem gab es Fördermittel für Ausrüstungen, Pkw-Anhänger und Wasseranalysegeräte in Höhe von 5 660 Euro.

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Arbeit am neuen Domizil

Auf finanzielle Unterstützung konnte der Verein auch bauen, als sich die Mitglieder daran machten, sich im alten ZBO-Gelände am Wiesengrund ein neues Domizil einzurichten. Zu denen, die tatkräftig zugepackt haben, gehörten unter anderem Benno Gromeier, Manfred Flöter, Lars Klatt, Andree Hoffmann und Hartmut Engel, ortsansässige Firmen spendeten Geld und Material. Über 25.000 Euro Spenden konnte der Verein seit 2014 in Empfang nehmen und investieren.

Doch auch wenn intensiv neuer Fischbesatz erfolgt ist, so erholen sich die Gewässer nach der Flut nur schleppend. Das geht auch aus der Fangstatistik hervor. Edelfische wie Hecht, Zander und Aal gingen weitaus weniger an den Haken. Die Qualität des Wasser allerdings ist sehr gut – das beweisen die regelmäßigen Kontrollen durch den Gewässerwart Manfred Flöter.

"Lampes Tannen" gekauft

Zusätzliche Sorgen bereitete das Dürrejahr 2018. So fiel der Elbpegel Ende August auf 96 Zentimeter am Pegel Tangermünde – das war der niedrigste seit 80 Jahren. Und in den Elbnebengewässern sank der Wasserstand ebenfalls drastisch, „von einem großen Fischsterben sind wir glücklicherweise verschont geblieben“, blickt Bernd Witt erleichtert auf die nun wieder gut gefüllten Gewässer vor dem Deich und auch auf die steigenden Stände der Löcher hinter dem Wall.

Der Verein ist finanziell so gut aufgestellt, dass er das Kiesloch „Lampes Tannen“ kaufen konnte. Daraus soll in den kommenden Jahren ein Biotop werden. Dafür sind Fördermittel beantragt worden.

Dass der Verein finanziell auf gesicherten Beinen steht, ist auch der stabilen Mitgliederzahl zu verdanken. Aktuell sind es 234 Mitglieder, elf mehr als im Jahr zuvor. „Und weitere Neuaufnahmen für 2019 stehen an“, kündigt Bernd Witt an. Das ist auch der Möglichkeit gedankt, dass neben dem großen Fischereischein für Raub- und Friedfischschein ein „kleiner“ Friedfisch-Fischereischein ohne große Schulungen und mit vereinfachtem Prüfungsgespräch möglich ist. Die Lehrgänge führt seit Jahren Eckhard Habiger in hoher Qualität durch, bescheinigt der Vorsitzende.

Arbeitseinsatz am 6. April

Um in puncto Natura 2000 nicht nur auf dem Laufenden zu sein, sondern auch die Vorschriften auch etwas abzuschwächen, haben der Vorsitzende und auch sein Stellvertreter Eckhard Habiger bei rund 40 Veranstaltungen für die Interessen der Angler gekämpft. Dazu gehörte im September eine Demonstration am Jerichower Kloster, von wo aus Ministerpräsident Reiner Haseloff und auch Umweltministerin Dalbert zur Einweihung des neuen Deiches bei Fischbeck starteten, und eine Demo gemeinsam mit den Landwirten in Magdeburg. „Es gab leichte Verbesserungen zu unseren Gunsten“, so das Fazit von Bernd Witt zum Ergebnis der Proteste. So konnten die Schutzgebiete etwas verlegt werden. Darüber gibt es entsprechende Karten. Wo aber genau sich diese Schutzgebiete befinden, ist für die Angler nicht eindeutig ersichtlich, fehlt doch noch die gesamte Beschilderung.

„Wir gehen die neue Saison gelassen an und werden sehen, wie sich Hegefischen und Arbeitseinsätze unter Berücksichtigung von Natura 2000 realisieren lassen“, so Bernd Witt. Und er kündigt auch gleich den nächsten Arbeitseinsatz an: 6. April.