Nitzow l Sorge, dass künftig für jedes Osterfeuer und jedes Strandfest mit Bootskorso eine extra Genehmigung eingeholt werden muss, haben die Ortschaftsräte in Nitzow angesichts der Erarbeitung der Verordnung zu den Natura 2000 Schutzgebieten. Auf ihrer Sitzung am Dienstagabend beschäftigten sie sich mit dem Thema. Einige von ihnen hatten am Vorabend an der Informationsveranstaltung mit dem Landesverwaltungsamt im Havelberger Rathaus teilgenommen.

„Wir bräuchten für unser Strandfest und unser Osterfeuer eine Genehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde in Stendal. Diese müsste die Genehmigung erst zwei Tage vor einer Veranstaltung erteilen. Wir benötigen aber Planungssicherheit für unsere Veranstaltungen und können nicht vom Wohl und Wehe eines Amtsmitarbeiters abhängig sein“, sagte Ortsbürgermeister Karsten Grey und hofft, dass eine andere Regelung gefunden wird.

Badestelle und Anleger

Eine Möglichkeit könnte eine Ausnahmeregelung sein, die in den gebietsspezifischen Anlagen gleich in der Verordnung festgeschrieben wird. Eine entsprechende Stellungnahme soll nun formuliert und an die Hansestadt weitergeleitet werden. Denn dem Stadtrat obliegt die Stellungnahme zum Entwurf, die in der Sitzung am 30. November verabschiedet werden soll.

Eine Lösung soll auf Wunsch der Nitzower für den gesamten öffentlich genutzten Bereich am Havelufer gefunden werden. Denn dort finden nicht nur die beiden Veranstaltungen statt. Dort befinden sich die alte Fähre , die als Tanzfläche genutzt wird, der Bootsanleger, der Volleyballplatz und die Badestelle.

„Der gesamte Bereich sollte aus dem Natura 2000 Gebiet herausgenommen werden“, sagte Marlies Schnell und sprach damit den Nitzower Räten und Vereinsvertretern, die zur Sitzung ebenfalls eingeladen waren, aus dem Herzen.

Dieser nahe dem Ort gelegene Uferbereich sollte als gesonderter Bereich ausgewiesen werden, findet auch Gerald Friedl. „Das Havelufer dort sollte ein Bereich bleiben, der von allen Nitzowern gern genutzt wird, dort sollten wir weiterhin baden gehen oder mit dem Hund lang spazieren dürfen“, sagte Gerd Müller.

Wie berichtet, sind sowohl Kommunen als auch alle betroffenen Bürger, Bewirtschafter und Verbände aufgerufen, ihre Hinweise und Einwände kundzutun. Noch bis 4. Dezember liegen die Unterlagen im Havelberger Rathaus aus und sind zudem im Internet einzusehen.