Wust l Mussten sich die Wuster Aktiven im bisherigen Gerätehaus auf engstem Raum direkt neben dem Fahrzeug umziehen, haben Männer und Frauen jetzt separate Umkleideräume, welche jeweils mit Duschen ausgestattet sind. Im alten Versammlungsraum fanden maximal 16 Aktive Platz, der neue fasst bis zu 28 Personen. Die Jugendwehr hat nun einen separaten Schulungs- und auch Umkleideraum.

Bevor Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold zur offiziellen Übergabe schritt, durften erst noch die Kinder aus der Tagesstätte ihren musikalischen Gruß entbieten: Sie sangen natürlich von der Feuerwehr, welche Keller auspumpt oder Tiere vom Baum rettet. „Wenn ihr ruft die 112, kommt die Feuerwehr herbei“, hieß es abschließend.

Einweihung erst im September

Man habe sich nur im kleinen Kreis versammelt, denn die Einweihungsfeier soll erst später – voraussichtlich am 12. September – stattfinden, so Steffi Friedebold. Zum einen gibt es jetzt noch Auflagen wegen der Pandemie und zum anderen können die Aktiven so alsbald umziehen. Das geschah laut Ortswehrleiter Steffen Gottschalk noch am selbigen Abend, gegen 21 Uhr wollte man wieder einsatzbereit sein – natürlich im neuen Domizil.

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Es folgte ein kurzer Rückblick auf das Baugeschehen. Im Mai 2017 war die Baugenehmigung erteilt worden, die Lose für die Gewerke wurden im Februar 2018 vergeben. Im Mai und Juni folgten die Abbruch- und Erdarbeiten, im November des Vorjahres starteten die Arbeiten an den Außenanlagen, und im März dieses Jahres nahm die Unfallkasse der Feuerwehr das neue Domizil ab. Die Kasse war es auch gewesen, welche angesichts der beengten Verhältnisse auf den Neubau gedrungen hatte.

Kleinere Mängel werden noch abgestellt, versprach die Dienstherrin den Aktiven. Davon gibt es noch so einige im Gebäude. Das Bauamt werde sich kümmern, informierte Amtsleiter Ulf Wabbel.

Kosten sind ordentlich gestiegen

Geplant hatte die Schönhauser Verwaltung als Bauherr anfangs mit 690 000 Euro Kosten, am Ende wurde es denn doch etwas über eine Million Euro. Weitere 282 000 Euro für die Wuster Aktiven fließen noch in den Kauf eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges vom Typ HLF 10, welches Ende November ausgeliefert werden soll. So lange steht an dessen Stelle noch der Oldtimer der Wehr, welcher inzwischen dem Förderverein gehört, in der Fahrzeughalle.

Mit zum neuen Domizil gehört auch die neu geschaffenen Bekleidungskammer der Verbandsgemeinde. Diese zu betreuen ist eine der Aufgaben des neu geschaffenen Gerätewart-Postens für die 13 Ortswehren und zwei Löschgruppen der Verbandsgemeinde. Der neue Gerätewart wurde auch gleich mit vorgestellt: Es ist Ringo Urbahn aus Wust, welcher bislang als Industriemeister in einer Gießerei in Lüneburg gearbeitet hatte. Der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser ist seit über 20 Jahren Mitglied der Wuster Wehr und fungiert hier zudem als Jugendwart.

Die Kammer kam in dem Gebäude unter, in welchem sich einst Jugendklub und Hort befanden. Daneben sind die Sanitärbereiche für Männer und Frauen zu finden, die Umkleide für den Nachwuchs, ein Lager und ein Wirtschaftsraum.

Am gestrigen Abend wurde nicht nur umgezogen, es gab zudem eine Ausbildung für die Atemschutzträger – die erste nach der mehrmonatigen Zwangspause. Überhaupt muss der Ausbildungsplan neu gestrickt werden: Wenn das neue Fahrzeug kommt, können die insgesamt 24 Wuster Aktiven endlich zu technischen Hilfeleistungseinsätzen – zum Beispiel bei Unfällen auf der nahen B 188 – ausrücken. Das war auch einer der Gründe, weshalb ein neues Gruppenfahrzeug mit Scher- und Spreizgerät angeschafft werden musste.