Sandau l Diesmal fand der Empfang im Rathaussaal statt. Das Winterhalbjahr biete wenig Zeit für persönliche Begegnungen, weshalb man auch diesen Empfang für Gespräche nutzen könne, informierte Bürgermeister Henry Wagner zu Beginn über einen der vielen Gründe für den Empfang. Der wichtigste sei natürlich, all jenen Dank zu sagen, welche „engagiert einen wichtigen Beitrag für ein lebendiges Gemeinwesen in unserer Stadt leisteten“.

Weshalb denn auch die örtlichen Vereine unter den Gästen nicht fehlen dürfen: der Förderverein der Kirche, der Carnevalsclub SCC, die DAFV-Sportfischergruppe, der Turn- und Sportverein TuS, der Kleintier- und Kleingärtnerverein sowie die Volkssolidarität. Nicht fehlen durften aber auch die Vertreter der Feuerwehr, welche für ihre effektiven und professionellen Einsätze gelobt wurden, sowie die Jäger und die Gewerbetreibenden der Stadt. „Sie alle tragen dazu bei, dass man sich in unserer Stadt wohl und geborgen fühlt“, betonte der Bürgermeister.

Hitze machte zu schaffen

Beim Jahresrückblick erinnerte das Stadtoberhaupt an die stetige Trockenheit und Hitze, welche nicht nur allen Menschen, sondern auch Tieren und Pflanzen zu schaffen machte. Sogar die alte Elbe fiel trocken, die Waldbrandgefahr war über Monate sehr hoch. „Ist das schon der Klimawandel?“ fragte Henry Wagner in die Runde.

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Hauptleidtragende waren die Landwirte, die örtliche Agrargenossenschaft beklagte einen Ernteausfall von etwa 40 Prozent. Bei den Anträgen auf Entschädigung waren allerdings hohe bürokratische Hürden zu bewältigen.

Schule muss erhalten bleiben!

Beim Empfang erschienen war auch Grundschulleiterin Marion Kaluza, Heike Winkler vertrat die Kindertagesstätte. Derzeit besuchen 63 Kinder die Schule, in der Kita werden 45 Kinder betreut. „Der Erhalt beider Einrichtungen muss an erster Stelle stehen, unsere Schule muss bleiben!“ forderte Henry Wagner mit Blick auf die Diskussionen zum Haushalt.

Einen hohen Stellenwert besitzt die Seniorenbetreuung. Im Klub ist zweimal wöchentlich Treff, der ehrenamtliche Vorstand um Angelika Noack organisiert alles.

Das jetzt von Catrin Franke geleitete Marien-Heim der Caritas hat aktuell 56 Bewohner und genießt einen guten Ruf. Beschäftigt sind hier bis zu 50 Mitarbeiter – ein großer Arbeitgeber in der Region.

Großer Arbeitgeber

Etwa ebenso viele Mitarbeiter hat die von Ole Hölscher geleitete Velten Kunststofftechnik, deren Produkte in Wohnmobilen, Büro- und Küchenmöbeln verarbeitet werden. Insgesamt arbeiten in Sandau – es ist momentan die kleinste Stadt im Bundesland – derzeit immerhin 68 Gewerbetreibende.

Ein Thema, was die Stadt seit vielen Jahren begleitet, ist der Hochwasserschutz. Mit dem zuständigen Landesbetrieb – LHW-Flussbereichsleiter Lars Schirmer aus Genthin war mit anwesend – gibt es eine gute Zusammenarbeit. „Die Baumaßnahmen werden uns noch einige Jahre begleiten“, so das Stadtoberhaupt. Derzeit läuft im Südbereich die Deichrückverlegung, als nächstes steht noch in diesem Jahr die Erhöhung des Walles in der Ortslage bevor (dazu in Kürze mehr).

Infrastruktur als Schwerpunkt

Im Haushalt für 2019 bildet die Sanierung der Infrastruktur einen Schwerpunkt. Um die 300 000 Euro sind für die Sanierung der kompletten Elbstraße eingeplant, 1,3 Millionen Euro stehen für den ländlichen Wegebau bereit, wobei das Gros über Fördermittel fließt. Zur Sanierung des Rathauses samt dessen Umfeld wurde die alte Kaufhalle erworben, um sie abzureißen. Im Plan stehen ferner ein neuer Spielplatz sowie die Sanierungen der Haltestelle in der Rosenstraße und der Friedhofsmauer.

Schöne Sitte ist es beim Sandauer Empfang, besonders engagierte Bürger in aller Öffentlichkeit zu ehren. Henry Wagner bat dazu nach vorn: Undine Müller, welche in der Feuerwehr versorgt und die Rabatten mit pflegt, Heike Heller, welche ebenfalls zu den „Blumenmädchen“zählt, Angelika Noack von der Volkssolidarität, Mandy Schäler als langjährige Kinder- und Jugendwartin der Wehr, Antje Sülter-Damker vom SCC, welche hier die organisatorischen Fäden in den Händen hält, sowie Vorsitzende Steffi Koterba (sie leitet zudem die städtische Singegruppe) und ihren Stellvertreter Heiko Kelm von der Angelgruppe. Sie erhielten – stellvertretend für alle Ehrenamtlichen aus der Elbestadt – einen Blumenstrauß und eine Ehrenurkunde.