Nitzow l Im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus blickte Nitzows Ortsbürgermeister Karsten Grey auf das vergangene Jahr zurück und schaute auf das neue. Die wichtigste Nachricht dürfte die zum neuen Löschfahrzeug sein.

Das ist zwar kein nagelneues, aber ein gebrauchtes, das den Wünschen der Kameraden entsprechend ausgestattet und den Anforderungen der Wehr gerecht wird. Das LF 10 löst den rund 40 Jahre alten LO ab, der allerdings auch im Ruhestand noch seine Aufgaben zu erfüllen hat. Der Förderverein der Nitzower Feuerwehr hatte bei der Hansestadt Havelberg beantragt, den Oldtimer für den symbolischen Preis von 100 Euro kaufen zu können, um ihn als Traditionsfahrzeug weiterhin zu nutzen.

Der Ortsbürgermeister nutzte den Neujahrsempfang, um allen Bürgern zu danken, „die sich im vergangenen Jahr mit viel Einsatzbereitschaft und Herzblut für die Ortschaft eingesetzt haben“. Zugleich dankte er den alten und neuen Ortschaftsratsmitgliedern für ihr Engagement und auch allen Vereinen und Institutionen. „Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von Umbrüchen und Versuchen, die Gesellschaft zu spalten. Deshalb ist es um so wichtiger, dass wir hier in unserer dörflichen Gemeinschaft die Herausforderungen gemeinsam bewältigen, unabhängig von Alter, Weltanschauung und politischer Ausrichtung.“

Attraktiv für junge Leute

Karsten Grey berichtete, dass Nitzow weiterhin attraktiv ist. So haben junge Leute Grundstücke für den Eigenheimbau erworben oder bereits gebaut. Das verdeutlicht im Übrigen auch ein Blick in die gerade der Volksstimme zur Verfügung gestellte Einwohnerstatistik. Die weist für Nitzow mit 468 Einwohnern ein Plus von fünf gegenüber dem Jahr 2018 aus.

Bürgerversammlung zum Ausbau des Glasfasernetzes im Januar – bisher legt der Zweckverband mit den Kommunen die Standorte der Verteiler fest, um im Anschluss die Trassen zur Verlegung planen zu können –, Arbeitseinsatz mit Beteiligung vieler Einwohner im März, Osterfeuer und der nach langer Pause wieder angebotene Tanz in den Mai, der Ausscheid der Feuerwehren zum 110. Feuerwehrgeburtstag, der Trödelmarkt sowie die Kommunal- und Europawahlen, die Internationale Kammermusik, das Sommerkino, das Strandfest, das Einheitsfeuer und der Weihnachtsmarkt zählen zu den Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Der Ortsbürgermeister freut sich, dass verschiedene Angebote dazu führen, dass der Festplatz seine Bedeutung zurückgewinnt.

Zur Bilanz gehört auch, dass die Fassade des Dorfgemeinschaftshauses mit Hilfe von Leader-Fördergeldern erneuert wurde. Hier ging der Dank des Ortsbürgermeisters an die bauausführenden Firmen und das Bauamt der Stadtverwaltung. Aber auch in anderen Dingen gibt es eine gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Bauhof.

Stellvertretend für alle, die die Ortschaft unterstützen, bedankte sich Karsten Grey bei Sigrun Paries vor allem für die Wiederbelebung des Sommerkinos und bei Eberhard Westphal für sein stetiges Engagement immer dann, wenn im Dorf eine helfende Hand benötigt wird. Die Bitte, im Engagement nicht nachzulassen und das Dorfleben mit frischen Ideen zu bereichern, richtete er an alle – auch die Jugend. Lobend hervor hob er die aktive und erfolgreiche Jugendfeuerwehr.

Für 2020 kündigte er ein Beibehalten der traditionellen Veranstaltungen an. Zudem forderte er alle auf, „sich weiterhin zu engagieren, sei es in den Vereinen, bei Arbeitseinsätzen zur Verschönerung unseres Ortsbildes oder bei Veranstaltungen. Das ist der Vorteil des dörflichen Lebens: Es kann jeder ein Stück dazu beitragen.“