Vehlgast-Kümmernitz l In der Einheitsgemeinde Havelberg ist Vehlgast-Kümmernitz nur noch eine von zwei Ortschaften – neben Nitzow –, die einen Neujahrsempfang im Veranstaltungsplan zu stehen haben. Traditionell laden Ortschaftsrat, Feuerwehr sowie Heimat- und Kulturverein dazu alle ehrenamtlich engagierten Bürger aus den Ortsteilen ein. Etwa 40 Einwohner waren der Einladung gefolgt. „Aber trotzdem sind leider noch viele Plätze frei geblieben“, konstatierte der stellvertretende Ortswehrleiter Torsten Mintus. „Zumal jeder Haushalt frühzeitig eine Wurfsendung mit der Einladung zum Neujahrsempfang erhalten hat.“

Keine größeren Einsätze

Anschließend blickte Torsten Mintus für die Ortsfeuerwehr auf das Jahr 2019 zurück. „Es gab glücklicherweise keine größeren Zwischenfälle, und wir sind angesichts der großen Trockenheit im Sommer auch von Waldbränden verschont geblieben.“ Die Ortsfeuerwehr habe wieder in gewohnter Art und Weise die Traditionsfeuer organisiert, wobei das erste, das Weihnachtsbaumverbrennen in Damerow, von den Einwohnern nicht so gut angenommen worden war. Am Sonnabend, 11. Januar, werden am Gerätehaus ab 19 Uhr übrigens wieder die ausgedienten Christbäume in Flammen aufgehen.

Osterfeuer am Schöpfwerk?

Für das diesjährige Osterfeuer regte der stellvertretende Ortswehrleiter an, dieses vielleicht einmal am Alten Schöpfwerk in Vehlgast auszurichten. „Da könnte man dann mal eine größere Sache draus machen.“ Auch half die Wehr 2019 beim Dorffest und freute sich über die Unterstützung der Stadt Havelberg und des Ortschaftsrates.

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Altersdurchschnitt bereitet Sorgen

„Was aber nach wie vor ein großes Problem darstellt, das ist der Altersdurchschnitt der Kameradinnen und Kameraden. Dieser liegt aktuell bei 55 Jahren.“ Was konkret bedeutet, dass dringend jüngere Einwohner zur Unterstützung der Aktiven gebraucht werden. „Was nützt die Technik hier, wenn das Personal nicht mehr da ist?“, stellte Torsten Mintus eine Frage für die Zukunft in den Raum.

Arbeitsgruppen sollen Feste vorbereiten

Auf einen recht hohen Altersdurchschnitt seiner Mitglieder müsse leider auch der Heimat- und Kulturverein Vehlgast-Kümmernitz blicken, berichtete dessen Vorsitzender Denny Flader. Für die Vorbereitung und Gestaltung von dörflichen Höhepunkten für 2020 kündigte er neue Abläufe an. „Wir wollen Arbeitsgruppen für die Feste bilden, in denen jeder nicht nur mitmachen, sondern in denen jeder auch seine Wünsche, die Veranstaltungen betreffend, äußern kann.“ Für die Umsetzung all dieser Wünsche und Ideen „brauchen wir aber vor allem auch jüngere Leute, die uns dabei tatkräftig unterstützen“.

Einwohner sind gefordert, mitzuwirken

Unter anderem, so Denny Flader, solle der Ablauf des diesjährigen Dorffestes in Damerow – 2019 sei es übrigens recht gut besucht gewesen – ändern. Ebenso habe die Premiere eines Glühweinfestes in Damerow erfreulicherweise einen ausgezeichneten Zuspruch gefunden. Aus diesem Grund sei dieses auch ein fester Bestandteil der Veranstaltungsplanung für 2020. „Als Verein können wir das alles jedoch nicht alleine stemmen. Das geht nur unter Einbeziehung der Einwohner“, so der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins.

Dank an alle Wahlhelfer

Ortsbürgermeister Hans-Günther Rose begann seine Festrede mit einem Dankeschön. Und zwar an alle ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer bei der Kommunal- und der Europawahl im Mai 2019. „Das war eine große Aufgabe, die sie hervorragend gemeistert haben.“ Nach diesem Wahltag habe sich dann auch der Ortschaftsrat neu formiert. Dessen Mitglieder stellte Hans-Günther Rose in dem Zusammenhang gleich noch einmal vor. Zu den ersten Aktivitäten der gewählten Volksvertreter gehörten die Dorfbegehungen in allen Ortsteilen von Vehlgast-Kümmernitz. „Ganz große Probleme sind von den Bürgern dabei nicht an die Ortschaftsräte herangetragen worden. Aber doch so manche Anregungen und Hinweise, an denen wir dran bleiben werden.“

Vielleicht doch ein Radweg

Dazu gehörte der Vorschlag, straßenbegleitend einen Radweg von Kümmernitz nach Havelberg zu bauen. „Das habe ich zunächst nur belächelt, doch wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, dass es im Land seit kurzem ein Programm gibt, das Dörfer fördern möchte, die mit dem Rad oder zu Fuß schwer zu erreichen sind. Die Stadt Havelberg hat das Programm aufgegriffen und sich schon mal für dieses vormerken lassen. Vielleicht ist das mit dem Radweg ja gar kein so großer Traum“, meinte der Ortsbürgermeister.

10.000 Euro fürs Dorfgemeinschaftshaus

Und er hatte noch einige gute Nachrichten mehr zu verkünden. So habe die Stadt Havelberg in den Haushalt für das laufende Jahr 2020 insgesamt 10.000 Euro für Sanierungsbedarf am und im Dorfgemeinschaftshaus Damerow eingestellt. Dazu weitere 30.000 Euro für den Fall, dass ein Förderprogramm ausfindig gemacht wird, welches den Bau des seit vielen Jahren gewünschten Rad- und Gehweges in der Ortslage Kümmernitz möglich macht. Im Frühjahr soll zudem im Einmündungsbereich der Havel in den Altarm eine offizielle Badestelle in Vehlgast eingerichtet werden. Mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrts­amt seien alle Abstimmungen dazu erfolgt.