Berufswahl

Neuntklässler der Sekundarschule Havelberg testen eine Woche lang Berufe

Eine Woche lang schnuppern Schüler aus den beiden neunten Klassen der Havelberger Sekundarschule „Am Weinberg“ derzeit in die Arbeit von Havelberger Firmen und Einrichtungen hinein.

Von Dieter Haase 16.07.2021, 06:31 • Aktualisiert: 16.07.2021, 06:42
Ronja Huthmann und Nele Kuska füllen den Kindern im „Zwergenland“ das Mittagessen auf. An dem Tag gab es Senfeier.
Ronja Huthmann und Nele Kuska füllen den Kindern im „Zwergenland“ das Mittagessen auf. An dem Tag gab es Senfeier. Foto: Dieter Haase

Havelberg - Das Herausfinden von beruflichen Interessen, die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung haben seit vielen Jahren oberste Priorität im Schulprogramm der Havelberger Sekundarschule „Am Weinberg“. Konkret beginnt das alles bereits ab der 7. Klasse. Ab der 8. Klasse ist dann in jedem Jahr ein Betriebspraktikum vorgesehen. Derzeit absolvieren dieses die Mädchen und Jungen aus der Klassenstufe 9. Zum ersten Mal allerdings, weil im Vorjahr aufgrund der Corona-Pandemie auch alle Praktika ausfallen mussten.

„Ich hatte mich auch schon in der 8. Klasse für ein Praktikum bei der Havelberger Stadtverwaltung angemeldet. Doch leider wurde dann wegen Corona nichts daraus. Aus dem Grund bin ich jetzt froh, dass es nun zum Ende der 9. Klasse geklappt hat“, sagt Elias Meier. Der 15-Jährige aus Warnau findet es „sehr interessant, die Tätigkeiten im Ordnungsamt kennenzulernen“.

Mitarbeit im Ordnungsamt der Stadt

Am Donnerstag zum Beispiel fuhr er mit Silke Lisges zu den städtischen Friedhöfen nach Damerow, Waldfrieden und Kümmernitz, wo unter anderem an Grabsteinen Rüttelproben vorgenommen wurden. „Dass das Ordnungsamt auch dafür zuständig ist, hat mich schon überrascht“, fand Elias. Mit seinem Interesse und seiner Arbeit vom ersten Tag an zeigt sich Silke Lisges „sehr zufrieden“.

In der 10. Klasse möchte sich Elias wieder für ein Praktikum im Rathaus bewerben. Was er später einmal beruflich machen möchte, darüber ist er sich noch nicht so einig. „Mit der Verwaltungsarbeit könnte ich mich schon anfreunden, aber auch vom Polizeiberuf wäre ich nicht abgeneigt.“ In seiner Freizeit ist er außerdem ein begeistertes Mitglied der Warnauer Jugendfeuerwehr und freut sich in der nächsten Woche dort auf die Abnahme der „Jugendflamme“, Stufe I.

Der Wunsch von Nele Kuska und Ronja Huthmann ist es, später einmal in einer Kindertagesstätte als Erzieherinnen zu arbeiten. Aus dem Grund haben sich beide Mädchen für ein Praktikum im Havelberger „Zwergenland“ entschieden. Jeder ist dort die Mitarbeit in einer Gruppe zugeteilt worden. „Wir machen drinnen und draußen Spiele mit den Kindern, basteln mit ihnen und gehen mit der Gruppe auch spazieren“, nennt Nele einige von den Tätigkeiten, die die Schülerinnen dort zu erfüllen haben.

Arbeit mit Kindern bereitet Freude

Auch das Mittagessen füllen die beiden 15-Jährigen den Kindern am Tisch auf. „Das macht mir alles so viel Freude“, fühlt sich Ronja in ihrem Berufswunsch bestätigt. „Ja, wir würden beide gerne noch viel länger als die eine Woche hier bleiben“, fügt sie an.

Aber natürlich freuen sich die Mädchen auch auf die in der nächsten Woche beginnenden Sommerferien, auch wenn dafür keine größeren Vorhaben geplant sind, wie sie verraten. Aber zumindest so manches Erlebnis mit der Familie.

Außerdem wünschen sie sich danach wieder ein ganz normales Schuljahr in der 10. Klasse. „Bloß nicht so wie in dem zu Ende gehenden Schuljahr 2020/2021, wo wir wohl die meiste Zeit im Homeschooling verbringen mussten.“

Als richtiger Tierliebhaber bezeichnet sich Domenic Engelmann. „Darum bin ich hier genau richtig“, erklärt er und meint damit die „EinkaufsZOOne“ in Havelberg. „Ich könnte mir vorstellen, Meerschweinchen und Mäuse auch als Haustiere zu halten.“ In dem Geschäft in der Semmelweisstraße ist er unter anderem für die Fütterung der meisten Tiere verantwortlich. „Ich überprüfe auch den Wasserstand in den Aquarien und fülle Wasser auf, wenn das notwendig ist“, berichtet er.

„Und auch die Mitarbeit bei der Warenbestellung, die Annahme der Waren, ihr Auspacken und Einsortieren mache ich gerne“, ist von Domenic zu erfahren. Auch aus seiner Sicht „ist die Woche eigentlich viel zu schnell vergangen“. Für die Firma seines Vaters hat sich Keven Winkelmann aus Kuhlhausen als Praktikumsbetrieb entschieden.

Eine ganze Menge Handwerk

Jeden Tag ging es auf eine andere Baustelle in Havelberg. Mal zum Dachfenster einbauen, mal zur Errichtung eines Flachdaches, mal zu Maurer- und Malerarbeiten.

„Da lernt man eine ganze Menge Handwerk, das in den fünf Tagen Praktika für viel Abwechslung sorgt“, findet Keven. „So macht es mir Spaß.“ Auch Vater Thorsten freut sich darüber, dass sein Sohn sich so dabei anstrengt.

Aber Keven sei das bereits von zu Hause gewöhnt, fügt er an. „Wenn es dort was zu tun gibt, dann muss er helfen.“ Vater und Sohn freuen sich bereits sehr auf die Sommerferien. Denn gleich zu deren Beginn steht in der nächsten Woche eine Reise nach Russland auf dem Plan. „Zu vielen schönen Erlebnissen“, verrät Thorsten Winkelmann schon mal.

Elias Meier möchte auch in der 10. Klasse in der Verwaltung arbeiten.
Elias Meier möchte auch in der 10. Klasse in der Verwaltung arbeiten.
Foto: Dieter Haase
Domenic Engelmann liebt Haustiere. Hier füllt er Futter in ein Aquarium. Aber auch deren Säuberung übernimmt er gerne.
Domenic Engelmann liebt Haustiere. Hier füllt er Futter in ein Aquarium. Aber auch deren Säuberung übernimmt er gerne.
Foto: Dieter Haase
Keven Winkelmann streicht im Oberfelder Weg eine Treppe.
Keven Winkelmann streicht im Oberfelder Weg eine Treppe.
Foto: Dieter Haase