Havelberg l „Wenn man zufrieden ist, ist man satt. Aber weder ich noch meine Soldatinnen und Soldaten sind das. Wir sind stolz auf das Erreichte und hungrig auf 2020“, erklärt der Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg, Oberstleutnant Ralph Peter, weshalb er im positiven Sinne unzufrieden ist beim Blick auf 2019. Denn das zu Ende gehende Jahr nicht als ein erfolgreiches Jahr zu beschreiben, wäre tatsächlich falsch. Das Bataillon hat viel erreicht und zum Ende des Jahres gab es dann auch noch die Erfolgsmeldung von der wieder nutzbaren Schwimmhalle.

Das Jahr hatte schon gut begonnen: Anlässlich des Neujahrsempfanges wurde die Regionalausstellung der Havelberger Pioniere „Brücken bauen“ eröffnet. Um die 1000 Besucher wurden bislang begrüßt. Eine Erweiterung der Schau ist geplant. Dann gab es eine große Marschübung mit über 330 Fahrzeugen und mehreren hundert Kilometern Strecke inklusive Überquerung der Elbe und Kriegsbrückenschlag auf der Havel.

Selbstvertrauen gestärkt

Ihrem ausgezeichneten Ruf sind die Pioniere beim Einsatz in Lübtheen gerecht geworden. Bei dem verheerenden Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern im Sommer stand es auf Messers Schneide. Beinahe hätte das Feuer auf Wohngebäude übergegriffen. Ralph Peter hatte am Vortag des Einsatzes seine Soldaten an der Absturzstelle der beiden Eurofighter besucht, die dort zur Wache abgestellt waren. Auf dem Rückweg fuhr er nach Lübtheen, kam dort gegen 23 Uhr an und sah die Gefahr. „Ich habe sofort mit dem Bataillon telefoniert. Am nächsten Tag mittags waren die ersten Kräfte von uns vor Ort, um 15 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge an, um 18 Uhr waren wir einsatzbereit“, denkt er noch immer mit Gänseshautgefühl an dieses Flammen­inferno Anfang Juli zurück. Havelberger Pioniere hatten mit Panzern kilometerlange Schneisen gezogen, um rings um die Brandfläche einen Riegel zu legen. „Für mich stellt sich die Frage nicht mehr, ob wir einsatzbereit sind“, sagt er in Bezug darauf, dass die Bundeswehr öfter in der Kritik der Öffentlichkeit steht. Im Ernstfall zeigt sich, was die Soldaten können. „Wir können uns am eigenen Erfolg messen. Das gibt Selbstvertrauen.“

Die Verbindung zur Bevölkerung von Lübtheen wird weiter bestehen. Zu Dankeschönfeiern waren die Soldaten eingeladen. Die Pioniere begrüßten Vertreter beim Bootskorso in Havelberg und luden sie bereits zum Havelbiwak 2020 ein, der für den 20. Juni geplant ist.

Zurückblickend auf 2019 nennt der Kommandeur zudem „die hervorragende Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in Havelberg“. Deren äußeres Zeichen wurde mit den Schildern an den Ortseingängen gesetzt. Sehr positiv ist auch das Adventskonzert zu werten, das erstmals im Dom stattgefunden hat. Die Spendengelder von über 8000 Euro werden zum Neujahrsempfang am 15. Januar im Wappensaal der Bundeswehr an die Empfänger übergeben.

Aktuell befinden sich um die 20 Soldaten aus Havelberg im Auslandseinsatz in Afghanistan – allesamt Spezialisten, die in Sachen Kampfmittelberäumung und Ausbildung der afghanischen Streitkräfte ihr Wissen vermitteln. Per Videoschaltung schickten die Pioniere beim Offiziersabend kurz vor Weihnachten Grüße an ihre Kameraden. Zudem gingen Weihnachtskarten und -päckchen in die Post. Ebenso ein Ortseingangsschild von Havelberg, das der Kommandeur und Bürgermeister Bernd Poloski beim Adventskonzert unterschrieben. Es soll so lange in Mazar-e Sharif bleiben, bis der letzte Soldat wieder im Heimatland angekommen ist.

Mit Blick auf 2020 nennt Oberstleutnant Ralph Peter die Grundausbildung, die wieder an den Standort Havelberg zurückkehrt. Dreimal im Jahr werden in der neu gebildeten vierten Kompanie bis zu 200 Soldaten ausgebildet.

Stab ist umgezogen

Einige Baumaßnahmen stehen an. Unter anderem wird das Stabsgebäude renoviert. Deshalb ist der Kommandeur samt Stab bereits in ein Ausweichquartier gezogen. Der Sprenggarten und der Sportplatz werden ebenfalls renoviert. Einsatzvorbereitung sowie Unterstützung der Kampftruppe sind weitere Aufgaben. Voraussichtlich im Herbst wird es wieder eine Marschübung geben. Bei Material und Personal ist das Soll noch nicht ganz erreicht. Aber, das ist doch gerade die Kunst, dennoch auf ziemlich hohem Niveau zu arbeiten, so der Kommandeur.