Klietz l Laut einem externen Gutachten, was der Landkreis 2017 unter anderem zur Überprüfung der Hilfsfristen im Rettungsdienst in Auftrag gegeben hatte, müssen im Landkreis Stendal  an vier Standorten neue Rettungswachen errichtet werden, damit die Vorgaben künftig eingehalten werden. Neben Klietz werden auch in Stendal, Bismark, Iden und Windberge zusätzliche Wachen errichtet.

Die Hilfsfrist beträgt für den Rettungswagen zwölf Minuten – eine Zeitspanne, welche von Havelberg bis Klietz auch unter optimalen Bedingungen nur schwer zu schaffen sein dürfte.Und zwar bei mindestens 95 Prozent aller Einsätze. Die Quote lag 2017 im Landkreis bei gerade mal 68 Prozent – das Hauptargument für die neuen Wachen.  Der Notarzt muss innerhalb von 20 Minuten am Einsatzort eintreffen.

Rund um die Uhr besetzt

Der Zuständigkeitsbereich der rund um die Uhr besetzten Klietzer Wache würde von Schönfeld im Norden bis Hohengöhren im Süden reichen, er umfasst ebenso Schollene mit all seinen Ortsteilen, den Übungsplatz und die drei Damm-Orte. Derzeit ist für den Schollener Bereich im Zuge der Amtshilfe die Rettungswache Rathenow zuständig, ebenso der dortige Notarzt.

Träger des bodengebundenen Rettungsdienstes ist der Landkreis, welcher Leistungserbringer wie die Johanniter-Unfallhilfe damit beauftragt. Die Kosten bezahlen die Krankenkassen. Für die Absicherung der Notarzt-Versorgung ist laut Landes-Rettungsdienstgesetz die Kassenärztliche Vereinigung zuständig.

Grundsätzlich nur Neubau von Wachen

Die neuen Wachen – sie sollen unter anderem aus Kostengründen grundsätzlich neu errichtet werden – waren vor einiger Zeit auch Thema auf der Sitzung des Kreis-, Vergabe- und Personalausschusses. Beigeordneter Sebastian Stoll vom Landkreis informierte dort auf Nachfrage eines Abgeordneten, dass es noch keine Bau- oder Fertigstellungstermine für die Rettungswachen gebe, da man sich noch in Verhandlungen mit potenziellen Investoren befindet.

Geplant ist, dass Investoren die Wachen errichten (die Kosten liegen zwischen 500.000 und 700.000 Euro) und der Landkreis dann als Hauptmieter über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren fungiert. Die aktuellen Mietverträge laufen zwischen 2020 und 2022 aus, entsprechend wird dann neu geplant. Das letzte Wort haben die Krankenkassen, da sie die Kosten tragen.

Damit ist die Überlegung mancher Klietzer vom Tisch, die leerstehende Sparkassenfiliale als Rettungswache herzurichten. Denn neue Wachen müssen grundsätzlich nach der DIN 13049 errichtet werden, womit die Ausrückefrist auf eine Minute reduziert wird. Zudem soll die Wache in der Seegemeinde an der Peripherie errichtet werden – favorisiert ist derzeit ein Standort am Ortsausgang nach Mahlitz. Somit wäre man auch rasch im Schollener Bereich. Doch müssen am Standort alle Bedingungen stimmen, wie das Vorhandensein von entsprechenden Medien (Abwasser, Strom, Wasser) sowie sichere Ein- und Ausfahrten.

Laut den neuen Planungen werden sich auch die Einzugsbereiche für den Notarzt ändern – der diensthabende Havelberger Mediziner ist dann auch für den Schollener Bereich zuständig. Entsprechend schrumpfen wird der Einzugsbereich für die Rettungssanitäter der Domstadt, im Süden sind sie dann nur noch bis Wulkau und Kamern zuständig.

Stationiert wird in Klietz ein Rettungswagen, deren Anzahl im Landkreis steigt von derzeit acht auf dann 13 Einsatzfahrzeuge. Schönhausen, Wust und Fischbeck werden auch weiterhin von der Rettungswache Stendal aus angefahren, gleiches gilt für den Notarzt.