Warnau/Rathenow l Im Achtelfinale des Landespokalwettbewerbes Sachsen-Anhalt werden die Fußball-Profis aus Magdeburg von den Amateuren des SSV Havelwinkel Warnau erwartet. Am 12. Oktober um 14 Uhr ist es soweit: Im Stadion Vogelgesang in Rathenow wird das mit Spannung erwartete Spiel angepfiffen. „Die Stimmung in meiner Mannschaft ist sehr gut, alle Spieler brennen förmlich darauf, dem Favoriten das Weiterkommen so schwer wie möglich zu machen“, so SSV-Trainer Ralf Franke. „Auf jeden Fall dürfte das Spiel aber wieder ein Erlebnis für alle werden, die dabei sind – so wie schon am 2. September 2016, als wir, ebenfalls im Pokalwettbewerb, den Magdeburgern mit 0:8 unterlegen waren.“

Warnauer wollen sich gut verkaufen

So viele Gegentore sollen es am 12. Oktober aber nicht werden. „Wir haben uns vorgenommen, uns gegen den 1. FCM dieses Mal besser zu verkaufen als 2016. Denn die Mannschaft, die damals noch in der Landesklasse spielte, ist mit den Jahren erfahrener, reifer geworden und will sich auf keinen Fall gleich wieder in den ersten zehn Minuten zwei Gegentreffer einfangen – wie in der Partie vor drei Jahren. Wir wollen dieses Mal ein gutes Bild von uns abliefern. Wenn es uns gelingen würde, nicht mit mehr als mit fünf Toren Unterschied zu verlieren, dann wäre das für mich schon eine kleine Sensation“, so Ralf Franke.

An ein Wunder wird nicht geglaubt

Und er macht auch keinen Hehl daraus: „Uns trennen als Landesligist ganze Welten von der 3. Bundesliga. Wer da an ein Wunder glaubt, der hat keine Ahnung vom Fußball.“ Der Trainer und die Mannschaft wünschen sich ein großes Pub­likum, vor allem natürlich viele Warnauer Fans und Fußballfreunde aus der Umgebung – der Kartenvorverkauf ist ganz ordentlich gelaufen, Restkarten gibt es in Rathenow dann noch an der Tageskasse – , und schönes Wetter.

Elfmeterschießen wird geübt

Und auch auf ein kleines Erfolgserlebnis. Das wäre dann so etwas wie ein 0:5 – oder noch besser ein 1:5 oder ein 1:6. „Ein Ehrentor gegen die Magdeburger zu schießen, das wäre hinterher wirklich schon ein kleines Fest wert“, schmunzelt der Trainer. Und holt, durchaus auch etwas spaßig gemeint, noch weiter aus: „Im Training, ja selbst unmittelbar vor dem Spiel in Rathenow werden wir auch noch fleißig Elfmeterschießen üben.“

Erneutes Losglück

„Schon 2016 haben wir niemals damit gerechnet, dass wir mit dem 1. FC Magdeburg gleich in der zweiten Runde des Landespokalwettbewerbes einen so attraktiven Gegner bekommen würden. Und nun gleich noch einmal – davon hätten wir niemals zu träumen gewagt“, freut sich Carmen Thiel, die Vorsitzende des SSV Havelwinkel Warnau, über das erneute Losglück in diesem Jahr. „Ein Achtelfinale im Landespokalwettbewerb haben wir noch nie erreicht. Und dieses spielen wir gegen den 1. FC Magdeburg. Wir hätten nie gedacht, dass wir den FCM so schnell wiedersehen. Das wird mit Sicherheit der Höhepunkt des Jahres. Ganz egal, wie die Partie ausgeht.“

Fahnen und Luftballons statt Böller

Für die Fans sind in den vergangenen Tagen rund 60 kleine grüne Stofffähnchen von Vereinsmitgliedern angefertigt worden, die dann zum Spiel in Rathenow ausgegeben werden sollen. „Das Motto unseres Vereins lautet nämlich: ,Fahnen und Luftballons statt Böller‘. Unsere Anhänger wissen, dass wir gegenüber ihnen sehr ungemütlich werden können, falls in ihrem Block ein Böller explodieren sollte. Da verstehen wir absolut keinen Spaß“, macht die Vereinsvorsitzende deutlich.

Eckfahnen werden mitgenommen

Und natürlich haben auch die Luftballons immer die Farbe grün. Zum Spiel nach Rathenow mitgenommen werden zudem selbst die Eckfahnen vom Fußballplatz in Warnau: Denn sie sind ebenfalls grün.

Landesstraße ist gesperrt

Carmen Thiel verweist alle Fußballfreunde aus der Region noch einmal darauf, dass sie ihre Anfahrt nach Rathenow entweder über Rhinow oder über Klietz planen sollten, wenn sie aus dem nördlichen Teil des Elb-Havel-Winkels anreisen. Denn die Landesstraße von Schollene aus über Steckelsdorf nach Rathenow ist seit dem 7. Oktober aufgrund von Straßenbauarbeiten voll gesperrt.

Viele fleißige Helfer

Die Vereinsvorsitzende hat seit vielen Tagen mit Helfern voll zu tun, um in Rathenow alles bestens für das morgige Achtelfinale vorzubereiten. Unter anderem wird vom SSV Havelwinkel dort eine VIP-Lounge betreut. Die Ortsfeuerwehr Warnau hilft dafür unter anderem mit einem Zelt für das Catering aus; als Helfer in den vergangenen Tagen waren und sind Mitglieder unter anderem von der Frauensportgruppe und von der Rentner­brigade des Vereins im Einsatz. „Der ganze SSV Havelwinkel ist auf den Beinen“, beschreibt es Carmen Thiel. „Und von Tag zu Tag wird die Aufregung bei uns immer größer. Aber auch der Druck wächst, bei der Vorbereitung alles so gut wie nur möglich zu machen.“

Dank für tolle Unterstützung

Froh ist sie über die hervorragende Unterstützung durch den Sportverein Optik Rathenow, namentlich dabei vor allem durch den Cheftrainer des Rathenower Regionalligisten Ingo Kahlisch.

Nicht wieder ein Eigentor schießen

Was sie sich von dem Spiel gegen die Magdeburger persönlich wünscht? „Von einem Sieg träumen wir natürlich nicht. Dafür ist der Klassenunterschied einfach zu groß. Aber wir wollen unsere Fangemeinde auch nicht enttäuschen und ein gutes Spiel abliefern. Und nicht wieder ein Eigentor wie 2016 schießen“, fügt sie an. „Dann schon besser ein Tor, das für uns Warnauer zählt.“

Auflaufkinder aus Warnau

Aufgeregt sind übrigens auch eine ganze Reihe von Mädchen und Jungen vor dem Sonnabend-Spiel. „Alle kleinen Kicker aus unserer erst zum Saisonbeginn ins Leben gerufenen E-Junioren-Mannschaft sowie mehrere Kinder von unseren Landesliga-Fußballern werden zum Pokalspiel als Auflaufkinder mit aufs Feld laufen“, berichtet Carmen Thiel. Das dürften die Kleinen sicherlich nie vergessen.