Havelberg l Die Geschichte der Prignitz steht im Mittelpunkt eines Kurses, den die Kreisvolkshochschule Prignitz anbietet. An zehn Terminen besuchen die Teilnehmer geschichtsträchtige Orte im Land Brandenburg und in Sachsen-Anhalt. Denn die Wiege der Prignitz ist Havelberg mit seinem früheren Bischofssitz am Dom. In dieser Woche erfuhren die Teilnehmer von der Leiterin des Prignitz-Museums in Havelberg, Antje Reichel, viel Wissenswertes zur Christianisierung der Prignitz.

Die Exkursion begann auf dem Domplatz am Stadtmodell. Antje Reichel berichtete unter anderem von Bischof Dudo, der im 10. Jahrhundert von Otto I. den Auftrag erhielt, eine erste Kirche in Havelberg zu errichten. Doch gab es 983 einen Aufstand der Lutizen und Havelberg war wieder fest in slawischer Hand. 1147 war es Albrecht der Bär, der seinen Kreuzzug in die Prignitz führte, um die Christianisierung voranzutreiben. Mit dabei Bischof Anselm als päpstlicher Legat. Ein Jahr später fand in Havelberg ein Hoftag statt und es folgte die Grundsteinlegung für den Dom. Die romanische Basilika wurde 1170 geweiht.

„Ich bin Urprignitzerin und mir liegt viel daran, Havelberg als Wiege der Prignitz herauszustellen. Im Kurs kann ich noch was dazulernen über die Geschichte der Prignitz“, begründet die Kümmernitzerin Roswitha Frontzek ihre Teilnahme. Der Kurs wird unterstützt vom Förderkreis Prignitzer Museen, dem auch das Havelberger Museum angehört. Unter der Leitung von Dozent Philippe Carasco gehen die Teilnehmer noch bis Dezember immer Mittwochnachmittag auf Exkursion. Die Einführung hatte im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg stattgefunden. Themen sind unter anderem „Slawen und Ostsiedlung“ im Wegemuseum Wusterhausen, die Reformation im Kloster Stift Heiligengrabe, der Dreißigjährige Krieg in Wittstock/Dosse, die Industrialisierung in der Museumsfabrik Pritzwalk sowie „Kirche und Staat“ im Kloster Stift Marienfließ. Der Kurs ist ausgebucht, berichtet Nancy Wagener von der Volkshochschule in Perleberg. Das Angebot am Nachmittag ist sehr gut angekommen. Im Frühjahr lagen die Termine am Vormittag. Da war das Interesse nicht so groß. Ob es einen weiteren Geschichtskurs geben wird, steht noch nicht fest. Das Programm wird derzeit abgestimmt.

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