Hochwasserschutz

Sanierter Elbdeich bei Neuermark-Lübars ist jetzt über 100 Meter kürzer

Ein weiterer normgerecht sanierter Elbdeichabschnitt wurde jetzt auf Höhe Neuermark-Lübars an den Landesbetrieb für Hochwasserschutz übergeben. Investiert wurden 3,6 Millionen Euro.

Von Ingo Freihorst
Ein weiterer sanierter Elbdeichabschnitt wurde bei Neuermark-Lübars vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz, vertreten durch Marco Schirmer und Tobias Koch (von rechts), abgenommen.
Ein weiterer sanierter Elbdeichabschnitt wurde bei Neuermark-Lübars vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz, vertreten durch Marco Schirmer und Tobias Koch (von rechts), abgenommen. Foto: Ingo Freihorst

Neuermark-Lübars

Der Elbdeich zwischen der Fährüberfahrt Neuermark-Lübars und Hohengöhren wird seit einiger Zeit saniert. Dies erfolgt wegen der Gesamtlänge von über 4,5 Kilometern in vier Abschnitten. Der Abschnitt zwischen der Fährüberfahrt und der alten NVA-Bahntrasse bei Neuermark-Lübars war bereits übergeben worden, jetzt folgte der zweite Abschnitt.

Dieser ist insgesamt 1,3 Kilometer lang, ist von Marco Schirmer, dem zuständigen Flussbereichsleiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz (LHW), zu erfahren. Der Abschnitt war kompliziert, denn die Deichtrasse musste auf über 100 Metern Länge optimiert – also begradigt werden.

Neues Gewässer im alten Schlenker

Dort, wo der alte Deich einen Schlenker machte, wurde ein Gewässer als Ausgleich für den Naturschutz angelegt. Durch die Optimierung schmolz die effektive Deichbaulänge auf 1200 Meter.

Seit fast zwei Jahren – konkret seit Juni 2019 – saniert die Firma Contrans aus Tangerhütte den Deich. Der Wall wurde entsprechend der neuen Vorgaben nach der Flut von 2013 erhöht und erhielt auf der Landseite eine befahrbare Berme. Denn im Juni 2013 war zum Beispiel bei Hohengöhren kein Herankommen mehr an den Deich gewesen – mit einer Berme wäre das nicht passiert. Zudem wurden sowohl die Berme als auch der Deichkronenweg zwecks besserer Verteidigung befestigt, die Krone mit Asphalt, die Berme mit Betonspurbahnen.

Spundwand verstärkt Deich wegen der Scharlage

In einem Bereich, wo der Deich nahe an der Elbe lag – Fachleute sprechen in diesem Fall von einer Scharlage – musste zur besseren Standfestigkeit eine Spundwand auf der wasserseitigen Böschung eingebracht werden. Wie bei anderen Bauvorhaben hatten auch hier vorab die Kampfmittelräumer die Bautrasse abgesucht – an der Elbe hatten vor nunmehr 76 Jahren die letzten Gefechte des Zweiten Weltkrieges stattgefunden.

Zudem gab es wegen des Naturschutzes auch hier eine ökologische Baubegleitung. Unter anderem mussten fünf alte Weiden umgesetzt werden, welche einen geschützten Käfer namens Eremit beherbergten. Neben dem bereits erwähnten Gewässer werden als Ausgleich für die Deichsanierung auch noch Ersatzpflanzungen im Deichvorland erfolgen, was für den Herbst geplant ist, informierte der Projektverantwortliche vom LHW, Tobias Koch.

Große Pfähle markieren den Deichschutzstreifen

Unter anderem wegen der Optimierung und der Spundwand investierte der LHW allein in diesen Abschnitt 3,6 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds ELER. Apropos Landwirtschaft: Die Flächen für die Materiallagerung stellte die örtliche Agrargenossenschaft zur Verfügung, das Areal wurde nach Ende der Bauarbeiten wieder entsprechend hergerichtet.

Neu sind übrigens die großen Betonpfähle, welche auf der Landseite den fünf Meter breiten Deichschutzstreifen weithin sichtbar markieren. Diese werden seit kurzem bei allen Sanierungen errichtet. Denn immer wieder war es vorgekommen, dass bei Feldarbeiten der Schutzstreifen umgepflügt worden war – das dürfte damit nicht mehr passieren.