Sandau l  Grund sind die unpassenden Ziegel, welche hier verwendet wurden: Sie sind zu leicht und können auch nicht entsprechend befestigt werden, so dass sie sich vor allem auf der Wetterseite im Nordwesten bei jedem stärkeren Wind anheben und das Regenwasser hindurchlassen. Schon als die Sandauer ihren im Krieg zerschossenen Turm wieder aufbauen wollten, wies die Kreiskirche darauf hin, dass es doch wichtiger wäre, erst einmal ein neues Dach aufzubringen.

Das soll nun endlich erfolgen. Um die 600.000 Euro sind laut ersten Schätzungen dafür erforderlich. Insgesamt 1000 Quadratmeter Dachfläche müssen neu eingedeckt werden. Ausschlaggebend dürfte bei den Endkosten der Denkmalschutz sein: Werden von ihm Kirchenbiber verlangt oder die zwei bis dreifach so teuren Handstrichziegel?

Großer Schritt zum Ziel

Gestern kam die Kirchengemeinde als Bauherr ihrem Ziel einen großen Schritt näher: Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger übergab Pfarrer Hartwig Janus einen Zuwendungsbescheid der Landesregierung über 140.000 Euro. Zusammen mit knapp 150.000 Euro an Eigenmitteln von Landeskirche, Kirchenkreis und Kirchengemeinde sowie einer Lotto-Toto-Spende stehen nun schon mal etwas über 300.000 Euro zur Verfügung.

CDU-Landtagsmitglied Chris Schulenburg hatte dafür gekämpft, dass das Projekt vom Land gefördert wurde. Der Staatssekretär lobte das jahrelange Engagement der Sandauer beim Turmbau, welche sich die Förderung somit redlich verdient haben.

Das Büro von Stefan Tietke aus Havelberg wird nun die Planung für den ersten Abschnitt erstellen, im Sommer soll ausgeschrieben werden. Zuerst kommt das Hauptdach an die Reihe, wenn das Geld reicht, auch noch die Seitendächer. Zuletzt folgen Chor- und Apsisdach.