Kamern l „Unserer Kindertagesstätte wurde am 1. Juni 1953, also zum Internationalen Kindertag, eröffnet“, informierte Kita-Leiterin Esther Schmidt beim Besuch auf der Baustelle. Natürlich werden sowohl das 65-jährige Bestehen als auch der Kindertag würdig gefeiert. Dass dies sicherlich erst mit Verspätung erfolgen kann, sei mit Blick auf die dann rundum energetisch sanierte Kita nicht so schlimm. Derzeit sind etwa 30 Kinder in der Klietzer Kita untergebracht und der Hort im Jugendklub.

Planer Michael Wege aus Havelberg erläutert auf der Baustelle, wo überall Handwerker wuseln, die Einzelheiten. Weil die energetische Sanierung im Vordergrund steht, wurde die oberste Decke gedämmt, ebenso die Dachschrägen im Obergeschoss. Teils wurden in den Gruppenräumen Decken abgehängt, das spart zum einen Heizenergie und zum anderen verbessert sich dadurch die Akustik. Schließlich kann es in Kitas auch mal recht laut werden.

Saniert werden auch das Büro der Leiterin, das Personal-WC erhielt einen neuen Standort, diese Räume erhalten neue Fenster. Alle Krippen-und Kita-Räume erhalten zudem neue Bodenbeläge und überall werden neue Türen eingebaut – die nostalgischen Türdrücker sind dann Geschichte. Zu guter Letzt erhalten die Fenster der Gruppenräume Sonnen- und Insektenschutz.

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Geheizt wird ab sofort mit Holzpellets

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Heizung: Die alte Ölheizung wurde Anfang des Monats ausgebaut, eine Holzpelletheizung wird sie ersetzen. Das Öllager wird zum Pelletlager. Dazu musste auch die komplette Heizanlage im Haus umgebaut werden, die noch von der Schwerkraftheizung stammenden alten Heizleitungen werden durch dünnere ersetzt, zudem gibt es neue Heizkörper – diese wurden dieser Tage gerade angebaut.

Der Brandschutz bildet den dritten Schwerpunkt. Die beiden Treppenhäuser, welche einst offen waren, wurden deshalb mit Trockenbauwänden verschlossen, zudem erhalten diese Fluchtbereiche Brandschutztüren. Die Trockenbauer der „Müggenbuscher Maler“ verspachtelten gerade die letzten Fugen in den Wänden. Ferner wird eine Entrauchungsanlage eingebaut, welche im Notfall den Qualm nach draußen bläst. Eine Hausalarmanlage wird auch installiert.

Neu verlegt wurde die komplette Elektrik, was ja ebenfalls im Sinne des Brandschutzes ist, die Rohinstallation ist bereits abgeschlossen. In dieser Woche nahmen die Maler ihre Arbeit auf. Eingebaut werden zwei neue Dachfenster sowie Ausstieg und Laufsteg für den Schornsteinfeger, die Küche wird neu ausgestattet.

Die Zusammenarbeit mit der Leierin der Kita habe gut geklappt, berichtete Michael Wege. Auch die Kollegen wurden mit einbezogen, man habe zusammen immer gute Lösungen gefunden. Die Gesamtkosten der Sanierung in Höhe von etwa 360.000 Euro werden der Verbandsgemeinde über das Förderprogramm „Stark V“ komplett erstattet.