Sandau l Am Ortsausgang in Richtung Havelberg begannen die Arbeiter der Stendaler Firma Matthäi, welche die Ausschreibung der Landesstraßenbaubehörde gewonnen hatte,  mit dem Betonieren der Gosse. Früher ging es nicht, denn es hatte in der Vorwoche noch geregnet – Betonieren wäre dann schlecht möglich gewesen.

Das feuchte graue Gemisch fließt auch hier wie beim Wegebau aus einem Betonfertiger, nur dass der Betonstreifen hier in der Elbestadt etwas schmaler ist. Der Transport der Masse erfolgt diesmal recht umweltfreundlich: Viel Diesel wird nicht verbraucht, denn der Beton wird aus der Mischstation der Firma Gilde im nahen Gewerbegebiet geholt.

80 Meter mit einer Lkw-Füllung

Acht Kubikmeter Beton passen auf einen Transporter, die Masse wird beim Fahren stetig gemischt. Mit einer Ladung können um die 80 Meter Gosse gegossen werden, war auf der Baustelle zu erfahren. Das Wetter meinte es diesmal gut mit den Arbeitern, es war nicht all zu heiß. Denn bei über 31 Grad Celsius ist Ritze mit dem Betonieren – die Masse bindet dann zu schnell ab und es bilden sich Risse. Diese will man auch in einer Gosse nicht haben.

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Bislang werde der Bauzeitenplan eingehalten, war auf Nachfrage von Manfred Krüger, Leiter der Landesstraßenbaubehörde Nord in Stendal, zu erfahren. Ziel bleibt weiterhin, Ende August fertig zu werden – auch ohne Pferdemarkt.

Ein größeres Projekt wurde inzwischen beim Bau der Ortsdurchfahrt abgeschlossen – der Einbau eines Durchlasses am alten Bahnhof. Dieser bestand aus mehreren Betonfertigteilen und ist für den Schwerlastverkehr geeignet. Auch alle weiteren unterirdischen Bauvorhaben sind beendet – der Wasserverband Havelberg hatte bei der Gelegenheit gleich an sieben Stellen die Straße querende Wasserleitungen erneuert. Jetzt gehe es mit dem konstruktiven Straßenbau weiter, erklärte der Behördenleiter.

Wasserleitungen an sieben Stellen gewechselt

Auf der etwa zwei Kilometer langen Baustrecke wurden auch die etwa 150 Straßenabläufe teilweise erneuert. Ist der beiderseits der Fahrbahn verlaufende Gossenbeton nach einiger Zeit ausgehärtet, beginnt der sogenannte „konstruktive Fahrbahnaufbau“, erklärte Manfred Krüger.

Bereits im Vorfeld wurden defekte Bordsteine ausgetauscht – so manche wiesen Spuren von Panzerketten auf – und auch der Gehweg wurde ausgebessert. Nicht nur die Fahrbahn ist in Sandau fertigzustellen, auch Nebenanlagen wie Bushaltestellen oder Parktaschen.

Und – für die Stadt ganz wichtig – auch die Schachtdeckel werden teils ausgetauscht, manche entfallen ganz. Diese sollen sich möglichst nicht in der Rollspur befinden, erklärte Manfred Krüger. Also in dem Bereich, wo die Reifen entlang rollen. Was in Sandau leider nicht überall der Fall war, so dass die verschuldete Stadt jedes Jahr einige tausend Euro zusätzlich für Reparaturen der abgesackten Schachtdeckel bereitstellen musste. Zuletzt wurde es noch teurer, denn es wurden nur noch Deckel eingebaut, die auch für den Schwerlastverkehr tauglich waren.

Land stellt über 1,7 Millionen Euro bereit

Die Ortsdurchfahrt war Mitte der 1990er Jahre bereits umfassend saniert worden. Die Nutzungsdauer einer Bundesstraßenfahrbahn beträgt in der Regel 12 bis 14 Jahre, es wurde also Zeit. So waren inzwischen auch schon die oberen Schichten des Asphalts verschlissen.

Für die Sanierung der Bundesstraße wurden vom Land über 1,7 Millionen Euro bereitgestellt, aber auch die Stadt muss einen Eigenanteil für den Bau von Nebenanlagen zahlen. An fünf Stellen können die Sandauer die Bautrasse überqueren, welche die Elbestadt derzeit teilt.

Der Durchgangsverkehr wird über den Quappenwinkel und Wulkau umgeleitet. Die Sandauer Umfahrung dürfen nur Anwohner, der Personennahverkehr sowie Entsorgungs- und Einsatzfahrzeuge nutzen – ab und an wird auch kontrolliert. Die Umfahrung wird nach dem Ende der Arbeiten natürlich wieder hergerichtet.