Filteranlage

Saubere Luft fürs Computerkabinett im Havelberger Schülerinstitut

Von Dieter Haase
Das Havelberger Schülerinstitut hat für sein Computerkabinett eine vom Repaircafé in Stendal entwickelte Filteranlage in Empfang genommen. Von links: Reza Gharehdaghi aus Stendal, SITI-Leiter Hannes König und Dietrich Zosel aus Stendal. Foto: Dieter Haase

Havelberg

Als erste Einrichtung für Kinder und Jugendliche in Havelberg verfügt das Schülerinstitut für Technik und angewandte Informatik (SITI) seit einigen Tagen über eine Filteranlage gegen alle möglichen Arten von Viren. Es ist keine handelsübliche Anlage. Das Repair-Café in Stendal, mit Sitz in der Breiten Straße, das eines der ersten seiner Art in Sachsen-Anhalt gewesen ist, ist der Entwickler. Den Schwerpunkt in diesem Repair-Café bildet die Elektronik. Hier werden aber auch andere defekte Alltagsgegenstände in angenehmer Atmosphäre gemeinschaftlich repariert: Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Textilien, Fahrräder, Spielzeug und viele andere Dinge mehr. Ziel es ist, Müll zu vermeiden, Ressourcen zu sparen, damit die Umwelt zu schonen und nachhaltige Lebensweisen in der Praxis zu erproben.

Eigenentwicklung des Repair-Cafés

Die Mitarbeiter Dietrich Zosel und Reza Gharehdaghi haben die in einem geschlossenen Gehäuse eingebaute Filteranlage dem Leiter des SITI, Hannes König, persönlich überbracht und erläutert. Sie besteht vollständig aus recyclebarem Material und ist für das Computerkabinett im Schülerinstitut gedacht, in dem sich die meisten Arbeitsplätze für die Mitglieder befinden und das auch als Beratungs-, Schulungs- und Versammlungsraum dient. Die Besonderheiten des Filters bestehen unter anderem darin, dass die beiden hier eingebauten speziellen 36-Watt-Osramlampen auf einer Länge von 240 Nanometer arbeiten und durch die senkrechte Luftströmung eine horizontale Ausbreitung von Aerosolen verhindert wird.

Total saubere Luft ist das Ergebnis

„Sämtliche Bakterien, Viren, Sporen undsoweiter, die der senkrechte Luftstrom der Anlage von unten ansaugt, werden durch Energieaktivität getötet. Anschließend wird gründlich desinfizierte, total saubere Luft wieder aus der Anlage ausgestoßen“, erklärte Dietrich Zosel unter anderem kurz und knapp die Funktionsweise des technischen Gerätes. Ein Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass sich in einem bestimmten Bereich unterhalb der Filteranlage das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht mehr zwingend erforderlich macht, wenn sich das Gerät im Betrieb befindet.

Möglichkeit für eine Forschungsaufgabe

SITI-Leiter Hannes König sieht in der Filteranlage zudem für seine jungen Mitglieder eine Möglichkeit für eine neue Forschungsaufgabe. „Die Schüler könnten dabei bildlich darstellen, was in der Anlage mit der angesaugten Luft so alles passiert.“

Derzeit muss die Arbeit ruhen

Derzeit ist das allerdings nicht möglich. Denn wegen der zu Wochenbeginn erneut angeordneten Schulschließung darf auch im Schülerinstitut nicht gearbeitet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten zumindest noch die Mitglieder von Schülerfirmen und von „Jugend forscht“ Zutritt - vorausgesetzt ein negativer Corona-Schnelltest konnte nachgewiesen werden.