Havelberg l Zum 20. Geburtstag des SITI im Sommer gehörte Lasse Schulze zu denjenigen, die den Tag der offenen Tür nutzten, um sich über das SITI zu informieren. Er war begeistert und wurde Mitarbeiter der Schüler-Gießerei. Am Freitagnachmittag zum Tag der offenen Tür, den das SITI immer im neuen Schuljahr veranstaltet, war er derjenige, der den Besuchern bereits die Kunst des Gießens zeigte. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Aluguss SGmbH Dustin Grimmer und Tim Krepp. Der Zwölftklässler des Gymnasiums und der Zehntklässler der Sekundarschule arbeiten bereits drei Jahre in der Firma und geben Lasse ihre Erfahrungen weiter. Vielleicht übernimmt er die Geschäftsführung, wenn sie im nächsten Sommer die Schule verlassen.

Es ist besonders lehmhaltige Erde, die für die Gussform benötigt wird. Sie muss fest im Rahmen sein, sonst bröckelt sie und der Guss wird nicht perfekt. Bis die perfekte Form gelingt, braucht es einige Anläufe. Am Freitag ist es soweit. Lasse hat die erste perfekte Form hergestellt, lobt Dustin Grimmer. Er berichtet, dass die Schülerfirma seit Dezember 2018 zertifiziert ist und Ulrich Gruber aus der Sekundarschule ein guter Abnehmer der noch zusammengehörenden Rohlinge ist. Im Technikunterricht üben die Schüler daran das Schleifen und Sägen. Denn bis die gegossenen Stücke, wie am Freitag etwa die Smileys, fertig sind, erfolgen einige Arbeitsschritte. „Die Vielfalt macht Spaß“, sagt der Geschäftsführer und zeigt außerdem, was als nächstes Produkt entwickelt wird: das Pferdemarktlogo. Noch wird am ordentlichen Prototyp gearbeitet. Denkbar ist die Gestaltung als Pokal. Möglicherweise kann man sich den zum nächsten Havelberger Pferdemarkt bereits kaufen. Lasse hat unterdessen aus dem 900 Grad heißen Ofen flüssiges Aluminium herausgeholt und füllt es in die Form. Vier von sechs Smileys werden richtig gut. „Das ist normal, oft werden nur 50 Prozent was“, sagt Dustin Grimme.

Nicht mit Metall, sondern mit Holz haben die Jungs von „Formel future“ zu tun. Ihre Schwibbögen mit Motiven von Havelberg und Sandau sind seit Jahren der Renner. Auch von Tangermünde gibt es nun einen solchen. Lolita Koth nutzte die offenen Türen, um ihrem Enkel Jonas Richter bei der Arbeit zuzuschauen. Im Computerraum interessierte sich Sven Jahnke besonders für das Trickfilmstudio. Er war mit seiner Oma Astrid ins SITI gekommen. Am PC arbeitet er ohnehin gern. Nächsten Freitag will er sich anmelden und Mitglied im SITI werden. „Dann können wir einen Ball hopsen lassen“, machte ihn Betreuerin Verena Fischer neugierig.

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Einige Neuanmeldungen gingen am Freitag ein. Als nächstes steht zum Beispiel „Jugend forscht“ an. Im November werden die Projekte angemeldet. „Ich bin zufrieden. In den sechs Schülerfirmen sind alle offenen Stellen besetzt und auch ,Jugend forscht‘ ist gut angelaufen“, sagt SITI-Chef Hannes König. Und in Kürze geht das zweite Theaterstück auf Tour.