Schönhausen l Die Schulplanung war auch bei der Zusammenkunft der BI "Lebendiges Elbe-Havel-Land" in der Schönhauser Bowlingbahn das große Thema. Die Ehrenamtlichen verstehen sich dabei aber lediglich als Helfer. „Eine Position werden wir nicht beziehen!“ betonte BI-Vorsitzender Dirk Hahn aus Ferchels.

Zu Beginn erläuterte Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold die Einzelheiten. Das größte Problem sind die Lehrerzuweisungen: Weil die Schülerzahlen sinken, erhält Schönhausen ab nächstem Schuljahr nur noch fünf statt sieben Pädagogen – Wust lässt sich damit nicht mehr beschulen. Die Schließung im Sommer ist wohl unabwendbar.

Die Zeit für Wust drängt

Die große Frage ist nun: Wohin wollen die Wuster – nach Schönhausen oder Klietz? Bürgermeister Bodo Ladwig will umgehend einen runden Tisch einberufen, denn die Zeit drängt. – Ab nächster Woche wird vom Landkreis schon die Beförderung geplant. Der Gemeinderat habe sich dazu noch nicht positioniert, die BI könnte bei der Entscheidungsfindung helfen.

Die Wusterin Anja Meyer hat bereits mit einigen Eltern geredet, die Tendenz geht nach Klietz. Dort gibt es genügend Räume, auch der Hort könnte entsprechend erweitert werden. Allerdings wäre die Fahrzeit von maximal 30 Minuten für die Sydower Kinder recht knapp, aber zu schaffen. Ein zentraler Standort Klietz wäre nicht verkehrt – eventuell auch als Ganztagsschule. In der Schönhauser Schule würde es hingegen recht eng.

Kurzfristige Lösungen waren nie im Sinne des Verbandsrates, meinte Ratsmitglied Silvio Wulfänger aus Sandau. Doch muss das Gremium wissen, wohin die Wuster wollen.

Zukunftsfeste Lösung ist nötig

Alle paar Jahre werde zur Schulentwicklung diskutiert, sagte Bürgermeister Arno Brandt aus Kamern. Man müsse sich angesichts des Bevölkerungsschwundes Gedanken zu einem zukunftsfesten zentralen Standort machen und diesen attraktiv ausgestalten.

Zur Schulplanung gibt es vier Varianten, die BI sammelte in einer Diskussion Für und Wider dazu. Mona Bos aus Klietz gab zu bedenken, dass die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle spiele. Investitionen in drei Standorte könne sich die Verbandsgemeinde auf Dauer nicht leisten, meinte auch Dirk Hahn. – Wobei der zentrale Standort nicht unbedingt Klietz sein müsse. Bei nur einem Schulstandort sei wohl auch die Ausstattung besser, ergänzte Nadine Schulz aus Schönhausen.

Kurze Wege sind wichtig

Caren Pfundt aus Wulkau meinte hingegen, wichtig sind kurze Wege, drei Schulen seien darum in Ordnung. Bislang sei noch nicht viel in die Schulen investiert worden, meinte Silvio Wulfänger. Überdies stehe im Statut der BI die Stärkung der Region – Schulschließungen seien das Gegenteil. Schüler beleben die Orte, man sollte die Schulen so lange als möglich erhalten. Und: In einer Zentralschule gibt es größere Klassen, der Lehrer hat weniger Zeit für den Einzelnen.

Sebastian Heinike aus Schollene sieht das Einsparpotenzial bei Schulschließungen eher gering. Hans-Werner Friesecke aus Wust meinte ebenfalls, dass einiges im Ort mit einer Schließung weg breche.

Die Fürsprachen für einen zentralen Standort konnte der Schönhauser Martin Bachmann nicht nachvollziehen: „Die BI will sich doch für ein lebendiges Elbe-Havel-Land einsetzen!“ Die drei Schulstandorte sollten so lange als möglich erhalten bleiben.

Vielleicht sollte man die Region für Referendare attraktiver machen, schlug Nadine Schulz mit Blick auf den Lehrermangel vor. Diese werden aber in Magdeburg ausgebildet und wollen dort in der Nähe bleiben, sagte Silvio Wulfänger.

Jetzt sollen erst mal die Wuster Eltern befragt werden.