Stiftung unterstützt Senioren

Die Dom-Hospital-Stiftung zu Havelberg ist laut ihrer Satzung selbstlos tätig. Ihr Zweck besteht in der Förderung von Unterbringungs- und Betreuungsangeboten für ältere und pflegebedürftige Menschen, die vorrangig aus dem Bereich der Evangelischen Kirchengemeinde Havelberg stammen.

Die Anfänge gehen ins 16. Jahrhundert zurück. Das damalige Domkapitel schenkte ein Haus, das als Hospital genutzt und mit 200 Rheinischen Gulden ausgestattet war. Der Dom-Dechant Peter Conradi verfügte 1558 in seinem letzten Willen den Ausbau des Hauses. Ursprünglich war es zur Aufnahme von zwölf bedürftigen Personen – armen Verwandten der Domherren und Untertanen des Domkapitels – gedacht. Später diente es der Unterbringung von sieben weiblichen Personen – den Beguinen, die auch eine Geldzuwendung erhielten.

Die Stiftung überdauerte die Säkularisation im Jahr 1817 (Auflösung des Domkapitels zugunsten des Staates). In der DDR ruhte die Stiftungsarbeit im Wesentlichen. In den 1990er Jahren erfolgte die Reaktivierung. Durch den Verkauf eines Hauses – das Dom-Beguinen-Haus am Müllertor 5 – wurde die Stiftung mit einem Kapital von 40 000 Euro ausgestattet, das heute den festen Grundstock der Stiftung bildet und nicht angetastet werden darf.

Vorstand und Kuratorium der Stiftung unterstützen regelmäßig Angebote und kleinere Anschaffungen in den Seniorenheimen der Stadt und fördern das Zusammenleben von Senioren insgesamt.

Havelberg l Über frischen Erdbeerkuchen zu einer Tasse Kaffee haben sich die Bewohner der beiden Seniorenheime der Hansestadt gefreut. Die Dom-Hospital-Stiftung zu Havelberg hatte dazu eingeladen und zugleich den druckfrischen Flyer präsentiert, der die Arbeit der Stiftung vorstellt. Pfarrer Frank Städler hat satzungsgemäß in seiner Funktion den Vorsitz der Stiftung inne. Vorgegeben ist für den Vorstand auch das Mitwirken der Inneren Mission in Havelberg, die das Evangelische Seniorenzentrum betreibt, und eines Gemeindekirchratsmitgliedes. Zum Kuratorium gehört unter anderem der Bürgermeister.

Normalerweise wollte die Stiftung anlässlich des 850-jährigen Bestehens des Domes, was in diesem Sommer gefeiert werden sollte, die Bewohner des Seniorenzentrums und des Seniorenwohnparkes „Am Camps“ zu Kaffee und Kuchen in den Paradiessaal am Dom einladen. Weil das in Zeiten von Corona schwierig ist, organisierte sie das Erdbeerkuchenessen für die Bewohner. Der Pfarrer kam mit Sabine Jahnke vom Gemeindekirchenrat ins Seniorenzentrum. Farina Schäfer als drittes Vorstandsmitglied ist Leiterin der Einrichtung. Zu dritt gingen sie von Wohnbereich zu Wohnbereich, um mit den Bewohnern kurz zu sprechen, den Flyer vorzustellen und guten Appetit zu wünschen. Wegen Corona können sich nicht so viele an der Kaffeetafel treffen. „Aber symbolisch trinken sie heute alle gemeinsam Kaffee und lassen sich die Torte schmecken“, tröstete der Pfarrer. Später besuchte er mit Sabine Jahnke auch die Senioren am Camps.

Seit einigen Jahren lädt die Dom-Hospital-Stiftung im Sommer gemeinsam mit dem Bürgermeister zudem ältere Bewohner der Havelberger Altstadt zu einer Kaffeetafel in die Stadtkirche ein. Das kann ebenfalls nicht stattfinden. Sollten die Lockerungen es im Herbst hergeben, wird möglicherweise kurzfristig dazu eingeladen, ansonsten dann wieder im nächsten Jahr, sagte Sabine Jahnke.

Möglich machen die finanziellen Zuwendungen zum Beispiel auch für kleinere Anschaffungen in den Heimen oder Kremserfahrten für Senioren Spenden. Beim Benefizkonzert der Bundeswehr alljährlich im Advent in Havelberg erhielt dieses Mal die Stiftung Geld. Mit diesem wurde auch der Flyer finanziert, der über die Stiftung informiert.