Klietz l Allerhand Geld ist nach der Flutkatastrophe von 2013, welche auch hier für schlimme Verwüstungen gesorgt hatte, in die Badestelle am Klietzer See geflossen. 2018 ist die flutsanierte Badestelle feierlich eröffnet worden.

Das Problem: Der See wächst zu, beim Baden merkt man dies bereits an der Wasserpest. Kein schönes Gefühl. Auch der Sandstrand ist von Pflanzenresten gesäumt. Die hiesige Kommandantur der Bundeswehr würde gern Soldaten auf neu angeschafften Jet-Booten ausbilden. Doch zwischen den wuchernden Pflanzen können diese nicht fahren, denn der Motor muss Wasser ansaugen.

See wächst langsam zu

Das alles erfuhren der Bundestagsabgeordnete Matthias Höhn und Landtagsmitglied Wulf Gallert auf ihrer Sommertour in Klietz. Eine Entschlammung nur des Ufers auf der Klietzer Seite würde knapp 400.000 Euro kosten, informierte Stefan Kertz vom Schullandheim. Die Seerosenfelder sind schon bedrohlich nahe an die Badestelle gerückt. Außerdem liegen noch immer die Reste der bei der Flut zerstörten alten Bahnbrücke in kleinen See, Erlen und Birken sterben zudem reihenweise ab und fallen am Westufer um.

Das Gewässer besitzt den Schutzstatus „Flora-Fauna-Habitat“ (FFH), gab Kommandant Michael Vormwald zu bedenken. Graskarpfen, welche den Bewuchs zurückdrängen würden, dürfen deshalb nicht eingesetzt werden – es ist keine heimische Fischart.

Boden bestand einst aus Kies

Der Boden des Sees hatte ursprünglich aus Kies bestanden. Mit dem Deichbruchwasser aus Fischbeck strömten allerhand Sedimente in den See und lagerten sich ab. Im Sediment können die Wasserpflanzen nun prima gedeihen. Die Bundesforst mäht den Bewuchs zwar einmal im Jahr, doch reicht das längst nicht aus.

See-Anwohner Michael Raum berichtete dazu, dass bei Ferchland auch Graskarpfen eingesetzt wurden – mit Erfolg.Fischer Gernot Quaschny wollte das in Klietz auch machen, informierte Joachim Steinborn. Doch das Landesverwaltungsamt untersagte dies. Es sei denn, der Fischer lasse eine teure Expertise erstellen, welche die Verträglichkeit des Besatzes nachweist...

Joachim Steinborn wies zudem auf den Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft hin, was Studenten aus Magdeburg nachgewiesen hatten. So liege der Phosphatgehalt am Einlauf bei elf und am Auslauf bei sieben Prozent – die Differenz verbleibt im See. Man müsste darum am Einlauf Schilf anpflanzen, das filtere vieles heraus. Auch verwies er auf den Kamernschen See – dieser sei nach der Flut zum Teil entschlammt worden.

Wulf Gallert will sich mit dem Umweltministerium in Verbindung setzen. Matthias Höhn werde das Verteidigungsministerium dazu informieren, das Problem sei dort bislang nicht bekannt.

Stefan Kertz wies darauf hin, dass sich in den Maßnahmen jede beteiligte Seite wiederfinden sollte – es werde also sicher auf einen Kompromiss hinauslaufen. Wenn nichts passiert, müsste der See wegen des Algenbewuchses im Herbst womöglich wieder gesperrt werden, wies Joachim Steinborn hin.