Havelberg l Der Verein der Freunde und Förderer des Prignitz-Museums Havelberg verbindet seine Weihnachts- und Neujahrswünsche auch in diesem Jahr wieder mit einem Spendenaufruf für ein Objekt, das einer Restaurierung bedarf. Und das ist dieses Mal ganz passend sogar ein Weihnachtliches: eine Weihnachtspyramide, die ein Schäfer aus Todtenkopf (dem heutigen Waldfrieden) um 1850 angefertigt hat.

Dazu berichtet Museologin Sabine Ball: „Im Spätherbst des Jahres 1913, es war nicht mehr lange bis Weihnachten, erhielt das Havelberger Museum vom Arbeiter Wilhelm Nölte, wohnhaft in der Mittelstraße 36 (heute wie vordem wieder Bischofsberg genannt), eine Weihnachtspyramide. Er gab an, ein Schäfer aus Todtenkopf habe diese figurengeschmückte, vieretagige Pyramide ungefähr 60 Jahre zuvor angefertigt. Die Anregung für seine Arbeit nahm der Schäfer sicher von erzgebirgischen Schnitzern, die aus der ursprünglich starren Pyramide eine drehbare mit Flügelradantrieb machten. Unbekannt ist, seit wann es Pyramiden als Weihnachtsschmuck gibt. Erwähnt und dargestellt finden wir sie erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.“

In den Grußkarten zum Jahreswechsel 2019/2020, unterzeichnet vom Vorsitzenden des Fördervereins Harald Wildhagen, ist zu lesen, dass es die Grundformen der Pyramiden, die einfachen Weihnachtsgestelle aus Holzstäben, sicher schon wesentlich länger als den Weihnachtsbaum gibt. Als Lichtträger wurden sie jedes Jahr zu Weihnachten hervorgeholt und mit frischem Tannengrün umwunden.

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Desolater Zustand

„Es gab einfache Dreistabgestelle mit darauf gespießten, tannenzweigbesteckten Äpfeln (die bayrischen Paradeise) oder spitz zulaufende Gestelle aus vier Stäben, die mit Tannengrün, Äpfeln, Nüssen, Gebäck und kleinem Spielzeug für die Kinder behängt worden sind“, heißt es von Sabine Ball weiter.

Die Figuren der vier Stufen der Museums-Pyramide zeigen vermutlich das damalige Leben am Gut Todtenkopf: Ein Schäfer – der Schnitzer selbst – achtet mit seinem Hund auf die ihm anvertrauten Schafe. Eine Frau hütet Schweine, Kühe und Ziegen. Hirsch und Rehe springen durchs Gebüsch und auf einem Gehöft mit drei Fachwerkhäusern scharren die Hühner im Sand. Manche Jahre drehten sich die Figuren im Museum im Schein der Kerzen. Das ist im Moment nicht möglich. Denn das ein Meter hohe Schmuckstück ist mit seinen 170 Jahren in einem desolaten Zustand. „Es bedarf einer sachgemäßen Reinigung und Restaurierung. Auch sollen einige Teile fachmännisch ergänzt werden“, berichtet Museumsleiterin Antje Reichel, die sich sehr über die alljährliche Unterstützung durch den Förderverein – dieser blickte 2019 auf sein 25-jähriges Bestehen zurück – freut. Schon etliche Exponate konnten so für das Museum in Havelberg restauriert werden. Zum Beispiel das Messbuch, das der Havelberger Reformator Matthäus Ludecus im Jahre 1589 herausgegeben hatte, eine rund 300 Jahre alte Vertikal-Sonnenuhr aus Eichenholz, eine Kurfürstenbibel von 1725 und der rund 400 Jahre alte „Schatzkasten der Stadtkirche“.

Wer die Restaurierung der Pyramide unterstützen möchte, kann seine Spende an die Freunde und Förderer des Prignitz-Museums überweisen: IBAN DE64 8105 0555 3080 0044 25, Nolade21SDL, Verwendungszweck „Weihnachtsspende 2019“.