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Stadt Havelberg hat „Cut Cat“ fest angestellt

Die Stadt Havelberg hat einen neuen „Mitarbeiter“ für das Sportforum „Am Eichenwald“. Dieser ist sieben Tage in der Woche und dabei Tag und Nacht im Einsatz.

Von Dieter Haase
Stadtelektriker Ralf Westphal mit dem Miniroboter auf dem Fußballplatz des Havelberger Sportforums. Er kennt sich bestens aus mit der Programmierung des Gerätes.
Stadtelektriker Ralf Westphal mit dem Miniroboter auf dem Fußballplatz des Havelberger Sportforums. Er kennt sich bestens aus mit der Programmierung des Gerätes. Foto: Stadt Havelberg

Havelberg - Die fast zweimonatige Probezeit ist vorbei. „Unser neuer ,Cut Cat' hat sich dabei für eine Weiterbeschäftigung sehr empfohlen“, schätzt Volker Kanzler, der Leiter des städtischen Bauhofes, ein. Denn zum Verantwortungsbereich des Bauhofes gehören auch alle Sportplätze und die Sporthalle in der Domstadt. Allerdings musste sich um die ganze Arbeit dafür nur eine Person kümmern: der Hausmeister der Sporthalle. Eine wichtige Aufgabe für ihn bestand immer in der regelmäßigen arbeitsaufwändigen Pflege des Rasenplatzes im Sportforum, der hauptsächlich von den Fußballern des FSV Havelberg und von Leichtathleten des SV 90 Havelberg, aber auch für den Schulsport genutzt wird. In normalen Nicht-Corona-Zeiten wird hier an Wochenenden mehrmals Fußball gespielt, im Männer- wie im Jugendbereich.

Eine gute Investition

Zur Rasenpflege drehte der Hausmeister immer auf einem Rasenmähertraktor seine Runden - die Lautstärke des Gerätes störte dabei in den Vormittags- und frühen Nachmittagsstunden oftmals den Unterricht im benachbarten Schulzentrum und in der Grundschule. „Doch das gehört jetzt der Vergangenheit an“, erklärt der Leiter des Amtes für Ordnung, Kultur und Soziales bei der Stadtverwaltung, André Gerdel. Und meint damit den erwähnten neuen „Mitarbeiter“ mit der Bezeichnung „Cut Cat“, bei dem es sich um einen hochmodernen Mähroboter handelt. „Wir sehen das als eine gute Investition für die Stadt an“, so André Gerdel. „Denn die laufenden Unterhaltungskosten für den Aufsitzmäher beziehungsweise Spindelmäher fallen mit der Zeit weitaus höher aus, als uns der Mähroboter gekostet hat.“ 20000 Euro hat die Stadt für die Anschaffung investiert.

Hausmeister wird Arbeit abgenommen

Ausgiebig mit dem Gerät befasst haben sich in den zurückliegenden Wochen Bauhofleiter Volker Kanzler und Stadtelektriker Ralf Westphal. Unter anderem verfügt der Roboter über eine Fünf-Messer-Technik und eine Schnittbreite von einem Meter. Die Abschnitte dienen zugleich als natürlicher Dünger. Und der große Vorteil: „Als Berechtigte können wir ihn per Außenzugriff mittels einer App steuern und auf unserem Tablet stets sehen, wo er sich auf dem grünen Rasen gerade bewegt. Es muss also kein Mitarbeiter mehr vor Ort sein.“ Das Gerät ist ausschließlich für den Rasenplatz im Sportforum gedacht, „was dem Hausmeister dort eine Menge Arbeit erspart und er sich somit besser um die Pflege und Bewirtschaftung der gesamten Anlage einschließlich der Sporthalle kümmern kann. Denn in dieser wird der Aufwand nach 20 Jahren ihres Bestehens keineswegs geringer. Vor allem, was die technischen Belange angeht, macht sich das Alter bemerkbar. Der Pflegeaufwand hat sich deutlich erhöht“, berichtet Volker Kanzler.

Läuft am Tag und in der Nacht

Der „Cut Cat“ verfügt aber noch über einige Besonderheiten mehr. Er läuft zum Beispiel außerordentlich leise und stört somit sowohl am Tage als auch zu nächtlicher Stunde niemanden. Weshalb er am Sonnabend und Sonntag ebenfalls immer fleißig sein darf. „Er mäht zwar nicht eine Bahn nach der anderen, sondern generell nur nach Zufallsprinzip. Aber er merkt sich ganz genau, wo er schon gewesen ist und wo nicht. Spätestens nach einer Woche ist der Rasen des gesamten Platzes dann lückenlos gemäht“, beschreibt Ralf Westphal die Arbeitsweise des Gerätes. Dieses fährt übrigens auch selbstständig zur Ladestation an der Sporthalle, wenn die Akkukapazität auf niedrigem Niveau ist oder wenn es vor einem starken Unwetter „flüchten“ muss. Nach dem Aufladen geht es dann wieder zurück auf den Rasen.

Vor Fremdzugriff gesichert

Der Roboter wiegt um die 80 Kilogramm und ist mit einem GPS-Sensor ausgestattet. Bei einem eventuellen Diebstahl wäre sein Standort in der ganzen Welt auszumachen. Zudem würde ein Fremdzugriff zugleich eine Alarmmeldung bei Volker Kanzler und Ralf Westphal auslösen.

Was dem selbstständig arbeitenden Gerät noch fehlt, ist eine eigene „Garage“. „Aber um die werden wir uns auch noch kümmern“, sagt André Gerdel mit einem Blick auf kommende Aufgaben.

Jede Nutzung des Rasenplatzes ist anzumelden

Was allerdings jetzt von ganz großer Bedeutung ist: „Jede beabsichtigte Nutzung des Rasenplatzes muss bei der Stadt mit Angabe der Zeitdauer rechtzeitig angemeldet werden. Ob zum Spiel, Training, Schulsport oder für ganz andere Dinge. In dieser Zeit kann sich der Roboter dann ausruhen“, sagt Volker Kanzler mit einem Lächeln. „Das müssen wir dann so im Steuerungsprogramm eingeben.“ Zugleich richtet er die Bitte an alle Nutzer des Rasenplatzes, diesen wieder so zu verlassen, dass darauf kein Gegenstand liegen bleibt. Denn das könnte Beschädigungen des Mähers zur Folge haben. Im Notfall kann am Roboter übrigens ein großer roter Stoppknopf betätigt werden. Auch entsprechende Rufnummern sollen auf diesem noch angebracht werden.