Havelberg l Die erste Sitzung des neuen Havelberger Stadtrates begann mit einer traurigen Mitteilung. Bürgermeister Bernd Poloski informierte, dass die SPD-Fraktion um Albrecht Seeger trauert, der vor einigen Tagen verstorben ist. Etliche Jahre gehörte er dem Stadtrat an. Mit einer Schweigeminute gedachten alle Anwesenden des Verstorbenen.

Dann begann die Konstituierung mit all ihren erforderlichen Amtshandlungen. Die Erste galt der Verpflichtung der neuen Stadträte durch das an Jahren älteste Ratsmitglied Gerhard Imig. Er wurde durch den später neu gewählten Stadtratsvorsitzenden verpflichtet. Bis das soweit war, gab es einiges anderes zu erledigen. Etwa die Verabschiedung der Stadträte, die nicht mehr im neuen Gremium mitwirken. Eine besondere Ehre wurde Uwe Klemm (SPD) zuteil, der sich nach 25 Jahren in das Goldene Buch der Hansestadt eintragen durfte. Blumen zum Abschied gab es außerdem für Udo Mintus, Norbert Schulz, Roswitha Frontzek und Eberhard Westphal. Volker Kanzler und Sven Wuttke konnten nicht an der Sitzung teilnehmen.

Einigen von ihnen sowie aktuellen Stadträten überreichte der Bürgermeister zudem Urkunden und Blumen als Dankeschön für langjährige Mitarbeit im Stadtrat. Die Ehrenurkunden hatte er beim Städte- und Gemeindebund für die kommunalpolitische Arbeit beantragt. Für 25 und mehr Jahre erhielten diese Uwe Klemm und Uwe Hartmann (FDP). Letzterer gehört dem Rat seit 29 Jahren an. Für 20 Jahre erhielt eine solche Gerhard Imig (CDU), für 15 Jahre Herbert Luksch (Linke) und Udo Mintus (SPD). Volker Kanzler wird sie nachgereicht.

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Das Stadtoberhaupt gratulierte allen neuen 20 Stadträten verbunden mit der Hoffnung, „dass wir gemeinsam sehr konstruktiv über Parteigrenzen hinweg für das Gemeinwohl unserer Stadt tätig sind. Dafür wünsche ich Schaffenskraft, Gesundheit und hin und wieder auch Spaß“. Zudem dankte er den ausgeschiedenen Räten.

Einstimmig zum Ratsvorsitz

Ein Zeichen dafür, dass es im Havelberger Stadtrat oft um die Sache und nicht Partei-/Fraktionszugehörigkeit geht, war die Wahl des Stadtratsvorsitzenden. Hier schlug Doreen Müller Wolfgang Schürmann (beide CDU) vor, der diese Funktion bereits im alten Stadtrat ausgeübt hat. Und das offensichtlich sehr gut. Denn in der geheimen Wahl erhielt er alle 21 Stimmen. Er will die erfolgreiche, vertrauensvolle und sachliche Zusammenarbeit weiter fortsetzen. Als Schwerpunktaufgabe nannte er das Thema Grundschulbau.

Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitz schlug die SPD das neu gewählte Ratsmitglied Lothar Frontzek vor. Weil er gern aus Gründen der Gleichberechtigung eine Frau in dieser Position sehen würde, schlug der neue Stadtrat Wolfgang Glaubitz (Bündnis 90/Grüne) Sabine Schulze (Bündnis Stadt-Land) vor. Auf die Frage, ob sie die Kandidatur annehme sagte sie: „Ich bin überrascht, aber um es spannend zu machen, sage ich ja.“ In der geheimen Wahl bekam Lothar Frontzek 13 Stimmen, Sabine Schulze sechs Stimmen, zwei waren ungültig.

Der Stadtratsvorsitzende informierte dann über die gebildeten Fraktionen: Die CDU-Fraktion wird wieder von Doreen Müller geleitet, Stellvertreterin ist Ursula Rensmann. Bei der SPD übernimmt wiederum Jürgen Kerfien den Vorsitz, Stellvertreter ist Sven Hetke. Bei der Linken sind es Herbert Luksch als wiederum Vorsitzender und Anke Dorsch als Vize. Beim Bündnis Stadt-Land – der neuen Fraktion im Rat – sind es Sabine Schulze, die zuvor mit FDP und WG Nitzow die Fraktion der Mitte gebildet hatte – und Lars Braunsdorf.

Beim Erstzugriff auf die drei beratenden Ausschüsse zog der Stadtratsvorsitzende das Los für die CDU. Sie will weiterhin die Geschicke im Kultur- und Sozialausschuss mit wiederum Doreen Müller an der Spitze lenken. Die SPD führt weiterhin den Bau- und Wirtschaftsausschuss, dieses Mal unter Vorsitz von Jürgen Kerfien. Der Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Tourismus bleibt den Linken. Neue Vorsitzende ist hier Anke Dorsch.