Havelberg l Weiter für das Havelberger Krankenhaus zu kämpfen, ist wichtig. Der Betriebsrat und die Mitarbeiter insgesamt wissen viele Unterstützer hinter sich. Mit der „Aktiven Mittagspause“ jeden Donnerstag ab 12 Uhr vor dem Krankenhaus und dem Info-Tisch jeden Freitag von 15 bis 16 Uhr vor dem Edeka-Markt soll das Thema weiter in der Öffentlichkeit stehen. Deshalb rufen die Mitarbeiter auch alle Interessierten auf, sich an der „Aktiven Mittagspause“ zu beteiligen, um zu zeigen, dass sie hinter der Forderung stehen, das Krankenhaus zu erhalten. Die Mitarbeiter freuen sich, wenn an diesem Donnerstag um 12 Uhr wieder viele Bürger mit dabei sind.

Zum ersten Info-Tisch am vergangenen Freitag begrüßten die Mitarbeiterinnen Sandra Braun, Antje Schwarzlose und Anja Graff etliche Bürger. Sie konnten die Forderung für den Erhalt des Klinikums mit ihrer Unterschrift bekräftigen. „Sie waren doch im vergangenen Frühjahr bei uns im Krankenhaus“, begrüßte Anja Graff eine junge Frau. Diese bestätigte das und freute sich darüber, dass sie von der netten Krankenschwester wiedererkannt wurde. „Letztes Jahr im Februar war ich für sechs Tage im Havelberger Krankenhaus und fühlte mich dort sehr gut aufgehoben. Das Haus muss bestehen bleiben“, wünscht sich die Schweizerin Miriam Pythoud und setzte ihre Unterschrift. Sie weilt als Besucherin in der Hansestadt. „Das war aus unserer Sicht alles vorher abgesprochen, denn wir glauben, dass das Altenheim schon lange geplant war, bevor der Neubau entstand“, sagten Veronika und Herbert Schilling aus Kümmernitz.

Nur ein Rettungswagen

Nachdem am Freitag die neue Rettungswache in Klietz eingeweiht worden ist, haben der Betriebsrat und die Belegschaft des Havelberger Krankenhauses übers Wochenende eine Stellungnahme dazu verfasst. Darin heißt es, dass sie sich darüber freuen. „Allerdings gibt es nun in Havelberg nur noch einen Rettungswagen und einen Notarzt. In Klietz und in Schönhausen ist die medizinische Versorgung der Bürger auch mit mehr Arztpraxen und der neuen Rettungswache vielleicht abgedeckt. Dazu kommt möglicherweise ein in Stendal stationierter Rettungshubschrauber. Aber wie sieht es dagegen in Havelberg aus? Die Arztpraxis von Frau Dr. Graszka-Pospiech in Sandau soll im Sommer 2020 schließen. Wer versorgt die 1000 Patienten von ihr? Soll ein Rettungswagen im Falle der Krankenhaus-Schließung zirka 10 000 Menschen in Havelberg und Umgebung und 1400 Soldaten medizinisch versorgen?“

In ihrem Schreiben gehen die Mitarbeiter noch einmal auf die Situation des Klinikums ein. Dass es nicht mehr die medizinische Versorgung leistet wie in den 1990er Jahren, wissen sie. „Der Ruf hat gelitten! Wir sind darüber sehr traurig. Wie bekannt ist, sind sehr gute Ärzte und Schwestern entlassen beziehungsweise nicht weiter angestellt worden. Das ist nicht Schuld der Belegschaft, sondern der Geschäftspolitik der KMG. Wenn die Schließung des Krankenhauses voraussehbar war, warum ist dann aus der Leitungsposition des damaligen Krankenhauses nichts dagegen unternommen worden? ITS-Schwestern sind entlassen worden, noch bevor der Neubau fertiggestellt wurde. Warum wurde das zugelassen? Warum ist die neugebaute Intensivstation nicht in Betrieb genommen worden? Warum hat damals der langjährige leitende Chefarzt nichts gegen diese Machenschaften unternommen? Wer hat das alles zu verantworten?

Mitarbeiter kämpfen weiter

Wir als Belegschaft sind sehr verwundert und erstaunt über die abgedruckten Meinungen in der Zeitung, die da sinngemäß lauten, dass die Notversorgung mit zwei Rettungswagen und einem stationierten Hubschrauber abgesichert ist! Wer will dafür die Verantwortung übernehmen?“

Abschließend heißt es in der Stellungnahme: „Die Krankenhausschließung wird unüberschaubare Auswirkungen auf unsere Region haben! Davon sind wir überzeugt und deshalb kämpfen wir für den Erhalt unseres Krankenhauses weiter!“

Am Montagabend waren Mitarbeiter und weitere Havelberger inklusive dem Bürgermeister bei „Fakt ist!“ beim MDR zu Gast.