Molkenberg l Zum zweiten Mal nach 2017 hatte sich „ogalala“, das Junge Theater aus Kreuzberg, Molkenberg für ein intensives Proben-Wochenende ausgesucht. Das aktuelle Projekt des jungen Theaters heißt wie vor zwei Jahren Bazaar Europa. Und das neue Stück ist mit „Hunger – Von Natur aus erfrischender“ betitelt. Es nimmt insbesondere das Thema Klimawandel unter die Lupe. Es geht um Hochstapelei, um die menschliche Gier nach Geld und um die Freude an der (Selbst-)Täuschung.

Premiere

Vom 29. November bis zum 7. Dezember stehen insgesamt fünf Aufführungen von „Hunger“ in der Malzfabrik und im Blue Tap in Berlin auf dem Programm. Vom 29. November bis 1. Dezember sind es gleich drei. „Aus diesem Grund heißt es jetzt in den letzten Tagen vor der Premiere proben, proben und nochmals proben, damit am 29. November dann alles wie am Schnürchen klappt“, sagt Kathinka Sonneborn, die verantwortliche Choreografin der Theatertruppe. „Und hier in der Alten Molkerei in Molkenberg finden wir einfach ideale Voraussetzungen dafür: die Ruhe, die wir für ein intensives Probenwochenende brauchen, eine ,Bühne‘ und im gleichen Haus auch Unterkünfte für alle. Kurz: Hier auf dem Dorf fühlen wir uns wohl.“

Alles junge Leute

Eine internationale Gruppe von zehn jungen Schauspielern im Alter von 19 bis 24 Jahren hatte sie dazu aus Berlin mit nach Molkenberg gebracht. Namentlich sind es sind Lucie Münichová, Fritz Surmann, Sonja Wellnitz, Matthias Cano Urbanke, Thieu Ha Minh, Bircan Aydincioglu, Josephine Pavlak, Tamara Weber, Amin Mardanpour, Aaron Langguth, Paul Lesch und Emilie Mikolajczyk. „Die jungen Frauen und Männer studieren in Berlin alles erdenklich Mögliche, nur keine Schauspielerei. Auf diesem Gebiet sind sie alle Laien“, ist zu erfahren. Laien, die es allerdings bereits sehr gut verstehen, Theater zu spielen. „Manche sind schon seit mehreren Jahren dabei, für andere wiederum ist es das erste Projekt, bei dem sie mitmachen“, berichtet Kathinka Sonneborn.

Bilder

Jüngster ist gerade 19 Jahre alt

Paul Lesch (Gitarre, Keyboard) und Emilie Mikolajczyk (Schlagzeug) sind die beiden Musiker in der Gruppe. Mit seinen 19 Jahren ist Paul Lesch zugleich der Jüngste. „Musik ist meine Welt“, sagt er. „Ich möchte gar nichts anderes machen.“ Er ist der einzige, der noch kein Studium aufgenommen hat. „Aber ich bereite mich darauf vor – Studienrichtung Musik“, erklärt der Berliner.

Vor sieben Wochen hatte sich die Truppe zu ersten Proben für das Stück „Hunger“ zusammengefunden. Seitdem haben die jungen Leute auch viele eigene gute Ideen in die Handlung, für die die künstlerische Leiterin Christine Dissmann die Geschichte geschrieben hat, einfließen lassen.

Öffentliche Aufführung

In der Alten Molkerei konnten sich Interessierte aus der Umgebung im Rahmen einer öffentlichen Probenaufführung auch ein Bild von der Schauspielkunst der jungen Erwachsenen machen. Was eigentlich als erster Durchlauf gedacht war, lief schon fast so ab, wie eine echte Aufführung. Jedenfalls aus der Sicht der Zuschauer. Zum Ausklang des Abends wurde dann noch zu einer gemütlichen Gesprächsrunde eingeladen.