Schönhausen l Nur noch wenige Arbeitstage hat Jenny Freier im Bürgerzentrum der Verbandsgemeinde zu absolvieren. Urlaub und Überstunden werden bis Mitte März abgebaut, die letzten beiden Wochen im März sind dann noch einmal vollgepackt mit Terminen und Dingen, die Jenny Freier noch erledigen will, bevor sie ihren Schreibtisch räumt.

Vor allen Dingen geht es um die knotenpunktbezogene Radwegebeschilderung für die gesamte Region über das Elbe-Havel-Land hinaus, für das Jenny Freier seit der Idee vor nunmehr vier Jahren viele Mitstreiter in den Verbandsgemeinden, Einheitsgemeinden und Städten der östlichen Altmark und im Jerichower Land gewonnen hat – gemeinsam zieht man nun an einem Strang, damit Touristen ab kommenden Jahr dank eines einheitlichen Systems auf gut und übersichtlich ausgeschilderten Wegen radeln können und dabei nicht an den kleinen und großen Sehenswürdigkeiten vorbeiradeln.

„Sieht schon ganz gut aus“, faltet Jenny Freier zufrieden den Entwurf der Faltkarte für „Radeln nach Zahlen“ auf. Sie ist das Produkt monatelanger Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen, einem Planungsbüro aus Hannover und abschließend mit einem Schönhauser Grafiker. „Wir feile nur noch ein wenig an der Beschreibung der zwölf Routenempfehlungen, die wir auf rund 1200 Kilometern anbieten. Und dann kann die Karte auch schon bald in Druck gehen.“ Jede der zwölf beteiligten Kommunen zwischen Seehausen und Elbe-Parey konnte eine Route vorschlagen, auf der nach Zahlen geradelt wird. Natürlich führen dabei auch einige Tourenvorschläge durch Nachbargemeinden. Grenzübergreifend den Touristen durch die Region zu leiten, ist eines der Hauptziele des neuen Systems.

Ende März findet dann noch ein letztes Kooperationstreffen unter Leitung von Jenny Freier mit allen Partnern des neuen Radwegesystems statt. Und auch sonst ist soweit alles in Sack und Tüten. Die Entwürfe für die Faltkarte, Abrissblöcke, RollUps und Aufkleber sind derzeit in der Korrektur und werden bis spätestens Sommer dieses Jahres fertig gestellt. Das Konzept für die gesamte Region steht und die jeweiligen Kommunen arbeiten derzeit intensiv daran, die Fördermittel für die Beschaffung und Aufstellung der Beschilderung zu erhalten – im Elbe-Havel-Land wird das Anfang des kommenden Jahres sein, so dass das neues System zur Saison 2021 wirksam wird.

Die Marke hat sich etabliert

Im November 2012 hatte Jenny Freier die Stelle als Tourismusmanagerin der Verbandsgemeinde angetreten. Nun möchte sie neue berufliche Wege gehen. Auf die beiden Arbeitstage heute und morgen auf der Grünen Woche freut sie sich sehr. „Diese Messe ist zwar stets anstrengend, weil von der Eröffnung bis zum Schluss am Abend Dauerbetrieb am Stand herrscht, aber es macht auch sehr viel Spaß. Inzwischen kennen uns die Besucher, der Elb-Havel-Winkel mit dem aufsteigenden Storch als Symbol hat sich als Marke gut etabliert. Donnerstags sind es vor allem Besucher von Busreisegruppen, die kommen – und die gehören auch zur Zielgruppe.“

Es ist das siebte Mal, dass Jenny Freier auf der Grünen Woche für all die Angebote zwischen Elbe und Havel wirbt. Nur zu gut erinnert sie sich an ihren ersten Messe-Besuch auf der Grünen Woche. „Damals hatte mich Detlef Tusk aus Havelberg mitgenommen und mich allen Anbietern, die man als Partner so kennen sollte, vorgestellt. Es waren damals sehr viele Eindrücke die da auf Einmal auf einen einwirkten, aber es war auch sehr sehr hilfreich für mich als Neuling.“ Heute fährt sie entspannt nach Berlin, weil sie weiß, was sie erwartet.

Viel erreicht

Im Gepäck hat sie ansprechendes Werbematerial. „Dank der finanziellen Mittel, die der Rat der Verbandsgemeinde alljährlich für den Tourismus bewilligt, konnten wir in den letzten Jahren Karten, Broschüren und viele Kleinigkeiten vom Kugelschreiber bis zum Aufkleber anfertigen lassen, bei denen Besucher gern zugreifen und zu Hause an uns erinnert werden.“ Auch die mit der Leader-Aktionsgruppe Elb-Havel-Winkel und der Hansestadt Havelberg gemeinsam entstandenen Materialien, wie der Freizeitspion-Kalender für diese Jahr, die Faltkarte mit den Freizeittipps und das Küchenspion-Heft kommen unheimlich gut bei den Messebesuchern an. Ein bisschen Wehmut wird wohl mitschwingen, wenn Jenny Freier ein letztes Mal mit langjährigen Partnern am Stand des Landkreises Stendal steht. Es gibt so vieles, auf das sie zurückblicken kann: Freizeitspione, Küchenspione, Fotowettbewerbe, Werbebroschüren – unzählige kleine und große Dinge, mit denen der Elb-Havel-Winkel bei Touristen keine unbekannte Region mehr ist.

Acht Bewerber gibt es auf die Stelle, die die Verbandsgemeinde zum 1. April neu ausgeschrieben hat.