Schönhausen l Das haben sich beide anders vorgestellt: Die scheidende Tourismusmanagerin Jenny Freier wollte sich von allen Wegbegleitern verabschieden, die neue, Jeanett Czinzoll, wollte gut mit allen bekannt gemacht sein. Anstatt der Abschieds- und Willkommensrunde war es eine Übergabe mit Abstand im Büro. Akteneinsicht und Gespräche am Schreibtisch mit anderthalb Metern Entfernung mussten für die Übergabe reichen. Dabei sollten zur Einarbeitung der neuen Tourismusmanagerin der Verbandsgemeinde alle wichtigen Kontaktpersonen besucht werden, „die Termine waren gemacht“, bedauert Jenny Freier die Absagen. Zu gern wollte sie sich verabschieden und sich für die gute Zusammenarbeit bedanken, letzte Absprachen zum neuen Radwegesystem treffen.

Im November 2012 hatte sie ihre Stelle bei der Verbandsgemeinde angetreten und musste gut ein halbes Jahr später auch mit einer Krise zurechtkommen: die Flut hat den Tourismus zum Erliegen gebracht.

Gleiches ereilt nun auch Jeanett Czinzoll. Tourismus im Elbe-Havel-Land gibt es derzeit nicht, er muss erst wieder in Gange kommen, wenn die Corona-Richtlinien gelockert werden.

Die 46-Jährige lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Badingen bei Bismark westlich der Elbe und nimmt die täglich etwas weitere Anreise zum Arbeitsplatz in Schönhausen gern auf sich. „Mich erwartet hier eine spannende, abwechslungsreiche Aufgabe. Zumindest kenne ich alle wichtigen Ansprechpartner vom Namen her und Jenny Freier hat mich mit den Projekten, vor allem dem knotenpunktbezogenen Radwegesystem, vertraut gemacht, an dem sie schon seit vier Jahren mit Verbandsgemeinden, Einheitsgemeinden und Städten der östlichen Altmark und im Jerichower Land arbeitet.“

Jeanett Czinzoll hat BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert und arbeitete zuletzt im Marketing eines mittelständigen Unternehmens in Stendal. „Ich wollte mich beruflich verändern und freue mich, dass es mit der Bewerbung für das Elbe-Havel-Land geklappt hat.“ Noch bis Monatsende steht ihr – wenn auch nur telefonisch – Jenny Freier zur Seite. Die hat ihre Pläne für die Zeit nach ihrem Job in Schönhausen notgedrungen geändert. Eigentlich stand erst einmal Reisen auf dem Plan – das ist nun unmöglich. Sie kümmert sich stattdessen in Rathenow um ihre Großeltern, solange diese den Kontakt nach draußen meiden. „Irgendwann komme ich dann noch einmal her, um denen die Hand zu schütteln, die mir wichtige Begleiter waren.“ In besonderer Erinnerung bleiben ihr die „Küchenspione“, die Kalender-Aktionen mit Fotowettbewerben, der Erstellung sämtlichen Werbematerials für das Elbe-Havel-Land und auch die umfangreiche touristische Webseite der Verbandsgemeinde.