Schönhausen l Ohnehin sind die Hygienebestimmungen bei der Blutabnahme des DRK-Teams streng. Jetzt wird noch ein bisschen mehr auf die kleinsten Kleinigkeiten geachtet, zwischendurch auch Türklinken desinfiziert. Und jeder Spender auf die besonderen Bestiommungen hingewiesen. Gleich an der Eingangstür zum Verwaltungsgebäude der Elbe-Havel-Werkstätten im Gewerbegebiet prangten die Hygiene-Hinweisschilder. Und auch, wer nicht spenden darf. Das sind neben den üblichen Erkrankungen Menschen, die jüngst in Krisengebieten wie Italien oder Österreich waren. War auch keiner, der den Termin wahrnahm, „wir mussten aus diesen Gründen niemanden zurückweisen“, erklärt Anneliese Liedtke vom DRK-Ortsverein. Auf Bitten der Werkstatt als Gastgeber hat sich jeder Spender in eine Liste eingetragen, damit im Falle eines Falles dokumentiert ist, wer das Gebäude betreten hat.

Alles andere lief wie üblich ab: Befragung ausfüllen, Gesundheits-Check, Blutdruckmessen beim Arzt, Spenden und Imbiss.

Für die von der Volksstimme Befragten stand außer Frage, ob sie den Termin wahrnehmen. „Ich bin gesund und auch schon sehr viele Jahre von der Grippe verschont. Leider kann ich nicht alle Termine im Jahr wahrnehmen, weil ich als Kraftfahrer tätig bin. Aber jetzt habe ich eine Woche Urlaub, so dass ich Zeit habe“, war es für Bernd Matzke selbstverständlich, sein Blut für andere zu geben, „es ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig“. Das sagt auch Nick Chmilewski, der schon über 70 Spenden gegeben hat. Bevor er die Werkstatt betritt, liest er sich die Hinweise durch, desinfiziert sich die Hände und dann geht es los. Auch Paul Steinberg aus Fischbeck gehört an diesem Nachmittag zu den 63 Männern und Frauen. Es ist seine sage und schreibe 223 Spende. „Die 225 kriege ich noch voll, dann ist Schluss.“ Er ist noch 72 Jahre alt, „im Herbst werde ich 73, dann darf ich nicht mehr spenden. Aber solange ziehe ich durch.“ Sorge vor Ansteckung hat er nicht, noch ist die Zahl der Infizierten im Landkreis Stendal sehr gering.

Bilder

Dass sogar zwei Erstspender begrüßt werden konnten, freut das Spendeteam besonders. Denn es ist ungewiss, wie es weitergeht. Am 2. April steht ein großer Termin bei der Bundeswehrkaserne in Klietz an, „ich hoffe, er kann auch stattfinden“, ist Anneliese Liedtke ein wenig besorgt, dass dieser Ort abgesagt werden könnte, „wir warten ab, es gibt ja täglich neue Entwicklungen“.

Der nächste reguläre Termin im Elbe-Havel-Land ist der 14. April in Klietz.

Das Ortsverein hat wieder ein paar Jubiläums-Spender geehrt und ihnen mit Einkaufs- oder Tankgutscheinen gedankt:

Astrid Richter für die 70. Spende,

Bärbel Rhodmann für die 60. Spende,

Birgit Seeger für die 40. Spende,

Stefan Ebert, Heike Podschuweit und Peter Kieschke für die 30. Spende.