Nitzow l Zwei Forstarbeiter, die sich mit einem Kind – der Sohn des einen – in einem Bauwagen aufhalten, haben in diesem den Ofen angeheizt. Dabei kommt es zu einer Verpuffung. Nur einer der Forstarbeiter kann sich danach noch ins Freie retten und die Rettungsleitstelle anrufen. Um 9 Uhr ruft die Sirene die Nitzower Ortswehr zum Einsatz, und auch die Havelberger müssen ausrücken.

Nachalarmierungen erforderlich

Am Bauwagen angekommen, machen sich die zuerst eintreffenden Nitzower unverzüglich an die Rettung des Mannes und des Kindes. Was sich in dem völlig verqualmten Inneren als nicht so einfach erweist, aber zum Glück in kurzer Zeit gelingt. Mann und Kind leben und werden versorgt. Zunächst mit Erste-Hilfe-Maßnahmen, danach auch medizinisch.

Die Lage am Bauwagen hat sich inzwischen weiter verschlimmert. Denn auch angrenzende Waldstücke sind durch die Verpuffung in Brand geraten. Aus diesem Grund macht sich weitere Unterstützung, insbesondere auch von Wasserträgern, erforderlich. Die Wehren aus Sandau, Jederitz und Vehlgast-Damerow werden nachalarmiert.

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Insgesamt sind damit in kurzer Zeit rund 60 Einsatzkräfte mit neun Fahrzeugen am Ort des Geschehens.

Zwei längere Schlauch-Wegestrecken für die Löschwasserentnahme müssen vom betroffenen Waldstück bis nach Nitzow aufgebaut werden. Eine 520 Meter lange für die Entnahme aus dem Trinkwassernetz und eine gut 540 Meter lange für die Entnahme aus der Zisterne am Nitzower Festplatz.

Da das etwas Zeit in Anspruch nimmt, wird entschieden, dass die Löschfahrzeuge aus Sandau und Jederitz im Pendelverkehr ihre Wassertanks an den Entnahmeorten immer wieder auffüllen. Denn durch das Umschlagen der Windrichtung brennt es nun auch im Wald auf der gegenüberliegenden Seite des Bauwagens.

Als dann aber auch Wasser über die langen Wegstrecken an der Einsatzstelle ankommt, erleichtert das die Löscharbeiten enorm und die Flammen können bald besiegt werden.

Zusammenwirken hat gut funktioniert

Übungs-Leiter Marvin Schmidt – zum Glück handelte es sich bei dem Ganzen nur um eine Einsatzübung – zeigte sich mit dem Ablauf und dem Zusammenwirken der Kameradinnen und Kameraden aus fünf freiwilligen Feuerwehren recht zufrieden. „Es hat gut funktioniert, bis hin zum Aufbau einer stabilen Wasserversorgung aus zwei verschiedenen Entnahmestellen. Ein Lob geht an die Einsatzkräfte, die allesamt hochmotiviert an die Erfüllung ihrer Aufgaben herangegangen sind.“

Ausbaufähig seien allerdings noch die Führungsstruktur und das Funkkonzept, schätzt Marvin Schmidt auch als stellvertretender Stadtwehrleiter ein. Daran gelte es zu arbeiten.

Um die gesamte Übung noch bis ins Detail auswerten zu können, waren noch acht Schiedsrichter und sechs Beobachter bei dieser vertreten. Zu letzteren gehörten unter anderem der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land, Uwe Engel; Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski und Ortsbürgermeister Karsten Grey. Auch Wilhelm Spanner, der Waldeigentümer, verfolgte das Geschehen mit großem Interesse. „Wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass er uns das Gelände für die Übung zur Verfügung gestellt hat“, so Marvin Schmidt.

Nächste Übung im ersten Halbjahr 2021

Die Ortswehren Kuhlhausen, Garz und Warnau hatten am Sonnabend Pause. Der stellvertretende Stadtwehrleiter kündigte aber auch für sie eine Übung „im ersten Halbjahr 2021“ an. Möglicherweise zusammen mit den Wehren Kamern und Schollene.