Schönhausen l Die Krippe des "Spatzennestes" ist nun schon fast eine Woche zu, die Türen der Schule blieben am Montag (26. Oktober), dem ersten Tag nach den Herbstferien, verschlossen. Montagmittag dann aber die erlösende Nachricht: Die Anlage läuft! Ab Dienstag stehen beide Einrichtungen wieder offen.

Die Heizung hat bereits vor einer Woche den Geist aufgegeben. Die Krippenräume im 66 Jahre alten Altbau, in dem derzeit über 30 Mädchen und Jungen betreut werden, kühlten rasch aus, so dass bereits am Dienstag die Eltern gebeten wurden, ihre Kinder möglichst nicht in die Einrichtung zu bringen. Die Hoffnung, dass die Reparatur schnell erfolgen könne, erfüllte sich nicht, so dass das „Spatzennest“ ab Mittwoch gänzlich geschlossen werden musste. Davon betroffen auch die Hortkinder, die sich im ebenfalls vom Kindergarten aus beheizten Schulhaus aufhalten und sich auf abwechslungsreiche Ferienangebote gefreut hatten. Die vier Kindergartengruppen besuchen seit September das Klietzer „Storchennest", weil in Schönhausen umfangreich gebaut wird.

Am Freitag dann wurde das defekte Teil des Ofens ausgetauscht – doch die überalterte Anlage funktionierte nur kurz. Am Sonntag mussten die Leiterin Anja Marschall-Skuppin und ihre Stellvertreterin Anika Dertz alle Eltern informieren, dass auch am Montag das Haus geschlossen bleiben muss.

15 Grad in Klassenräumen

Grundschulleiterin Kerstin Gebhardt hatte zunächst noch gehofft, am Montag die 101 Kinder nach den Herbstferien zu begrüßen, herrschten am Sonnabend doch noch 18 Grad in den Klassenzimmern. Doch zu Sonntag kühlten die Räume weiter aus, „bei 15 Grad kann kein Unterricht mehr stattfinden, das wäre unverantwortlich den still sitzenden, frierenden Kindern gegenüber. Dazu kommt, dass wir laut Corona-Hygieneregeln die Räume alle 20 Minuten ordentlich lüften müssen. Da haben wir drinnen dann bald die Außentemperaturen von gerade mal 10 Grad erreicht.“ Deshalb informierte auch sie Sonntagabend alle Eltern, dass die Schule geschlossen ist. Nur für die Kinder der Eltern, die absolut keine andere Möglichkeit haben, gab es eine Notbetreuung. Die Klassenlehrer haben via der zu Corona-Zeiten installierten Benachrichtigungs-App den Eltern Schulaufgaben für die Kinder zukommen lassen.

Tagelanges Warten verärgert Eltern

„Es ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar, warum die Reparatur einer Heizungsanlage so lange dauert“, macht Caro Giese, die Vorsitzende des Spatzennest-Elternkuratoriums, im Namen der Eltern in einem Brief an Steffi Friedebold ihrem Ärger Luft. „Wir fordern eine Erklärung. Es kann nicht sein, dass tagelang keine Lösung gefunden wird. Wir sind auf die Betreuung unserer Kinder angewiesen, da wir einer Erwerbstätigkeit nachgehen.“

Es sei möglich, „mal ein, zwei Tage zu überbrücken, aber nicht solch lange Zeit“. Die Eltern fordern, dass die Reparatur der Heizung in der Verwaltung oberste Priorität hat. Derzeit „haben wir das Gefühl, dass wir mit dieser Situation allein gelassen werden. Alle Eltern sind bemüht, die Kinder anders betreuen zu lassen, jedoch ist das nicht immer möglich“, so Caro Giese. Am Volksstimme-Telefon fügt sie hinzu: „Wir hätten dieses Problem gar nicht, wenn der Neubau des Kindergartens zeitnah nach der Erteilung der Fördermittel 2017 erfolgt wäre – dann hätten die Kinder das Haus nämlich längst bezogen und es gäbe den Ärger und die wohl hohen Kosten für die Heizungsreparatur gar nicht.“

Auch für Jana Mertens, Schulelternratsvorsitzende, ist es nicht nachvollziehbar, warum die Reparatur in so einem wichtigen Gebäude so lange dauert, „man hat das Gefühl, dass die so dringliche Angelegenheit beim Träger gar nicht richtig ernst genommen wird“. Andrea Rente, Mutti von Erstklässlerin Pia, ist am Volksstimme-Telefon ebenfalls verärgert, „wir Eltern haben jetzt nach den Ferien keinen Urlaub mehr. Wer weiß, wann es die nächste coronabedingte Schulschließung gibt – nun also auch noch das! Warum gibt es denn keinen Notfallplan und wurden keine elektrischen Heizungen aufgestellt?“ Das fragt auch Frank Weichert, und: „Gibt es keine gemeindeeigenen Ausweichmöglichkeiten?“

Der erneute Versuch Montagmittag, die Heizung in Gange zu bringen, klappte. „Zum Glück!“ zeigten sich Kita- und Schulleitung äußerst erleichtert und auch die umgehend von ihnen benachrichtigten Eltern. Verbandsgemeindebürgermeisterin Steffi Friedebold bittet die Eltern um Verständnis. „Leider sind solche Schäden nicht vorhersehbar. Die Firma hat sich um Reparatur bemüht. Es tut uns leid, dass es nicht schneller ging, die Anlage ist nun mal sehr marode. Hätte die Reparatur jetzt wieder nicht geklappt, hätten wir eine Notlösung für die Krippenkinder mit Betreuung in den anderen Einrichtungen des Elbe-Havel-Landes gefunden.“ Sie dankt der Kita-Leitung und dem Hausmeister für den unermüdlichen Einsatz auch am Sonnabend und Sonntag und den Eltern für ihr Verständnis.

Nun hoffen alle, dass die Heizung den letzten Winter ohne weiteren Ausfall übersteht.