Havelberg l „Alles begann mit dem Unwetter am 12. Juni, dem Tag des Stadtkinderfestes im Havelberger Erlebnisbad“, berichtet die Leiterin der Havelberger Einrichtung Yvonne Lorenz. „Wir waren beim Fest mit mehreren Angeboten präsent und mussten, wie alle anderen auch, die Flucht ergreifen, als die Flut vom Himmel hereinbrach.“

Anblick war ein Albtraum

Zurück in der Einrichtung, ereilte dann alle der Schock: Das gesamte Kellergeschoss stand einen guten halben Meter unter Wasser. Das Netzwerk-Café mit Küche, eine Holzwerkstatt, Lagerräume und Sanitäreinrichtungen befinden sich unter anderem hier. „Der Anblick war ein Albtraum“, blickt Yvonne Lorenz zurück. Die Feuerwehr musste zu Hilfe gerufen werden, anschließend machte man sich ans Aufräumen und die Reinigung. „Auch Teilnehmer aus dem Haus, die mit an unserem Stand im Erlebnisbad waren, halfen dabei uneigennützig mit. Sie waren vom Regen klitschnass, zogen sich schnell um – und dann machten sie sich an die Arbeit.“

Geräte nicht mehr brauchbar

Trotzdem war der Schaden immens: Waschmaschine, Herd, Kühlschränke, Kühltruhen sind komplett hin. Die Tischbeine aus der Einrichtung im Netzwerk-Café, die im Schmutzwasser standen, müssen ausgetauscht werden. Die Versicherung kam für all das nicht auf, neue Investitionen machten sich erforderlich.

Zum zweiten Mal unter Wasser

„Als wir alles gesäubert hatten, folgte wenige Tage später die nächste Überraschung. Durch die Toilette war erneut Schmutzwasser ins gesamte Kellergeschoss gedrückt worden. Wir mussten mit der Reinigung noch einmal von vorne anfangen.“ In all diesen schwierigen Situationen sei aber auch der Vermieter sehr kooperativ gewesen, vor allem Annett Milbrecht als Ansprechpartnerin.

Zurzeit keine Veranstaltungen

Das Netzwerk-Café ist komplett ausgeräumt. „Aus diesem Grund finden hier derzeit auch keine Veranstaltungen mehr statt“, so Yvonne Lorenz. Damit sich Teilnehmer an Maßnahmen aber auch einmal zurückziehen und sich austauschen können, ist vorübergehend ein provisorisches Café im Erdgeschoss eingerichtet worden. Und zwar in den Räumlichkeiten der Kleidertauschbörse, die dafür komplett ausgelagert worden ist. Nebenan, wo sich sonst immer die Repairwerkstatt befunden hat, ist nun eine Behelfsküche entstanden.

Repairwerkstatt weiter mittwochs

„Die Repairwerkstatt für Fahrräder und Rollatoren bieten wir trotz der gegenwärtig komplizierten Situation im Haus aber weiterhin an jedem Mittwoch in der Zeit von 11 bis 15 Uhr an“, versichert die Einrichtungsleiterin.

Einbruch ins Büro

Den dritten Schock mussten die Mitarbeiter der DAA dann vor wenigen Tagen verkraften. In die Büroräume war eingebrochen, Computer und Bargeld entwendet worden.

Umzug steht bevor

„Da wir uns schon immer flächenmäßig vergrößern wollten, haben wir nach all diesen Vorkommnissen die Entscheidung getroffen, in ein anderes Objekt umzuziehen“, informiert Yvonne Lorenz. „Wir haben überlegt, wo wir in Havelberg hin können.“

Freude über mehr Platz

Ein neues Haus ist bereits gefunden: das ehemalige Verwaltungsgebäude der Havelberger Wohnbau am Lindenweg. „Dort bieten sich nach kleinen Umbauten viel mehr Möglichkeiten für uns“, blickt die Einrichtungsleiterin in die Zukunft. In den Sommermonaten könnte man zum Beispiel in den Pausenzeiten oder als Besucher des Netzwerk-Cafés gemütlich im Außenbereich sitzen. Die Vorbereitungen für den Umzug seien bereits angelaufen, fügt sie an.

Einweihung zum 1. Oktober

Zum 1. Oktober dieses Jahres möchte die DAA ihr neues Objekt im Lindenweg einweihen. So lautet die Zielsetzung. Für die Mitarbeiter und die Teilnehmer an den Maßnahmen gibt es bis dahin viel zu tun.