Klietz l Genau genommen waren es sogar zwei Sitzungen, denn neben dem Verbandsausschuss waren auch die Vertreter der Verbandsversammlung im Klietzer Rathaus erschienen. Erstmals wurde in Klietz getagt, weil das Rathaus in Sandau wegen Baufälligkeit leergezogen werden musste.

Der TAHV hat zwei Mitglieder, die Hansestadt Havelberg und die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land. Die Schönhauser Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold wurde auf Vorschlag des Havelberger Bürgermeisters Bernd Poloski einstimmig zur Vorsitzenden der Verbandsversammlung gewählt, Bernd Poloski ist ihr Stellvertreter. Gewählt wurden zudem die sechs Mitglieder des Ausschusses – jeweils drei aus Havelberg und aus der Verbandsgemeinde.

Wirtschaftlich gesunde Basis

Dass der Verband eine wirtschaftlich gesunde Basis sowie eine gute Eigenkapitalquote von über 30 Prozent hat, berichtete Rechnungsprüfer Markus Salzer den Anwesenden. Das Betriebsergebnis hatte sich 2018 im Gegensatz zum recht nassen Jahr 2017 deutlich verbessert, denn wegen der trockenen Witterung war trotz gesunkener Kundenzahlen weitaus mehr Trinkwasser verkauft worden als geplant. Unterm Strich blieb somit ein Plus von 562.000 Euro, in 2017 waren es 96.000 Euro gewesen. Das Ergebnis 2018 ist durch diverse Sondereffekte geprägt.

Lobend erwähnt wurde vom Prüfer auch, dass im Jahr 2018 ein Früherkennungssystem für Risiken eingeführt wurde. Somit konnte für das Wirtschaftsjahr 2018 dem TAHV der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt werden. Entsprechend konnte daraufhin auch der ehrenamtliche Verbandsgeschäftsführer Gerd Müller für das Jahr 2018 einstimmig entlastet werden.

Selbe Firma wird prüfen

Normalerweise soll das kreisliche Prüfungsamt die Bilanzen des Zweckverbandes prüfen, doch kann dieser auch ein privates Unternehmen damit beauftragen. Das erfolgt auch für das Jahr 2019 durch die selbe Firma wie in 2018, wurde einstimmig beschlossen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit waren 2018 etwa 100.000 Kubikmeter Trinkwasser mehr als geplant verkauft worden, informierte Stadtwerkeleiter Sebastian Horn. Die Stadtwerke erledigen die laufenden Geschäfte des TAHV.

Trotz des 2018 enorm gestiegenen Trinkwasserbedarfs ist die Versorgung mit dem Nass nicht gefährdet. Angesichts des Klimawandels müsse man aber langfristig über eine Sicherung der Wasserversorgung nachdenken, betonte Sebastian Horn. Denn die Grundwasserstände sind in den beiden Dürrejahren arg gesunken.

Klärschlamm bereitet Probleme

Ein relativ neues Problem, mit dem sich der TAHV herumschlagen muss, ist die Klärschlammverwertung unter der verschärften Düngegesetzgebung und Klärschlammverordnung. Klärschlamm darf nur in einem begrenzten Zeitraum, unter bestimmten Bedingungen und in begrenzter Menge auf den Feldern ausgebracht werden, weshalb Lagerkapazitäten und eine Schlammentwässerung nötig werden.

Der TAHV hat ein Klärschlammkonzept erarbeiten lassen und ein Ingenieurbüro mit der Umsetzung beauftragt. Doch klafften am Ende die im Konzept geschätzten und die vom Büro errechneten Kosten für Errichtung und Betrieb enorm auseinander. „Mit solch hohen Kosten ist die eigene Schlammentwässerung derzeit nicht wirtschaftlich darstellbar“, erklärte Sebastian Horn. 

Endlich Partner gefunden

Auch hat der TAHV derzeit keinen Druck, denn ein Dienstleister entwässert bislang den Schlamm. Ein Weiterer verwertet diesen seit Jahresbeginn zum großen Teil landwirtschaftlich. Inzwischen sind die gelagerten Schlämme abtransportiert, man hat wieder etwas Luft. Um Schönhausen wird ein Teil der Schlämme vor Ort landwirtschaftlich verwertet, der Rest lagert im Klärwerk Havelberg.

Der Markt muss weiterhin beobachtet werden. Vielleicht könne man sich mit anderen Verbänden bei der Klärschlammbehandlung zusammenschließen, um die Kosten zu mindern. 

Denn bei der nicht ganz billigen Schlammbehandlung könne man schließlich nur „auf Sicht fahren“, da die Rahmenbedingungen laufend geändert werden, merkte Sven Hetke an. Entscheidungen sollten deshalb immer mit Augenmaß getroffen werden.

Das trifft auch auf den Wirtschaftsplan zu, welcher auch beschlossen wurde. Hier gibt es das Problem, dass alle Abwasserkanäle einmal in zehn Jahren mit einer Kamera befahren und geprüft werden müssen. Entdeckte Schäden müssen umgehend beseitigt werden. Entsprechend müssen jedes Jahr etwa 16 Kilometer Kanäle begutachtet werden – es dürfte schwer werden, dazu auch immer eine Firma zu finden.

Ab dem kommenden Jahr soll zudem vermehrt investiert werden – dazu in Kürze mehr.