Havelberg l Die Umstände erforderten, dass nur die Hälfte der sonst üblichen zwölf Teilnehmer an den Trainingseinheiten der Wasserwacht Östliche Altmaark in kleinen Gruppen teilnehmen konnte. Die Anreise zum Übungspunkt an der Elbe Höhe Storkau gegenüber von Hohengöhren erfolgte mit vier Fahrzeugen, zwei Rettungsbooten und entsprechender Rettungsausrüstung, die um Hygieneartikel wie Hand-und Flächendesinfektion erweitert wurde. Auch im Training galt es, Abstandsvorschriften einzuhalten, was durch parallele Land- und Wasserübungen umgesetzt werden konnte.

Der Ausbildungsplan beinhaltete für die Bootsführer Hartmut Ziehm, Thomas Borgmann und Enrico Schmitt verschiedene Manöver, die es im Einsatz zu beherrschen gilt. So mussten neben Übungen wie trailern, an-und ablegen und manövrieren auch ein spezielles Mann-über-Bord-Manöver und das Anbordbringen von Verunfallten geübt werden.

Wie wichtig dieses regelmäßige Training ist, zeigt die Ertrinkungsstatistik, die deutschlandweit im vergangenen Jahr bei 417 Todesfällen lag. Die Unfälle ereigneten sich hauptsächlich an Binnengewässern wie Flüsse, Bäche und Seen, die in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht werden. Jeder Todesfall ist einer zu viel, der im Notfall durch frühzeitige Abforderung und Einbindung spezialisierter Wasserwachtrettungseinheiten wie die der Wasserwacht Östliche Altmark verhindert werden kann.

Neben Bootsführern sind Rettungsschwimmer wesentlicher Bestandteil eines Wasserrettungsteams. Sie beherrschen spezielle Rettungstechniken, um Personen vor dem Ertrinken zu schützen. Und sie sind spezialisiert, Gefahren wie starke Strömungen, Unterwasserhindernisse oder gefährliches Treibgut richtig einzuschätzen.

Schwimmen im 17 Grad kalten Wasser

Für die Rettungsschwimmer Cornelia Bossert, Franziska Welz und Steffen Dongowski sah der Ausbildungsplan daher ein abwechslungsreiches Programm vor. So galt es, die Knotenkunde aufzufrischen und vom Boot aus verschiedene Rettungsmittel wie Leine, Ring und Boje ordnungsgemäß anzuwenden. Natürlich ging es auch in die 17 Grad kalte Elbe, denn im Notfall erfolgt die Rettung von Personen auch bei wenig sommerlichen Temperaturen. Meist besteht schon bei Wassertemperaturen unter 20 Grad akute Unterkühlungsgefahr für den Menschen, so dass ein schnelles und überlegtes Handeln lebenswichtig ist.

In Begleitung eines Bootes mussten die Rettungsschwimmer die Elbe einmal überqueren, was laut Cornelia Bossert trotz Niedrigwasser und geringer Strömung nicht zu unterschätzen ist. Sie schilderte, dass schon beim Verlassen der Buhnen trotz weitläufigem Untergrund ein fester Stand kaum möglich war. Die veränderten Wasserstände bewirken an Buhnen und anderen Wasserhindernissen ein anderes Strömungsverhalten, was bei Unwissenheit schnell unterschätzt wird und zu Notsituationen führen kann.

Bootsführer und Rettungsschwimmer müssen im Ernstfall reibungslos funktionieren, was nicht erst mit dem Einsatz auf dem Wasser beginnt. Die Einsatzvorbereitungen, die Anfahrt, die Ausrüstung der Einsatzkräfte und auch die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften wie Feuerwehr und Polizei müssen je Einsatzfall genau geplant, koordiniert und abgestimmt werden. Die erfolgreiche Bewältigung von komplexen Notfall- und Katastrophensituationen erfordert daher ein gut aufeinander abgestimmtes Team, was im Training der Wasserwacht Östliche Altmark bestens gezeigt werden konnte.

Mit den Lockerungen kann das reguläre Training der Wasserrettung dann auch für alle Teilnehmer unter Beachtung der hygienischen Vorschriften ermöglicht werden.