Jubiläum

Zehn Jahre Havelberger Tafel

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass die Havelberger Tafel erstmals Lebensmittel an Bedürftige ausreichte.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt

Havelberg l  Das Jubiläum war ein guter Anlass, den Ehrenamtlichen und Spendern, die dieses Angebot möglich machen, Dankeschön zu sagen.

„Mehr Stühle haben wir leider nicht!“ Gerhard Imig entschuldigte sich am Freitagnachmittag im Havelberger Rathaus, dass die Sitzplätze nicht für alle reichten. Die Vielzahl der Gäste war ein Zeichen dafür, wieviele Menschen dazu beitragen, dass die Havelberger Tafel nun schon zehn Jahre erfolgreiche Arbeit leistet. Gerhard Imig erinnerte daran, wie die Idee geboren worden ist: „Ich war im Arbeitsamt in Perleberg tätig und habe gesehen, wie groß der Andrang bei der dortigen Tafel war. Und da dachte ich mir, dass man das in Havelberg auch anbieten müsste.“ Seine Idee kam an. Pfarrer Krispin war begeistert, Bürgermeister Bernd Poloski und der Stadtrat stimmten zu. Bei der Tafel in Stendal holten sich die Ehrenamtlichen, die Gerhard Imig und seine Frau schnell um sich scharrten, Anregungen. Gespräche mit Supermärkten und Bäckereien wurden geführt und auch Sponsoren für Bargeld-Spenden gewonnen. Am 1. Juli 2006 öffnete sich erstmals die Ausgabe im Sonnenhaus. „Ich weiß noch genau, wie plötzlich die Tür aufging und Mitarbeiter der Tafel aus Waren/Müritz unangemeldet dastanden und eine Wagenladung voller Lebensmittel brachten.“ Mit den Warenern pflegen die Havelberger noch heute regen Austausch, der verantwortliche Günter Hoffmann war Gast der Festveranstaltung.

Auch die Tafel in Verden, die Gerhard Imig im Gründungsjahr am Rande eines Partnerschaftstreffens aufgesucht hatte, stand den Domstädtern mit Rat und Tat zur Seite. Die Allerstädter Heike und Horst Doppertin, die vor 20 Jahren die dortige Tafel begründet hatten, waren am Freitag ebenso zur Geburtstagsfeier gekommen wie Vertreter der Tafel aus Stendal. Und der Einladung folgten noch weitere Unterstützer, die die erfolgreiche Arbeit möglich machen. Der Rotary-Club beispielsweise und die Sparkasse. Oder der Landkreis. Er stellte gleich am Anfang einen ausrangierten VW-Bus zur Verfügung, mit dem die Tafelmitarbeiter umherfuhren, um die Lebensmittel abzuholen. Auch die Kühlschränke hat der Landkreis finanziert. Spenden machten es möglich, ein Kühlfahrzeug zu kaufen.

Als das Sonnenhaus verkauft werden musste, fand sich schnell ein neues Domizil in einer Baracke auf dem Polizeigelände am Dom. Das Arbeitsamt stellte ABM-Kräfte zur Verfügung, die baulich alles herrichteten. Jeden Sonnabend von 13 bis 14.30 Uhr werden die Lebensmittel an Bedürftige ausgereicht. 400 Personen sind es, die Anspruch haben. Es sind nicht nur Havelberger, sondern auch aus Klietz und Schollene und aus dem Brandenburgischen kommen Sozialschwache, um sich mit Konserven und Frischem einzudecken. Die Tafelmitarbeiter sind bemüht, dass ein abwechslungsreiches Angebot unterbreitet werden kann.

„Schön, dass es euch gibt!“, dankte Bürgermeister Bernd Poloski den Anwesenden. Er und auch Pfarrer Städler wussten nicht recht, was sie wünschen sollten, „auf jeden Fall weiterhin erfolgreiche Arbeit. Aber es wäre auch schön, wenn es eine Gesellschaft geben würde, in der die Menschen nicht mehr auf die Tafel angewiesen sind.“

Gerhard Imig, der selbst viel Freizeit investiert, richtete seinen Dank an seine ehrenamtlichen Mitstreiter. Das sind seine Frau Hiltrud, seine Stellvertreterin im Verein Heidemarie Gentzsch, Irmtraut Plath, Karin Zombronner, Birgit Bauer, Christa Heyer, Christine Schäfer, Christa Lück, Christina Raum, Bernd Eggebrecht, Otto Hofmann, Hildegard Franz, Renate Reichert, Martin Dietsche, Manuela Schiffbauer, Anke Wilberg, Maik Kutscher, Sabine Neumann und Dagmar Martins. „Viele sind von Anfang an dabei und investieren viel Zeit, um anderen zu helfen. Danke dafür!“ Sein größter Wusch: Neue, jüngere Mitstreiter zu finden, die die erfolgreiche Arbeit fortsetzen.

Sekt und ein schmackhaftes Buffet – angerichtet von Ursula Rensmann – waren das Dankeschön für zehn Jahre Tafelarbeit. Einen Tag später waren alle schon wieder im Einsatz.