Arneburg l Jeden Donnerstag ist Probezeit. So auch gestern. Die sangesfreudigen Damen und Herren des Heimatchores Arneburg kommen einmal in der Woche zusammen. Und frönen dem Gesang. Trotzdem ist momentan auch ein wenig Improvisation angesagt: Denn das Ensemble, das 2020 70-jähriges Bestehen feiern möchte, hat keinen Leiter mehr.

Es gab schon mehrere Phasen in der Geschichte des Chores, in denen er sozusagen „führungslos“ war. „Wir singen trotzdem weiter“, ist Lothar Hinz überzeugt. Er gehört schon viele Jahre zum Heimatchor, der sich unter dem Dach des Kultur- und Heimatvereins der Elbestadt wiederfindet, dessen Vorsitzender Hinz ist. Die Mitglieder des Chores haben viel Spaß am Gesang, treten natürlich auch gern zu Festen auf und vertreten die Farben Arneburgs auch an anderen Orten. So auch Ende März in Werben, als die Sängerinnen und Sänger viel Lob für ihren Auftritt erhielten.

Schwierigkeiten

Lothar Hinz weiß, wie schwierig es ist, einen Chorleiter zu gewinnen. Er knüpfte bereits mehrere Kontakte nach dem Weggang von Gero Wüst, der in den vergangenen drei Jahren diese Aufgabe in Arneburg innehatte. Hinz war bereits in der Musikschule in Stendal. Dort wurde ihm und dem Chor ein Workshop angeboten. Das war jedoch nicht ganz im Sinne der Sänger. Und ist natürlich nicht vergleichbar mit den jetzigen Probeabenden. „Ich werde noch Kontakt mit der Kreismusikschule aufnehmen“, sagt er. Die Suche wird fortgesetzt.

Zu den Zusammenkünften jeden Donnerstag in der Arneburger Sekundarschule (Beginn ist um 19 Uhr) sind natürlich auch Interessenten gern gesehen. „Aktuell sind wir acht Damen und zwei Herren“, so Hinz, der sich wie die anderen Mitglieder über „Neue“ freuen würde. Dort dürfen dann alle Sängerinnen und Sänger Vorschläge unterbreiten, welches Lied angestimmt und gesungen werden soll. Für entsprechende Tontechnik ist gesorgt.Beim Abspielen der Melodie wisse dann jeder, wann der Einsatz startet.

Der Heimatchor macht wie gewohnt weiter, auch neue Lieder werden einstudiert. Bei den Konzerten beginnen die Mitglieder am liebsten mit dem „Arneburger Lied“, das einst Marlis Recher, eine ehemalige Arneburgerin, zu einer bekannten Melodie geschrieben hat. Das wird dann sicherlich zu ihrem nächsten Auftritt in der Arneburger „Seniorenresidenz“ auch zu hören sein. Im kommenden Monat.

Neben dem Gesang und den Auftritten unternehmen die Sängerinnen und Sänger auch gern in der Freizeit gemeinsame Fahrten, wie beispielsweise in der Vergangenheit mehrfach zu den Dom-Festspielen nach Bad Gandersheim (Niedersachsen). Lothar Hinz, der in Arneburg und Umgebung auch als Drehorgelspieler bekannt ist, blickt gern zurück. Auch an das Fest zum 60-jährigen Bestehen des Klangkörpers, das im Mai 2010 mit befreundeten Chören auf dem Arneburger Burgberg begangen wurde.

Nun steht fast der „70. Geburtstag“ vor der Tür. Im kommenden Jahr kann das Arneburger Ensemble auf sieben Jahrzehnte zurückblicken. Wie das runde Bestehen gefeiert werden soll, müsse noch beraten werden. Aber auch dort werden sich die Sängerinnen und Sänger einig werden, weiß Lothar Hinz.