Osterburg l Sage und schreibe 110 Jahre alt ist der Osterburger Rassekaninchenzüchterverein G208 geworden. Ein besonderes Jubiläum, das mit zahlreichen Gratulanten in der „Altmärkischen Kaffeestube“ ausgiebig gewürdigt wurde. Dabei gab der Vorsitzende Gerald Spring in seiner Rede vor allem einen Einblick die Vereinsgeschichte. 1909 von Fritz Finger, Robert Damm, Erich Spahn, Paul Schütze und Emil Schott im Osterburger Hotel „Goldener Löwe“ gegründet, starteten die Kaninchenfreunde mit 35 Mitgliedern in das frisch aus der Taufe gehobene Vereinsleben. Es folgten schwere Zeiten durch die Ereignisse beider Weltkriege.

Erst danach schossen die Mitgliederzahlen so richtig in die Höhe bis auf einen Spitzenwert von 98 Zuchtfreunden. Für damalige Verhältnisse ein beachtlicher Wert. Zudem waren die Kaninchen in der Zeit ein besonders begehrter Fleischlieferant.

Maßgeblich an dem Erfolg des Vereinslebens beteiligt war vor allem auch Züchter Gerhard Bindemann. Sein Name ist eng mit dem Traditionsverein verbunden. Der Kaninchenfreund war über zwei Jahrzehnte lang im Vorstand tätig und wurde 2010 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ab dem selben Jahr leitete Dieter Schott die Geschicke an der Spitze. Gemeinsames Kegeln, diverse Stallschauen oder auch das Wirken bei der Krumker Tier-und Gewerbeschau sind dem Rönnebecker unter anderem auf die Fahnen zu schreiben. Im Jahr 2017 wurde Gerald Spring zum Vorsitzenden gewählt. Dieser fand vor allem nur lobende Worte für seine Mitglieder: „Ich kann mich immer auf euch verlassen. Das macht das Vereinsleben aus. Ich bin einfach stolz!“ In ein ähnliches Horn stieß auch Ordnungsamtsleiter Matthias Frank, der Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz vertrat: „Dieser Traditionsverein ist eine sinnvolle Bereicherung für die Stadt.“ Frank war vor Jahren ebenfalls Kaninchenhalter, aber kein Züchter. So wie Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose: „Ich bekam mit 10 Jahren eine Zippe geschenkt. Die war tragend. So fing es dann alles an.“ Die Kaninchenunterhaltung Mitte der 50er Jahre bei geschätzten 35 bis 45 Tieren gestaltete sich vor allem in der Futtermittelbeschaffung schwierig. Mit 19 Jahren war die Haltung der Tiere für den heutigen Ortsbürgermeister Geschichte. Aber: „Ich habe eine Menge davon mitbekommen. Es war eine tolle Zeit!“

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Mehr Interesse für die Langohren, explizit von der Jugend, wünscht sich auch der Vorsitzende Andreas Engel vom Kreisverband Altmark Ost: „Vor allem auf dem Land ist dieses Desinteresse für mich unverständlich. Die Vereine befinden sich auf Talfahrt. Ich hoffe, wir werden diese Krise überwinden und können bald wieder alle mit stabilen Mitgliederzahlen aufwarten.“ Erste Schritte dafür unternahmen die Osterburger Zuchtftreunde bereits und gingen vor zwei Monaten mit einer Homepage online, um Interesse zu erwecken und die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Des Weiteren kann man vom 14. bis zum 15. September bei der Kreisjungtierschau im Verwaltungsgebäude, Ernst-Thälmann-Straße 10, auf Tuchfühlung mit den Langohren gehen und so auch in das Vereinsleben hineinschnuppern.