Kunrau l Sie hat überwiegend schwarzes Fell, wird demnächst zwölf Jahre alt und heißt Mona. Die Kuh war gestern der absolute Star in den Stallungen der Landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft (LB) Kunrau GmbH. Mona ist nämlich nach Daffy im Jahr 2009 die zweite Kuh der LB Kunrau, die über 100 000 Liter Milch gegeben hat. Diese magische Marke knackte sie bereits im Dezember vergangen Jahres, wie Katharina Roitsch, Kontrollinspektorin des Landeskontrollverbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfung Sachsen Anhalt e.V. mit Geschäftsstelle in Klötze, gestern Morgen vor Ort mitteilte. Aktuell steht Mona bei 100 821 Litern.

Mona hat bisher sieben Mal gekalbt (darunter waren auch ein Mal Zwillinge), gebar dabei drei Töchter, fünf Söhne und ist nach einer Besamung im vorigen September derzeit wieder tragend. Ihren Spitzenwert, so informierte Roitsch weiter, erzielte Mona in der zweiten Laktation (das ist die Zeit zwischen der Geburt des Kalbes und dem Trockenstellen und dauert im Schnitt 305 Tage) mit 44 Litern Milch am Tag.

Glückwunsch an Betrieb

„Wenn eine Leistung von 100 000 Litern erreicht wird, dann kann man den Betrieb dafür nur beglückwünschen“, sagte Roitsch. „Das spricht für eine gute Arbeit der Mitarbeiter und dass sich die Kuh wohlfühlt.“

Und natürlich kam die Kontrollinspektorin, die von Frank Wienecke von der Rinder Allianz mit Sitz in Stendal begleitet wurde, nicht mit leeren Händen nach Kunrau. Die beiden Gratulanten überreichten LB-Geschäftsführerin Cathrin Zacher und der Leiterin für Milchproduktion, Gabriela Knutzen, neben einer Urkunde auch einen Eimer mit nützlichen Utensilien wie einen Schreibblock, Salbe und Thermometer.

Ein weiteres Thema bei diesem Termin war der weiter sinkende Milchpreis. Der liegt aktuell bei 25 Cent, Tendenz weiter fallend, wie Zacher erklärte. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, wären aber mindestens 30 bis 35 Cent nötig. Es wurde kritisiert, dass die Landwirte von der Politik zu wenig Unterstützung bekommen und vom Einzelhandel nicht fair behandelt werden. Sollte sich der Milchpreis weiter zu Ungunsten der Landwirte entwickeln, „dann sind Arbeitsplätze in Gefahr“, hieß es in der Runde.

Vor zwei Jahren, als sich der Milchpreis noch in einem normalen Rahmen befand, beschloss die LB Kunrau, ein neues Melkkarussell zu bauen. Der Spatenstich erfolgte im August vergangenen Jahres, die Inbetriebnahme soll im Juni stattfinden, wie Zacher informierte. Es werde mehr als eine Million Euro investiert.

Wie Zacher berichtete, hat die LB Kunrau 32 Mitarbeiter. Neben 500 Milchkühen werden noch 900 Mutterkühe gehalten, die fast das ganze Jahr über im Drömling weiden. Weitere Standbeine des Unternehmens sind die Pflanzenproduktion und die Geflügelmast.