Neuferchau l Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, hat derzeit einen Termin nach dem anderen. Es wird nämlich rege von seinem Angebot Gebrauch gemacht, über das geplante Biosphären-Reservat Drömling zu berichten. Zuletzt referierte er im Klötzer Stadtrat, dann im Kunrauer Ortschaftsrat und am Dienstrag auch im Neuferchauer Orschaftsrat.

Im nächsten Jahr, so sagte er, soll der Antrag gestellt werden, den Drömling als Biosphären-Reservat anzuerkennen. Bedingung dafür sei, dass alle betroffenen Gemeinden dem Ansinnen grundsätzlich zustimmen.

Nesträuber sind ein Problem

Braumann rührte für das Projekt eifrig die Werbetrommel. So biete es eine Reihe von Chancen. Insbesondere könnte der Bekanntheitsgrad des Drömlings deutlich gesteigert werden. Dadurch würde der Tourismus angekurbelt und es ergebe sich bestenfalls eine immense Wertschöpfung, wovon im Grunde alle profitieren. Nicht zuletzt würden auch die Chancen auf Fördermittel erhöht. All diese positiven Erfahrungen seien in den 15 anderen Biosphären-Rerservaten, die es derzeit in Deutschland gebe, gemacht worden. Ein Faustpfand, so meinte Braumann, könnte sein, dass in puncto Biosphären-Rerservat auch die Stadt Wolfsburg und damit ein Umland mit mehr als 120 000 Menschen involviert sei.

Der Leiter der Naturparkverwaltung betonte, dass es infolge des Biosphären-Reservates keine neuen Ver- oder Gebote geben werde. Dies sei im Eckpunktepapier verankert worden. So bleibe beispielsweise die Entscheidungshoheit der Kommunen unangetastet. Schließlich sei es auch ein Ziel des Biosphären-Reservates, dass es ein verträgliches Miteinander von Mensch und Natur gebe.

Noch dazu solle es eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer sowie ökonomischer Hinsicht geben. Und: „Probleme sollen gelöst werden.“ Unter anderem, so führte Braumann aus, könnte für den Biber ein Pilotprojekt gestartet werden.

Ministerium soll sich klar äußern

Angedacht sei überdies, etwas gegen Neozoen wie Marderhund, Waschbär oder Mink zu unternehmen, da diese ihrem Ruf als Nesträuber immer mehr gerecht würden. „Beim Brachvogel sind 80 Prozent der Gelege verschwunden“, erläuterte Braumann. Um dem Raubwild Herr zu werden, sei eine engere Zusammenarbeit mit Jägern erwünscht und das Ausloben von Prämien denkbar.

Im Übrigen informierte Braumann darüber, dass der Zweckverband Drömling einen Eigenjagdbezirk bilden und die Flächen dann wieder an Waidmänner verpachten möchte.

Eine stärkere Rinderhaltung im Drömling wollte Braumann nicht kategorisch ausschließen, wenngleich dies nur dort möglich sei, wo es nicht so nass ist.

Sowohl im Neuferchauer Ortschaftsrat, als auch am Mittwochabend im Klötzer Hauptausschuss wies Bürgermeister Matthias Mann auf die neue Landesregierung hin und forderte, dass es zum Biosphären-Reservat Drömling eine „klare Aussage“ gibt. Schließlich sei davon in der Koalitionsvereinbarung kein Wort zu lesen. „Nicht, dass der Prozess infrage gestellt und alles nochmal von vorne aufgerollt wird. Dann können wir uns weitere Bemühungen schenken“, sagte Mann. Fred Braumann kündigte an, sich in Magdeburg erkundigen zu wollen. Jedoch sei ihm noch nichts Gegenteiliges zu Ohren gekommen.

Rückenwind gab es vom Klötzer Hauptausschuss. Dieser sprach sich einstimmig dafür aus, dass die Stadt der Ausweisung des Drömlings zum Biospähren-Reservat befürworten sollte. Zuvor hatte sich allerdings noch Henry Hartmann (CDU) zu Wort gemeldet und darauf gedrungen, dass die betreffenden Flächen konkret benannt werden. „Ich fürchte, dass wir am Ende nicht mehr gefragt werden.“ Sein Einwand wurde in den Beschluss aufgenommen.