Klötze l Auch wenn die Geburtenzahlen seit drei Jahren wieder steigen: Die Bevölkerung Klötzes wird immer älter und nach wie vor immer weniger. Die Bevölkerungszahl befindet sich jedoch nicht mehr im freien Fall. Das ist ein Ergebnis der Studie, die im Rahmen der Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes im Programm „Stadtumbau Ost“ jetzt vorgelegt worden ist.

„Die Einheitsgemeinde Stadt Klötze. Eine Stadtfamilie – stark wie ein Baum.“ So lautet der Untertitel für das Integrierte Entwicklungskonzept (IGEK). Was noch fehlt, ist die Betrachtung der Ortsteile von Böckwitz bis Neuendorf, die noch nicht abgeschlossen ist.

Demografischer Wandel

Für die Kernstadt ergeben sich zwei Stadtumbaugebiete mit Priorität, darin fünf Entwicklungsschwerpunkte (Sehen Sie die Karte oben): „Zentrum/Bahnhofsumfeld“ und „An der Wasserfahrt/Am Hegefeld (Nord-Ost)“. Die Schwerpunkte sind: Gewerbeansiedlungen im Gebiet Poppauer Straße, die Zentrums- und Wohnfunktion im Sanierungsgebiet Altstadt, Experimentierfeld Wohnen im Gebiet An der Wasserfahrt, Qualifizierung Wohnstandort Am Hegefeld sowie Bildung, Betreuung und Sport im Bereich Schulen, Kita, Zinnberghalle, Seniorenwohnpark.

Einen wesentlichen Faktor der Rahmenbedingungen bildet der demografische Wandel. Ein Vergleich macht es deutlich: Lebten in der Stadt Klötze im Jahr 2006 noch 5226 Einwohner, sind es in der heutigen Kernstadt noch 4775. Der Einwohnerrückgang ist fast Deckungsgleich mit der Prognose von 2007, die ein Minus von 0,93 Prozent auf 4741 Einwohner für 2016 vorsah.

Im Bereich „Zentrum/Bahnhofsumfeld“ verringerte sich die Einwohnerzahl in dem Zeitraum von 1548 auf 1521, im Gebiet „Nord-Ost“ von 1501 auf 1264 Einwohner.

Gleichzeitig veränderte sich die Altersstruktur erheblich. Die Zahl der Menschen zwischen 0 und 17 Jahren verringerte sich von 2006 bis 2016 um 226 (-13 Prozent). Im Minus auch die 18- bis 64-Jährigen, deren Anzahl um 911 (-12 Prozent) abnahm. Einen Anstieg gab es allein bei den Klötzern ab 66 Jahren: Sie legten um 3 Prozent zu, das entspricht 64 Einwohnern. Aus den Geburten und Sterbefällen ergibt sich ein natürlicher Negativsaldo von zirka 50 Einwohnern pro Jahr.

Dem müssen auch die Wohnungsbauunternehmen Rechnung tragen. Weil leere Wohnungen keine Miete bringen und nur Geld kosten, ist Rückbau nach wie vor ein Thema. Grundsätzlich hat Klötze mit 1369 Einheiten einen sehr hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern von 50 Prozent. Der Neubau von 1990 an war auch auf das Segment des individuellen Wohnungsbaus konzentriert. 266 Einfamilienhäuser entstanden.

Leere Wohnungen

Der Bestand an Wohnungen aus dem mehretagigen Siedlungsbau aus DDR-Zeit hat sich durch die Rückbaumaßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus um 252 Wohnungen reduziert. Allerdings reduzierte sich der Wohnungsleerstand dadurch nicht drastisch. Der Vergleich: Im Jahr 2001 betrug der Leerstand 332 Wohnungen oder 11,7 Prozent, 2006 waren es 410 leere Wohnungen oder 14,2 Prozent, im zu Ende gehenden Jahr sind es noch 323 Wohnungen ohne Mieter oder 11,8 Prozent. In dem vorliegenden Material ist erkennbar, dass sich der Leerstand trotz der Bestandssanierung in den Plattenbauten konzentriert.

Für die Bevölkerungsentwicklung sind zwei Prognosen aufgestellt worden: Eine geht vom negativen Trend der vergangenen zehn Jahre aus, die andere nimmt den positiven Trend der letzten fünf Jahre als Berechnungsgrundlage. Demnach würde im schlechtesten Fall die Bevölkerung in der Kernstadt Klötze von 4775 im Jahr 2016 bis 2030 auf 4178 sinken, was einem Minus von 12,5 Prozent entspricht. Im besseren Fall sinkt die Bevölkerung um 5 Prozent auf 4536. Das Konzept geht davon aus, dass es, die Prognosen als Basis genommen, 353 Einwohner in der Stadt bis 2030 zu gewinnen gilt.