Apenburg l Mit der Absage des Burgfestes in diesem Jahr und dem drohenden Aus der Veranstaltung wollen sich die Apenburger nicht abfinden. Im Internet werden derzeit Unterschriften gesammelt, um die Traditionsveranstaltung zu retten. Initiator der Online-Petition, die am 15. Februar, startete, ist der Apenburger Daniel Mulorz, selbst ehrenamtlicher Burgfest-Helfer.

Das Burgfest sei „Attraktion für Jung und Alt, Magnet und Anker für Menschen aus der Umgebung oder aus weiter Ferne“, bei der das Mittelalter jedes Jahr neu erlebt werden könne. „Und es gibt noch sehr viel mehr für den Weg mit. Man lernt, wie die Menschen gelebt haben, wie man früher über die Runden kam und wie im Mittelalter alles aufgebaut wurde“, so Mulorz in seiner Begründung. Diese Tradition lasse man sich nicht nehmen.

Unterstützung aus der Schweiz

229 Unterschriften kamen binnen fünf Tagen schon zusammen. Und zwar längst nicht nur aus Apenburg und Umgebung. Aus dem gesamten Altmarkkreis, aber auch aus dem Landkreis Stendal und aus dem benachbarten Niedersachsen haben sich Menschen eingetragen und ihre Unterstützung für das Burgfest bekundet. Einzelne Unterzeichner kommen auch aus Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und sogar aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.

Vor allem ehemalige Besucher und treue Fans des Burgfestes drücken in den Kommentaren unter der Petition ihren Wunsch nach einer Fortführung des Mittelalterspektakels aus. Für Ulrike Schulz aus dem niedersächsischen Sprakensehl beispielsweise ist das Burgfest „fester Bestandteil unseres Freizeitplanes“ und „ein besonders attraktives Angebot in der Altmark“. Die Wolfsburgerin Ilona Behrens, die viele derartige Veranstaltungen besucht und auch immer wieder in Apenburg dabei ist, spricht von „einem der schönsten Mittelalterfeste“.

Lob für familiären Charakter

Viele geben auch an, mit dem Fest, das seit 21 Jahren die Besucher anzieht, aufgewachsen zu sein. Wie ein ehemaliger Apenburger, der heute in Berlin lebt. „Das Burgfest ist fast so alt wie ich. Diese Tradition ist für den Ort sehr wichtig und ein Stück Heimat, das erhalten werden muss“, erklärt er.

Immer wieder werden in den Kommentaren der familiäre Charakter des Festes und die vielen Angebote für Kinder betont. „Es hebt sich außergewöhnlich von vielen konsumorientierten Lieblosveranstaltungen ab“, meint der Gardelegener Benjamin Holz und kritisiert auch gleich noch seine Heimatstadt, die mit der terminlichen Verlegung des Hansefestes auf den festen Burgfest-Termin „ein wichtiges Element der altmärkischen Kultur verdrängt“.

Willensbekundung fürs Fest

Neben heftiger Kritik an der Gardelegener Entscheidung, die Burgfest-Organisator Andreas Schwieger wegen des erhöhten wirtschaftlichen Risikos zur Absage gezwungen hat, wird vereinzelt aber auch mehr Mut gefordert. „Warum verstehen wir uns nicht als Konkurrenz für dieses Hansefest?“, fragt beispielsweise Sabine Pabst. „Leute, die dahin gehen, sind nicht unser Publikum. Der Effekt des Hansefestes ist vergleichbar mit dem von schlechtem Wetter. Aber hier steht eine ganze Mannschaft, ein ganzes Dorf für ein Fest. Warum feiern wir nicht einfach mal für uns.“

Ziel der Online-Petition, die sich an Landrat Michael Ziche richtet, ist die Sammlung von mindestens 1200 Unterschriften. Allerdings dürfte der Altmarkkreis Salzwedel keinen Einfluss auf die Terminlegung von Großveranstaltungen der Kommunen und die Ausrichtung oder Absage des Apenburger Burgfestes haben. Insofern ist die Unterschriftensammlung wohl mehr eine Willensbekundung dafür, dass die Tradition des Burgfestes nicht sang- und klanglos enden soll. Genau das droht aber, da auch zukünftig Terminkollisionen mit dem Hansefest nicht ausgeschlossen werden können.