Klötze l Auch das Klötzer Rathaus scheint vom Coronavirus betroffen zu sein. Ein Mitarbeiter steht nach einem Skiurlaub in Österreich unter häuslicher Quarantäne. Er war nach der Rückkehr beim Arzt und ließ sich auf das Virus testen. Das Ergebnis lag bis Montag, 16. März, beim Klötzer Bürgermeister Uwe Bartels noch nicht vor. Das sagte das Stadtoberhaupt auf Nachfrage der Volksstimme. Vorsorglich bleibt der Mitarbeiter erst einmal zu Hause.

Wie Uwe Bartels weiter in einem Pressegespräch betonte, finden im Rathaus seit Montag, 16. März, Sprechstunden nur noch nach Terminvereinbarung und keine spontanen Beratungsgespräche mehr statt. Diese Regelung gilt bis einschließlich 13. April. „Die Verwaltung der Einheitsgemeinde Klötze wird ihre Arbeit nicht einstellen, aber einen Beitrag leisten, die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken“, betonte Uwe Bartels. Er bittet die Einwohner, von persönlichen Besuchen in der Behörde nach Möglichkeit Abstand zu nehmen und über die Telefonnummer 03909/40 30 Kontakt zum Rathaus aufzunehmen. Das ist auch über die E-Mail info@stadt-kloetze.de möglich.

Positiv ist hingegen die Notbetreuung von den insgesamt 640 Mädchen und Jungen in den Kindertagesstätten der Einheitsgemeinde angelaufen. „Keine acht Prozent der Kinder waren am Morgen in den Einrichtungen. Die Eltern zeigten Verständnis für diese Maßnahme und haben die Betreuung ihrer Mädchen und Jungen über das Wochenende gut geregelt“, lobte Bartels.

In der Klötzer Allende-Sekundarschule herrschte Montag gähnende Leere. Nur zwei Jungen von insgesamt 264 Schülern fanden den Weg in die Einrichtung. Bei Uwe Stephan erhielten die beiden Jungen ein Betreuungsangebot, keinen Unterricht, betonte Schulleiterin Iris Jokisch. Wie sie weiter anmerkte, holen sich die Sekundarschüler für die Zeit bis Ostern für die Lernstandssicherung ihre Aufgaben nach Hause. Entweder persönlich oder online. Die Sekundarschule ist von Montag bis Freitag bis 13 Uhr besetzt und steht für Fragen der Schüler und Eltern offen. Iris Jokisch bittet die Achtklässler, die Zeit bis Ostern zu nutzen, um sich um einen Praktikumsplatz zu kümmern.

Besuchsverbot im Altmark-Klinikum

Aufgrund der Schulschließung wegen der Coronakrise fallen an der Allende-Schule auch einige Veranstaltungen in den kommenden Wochen aus. So der Elternsprechtag am 26. März. Auch das Elternschulseminar für die neunten Klassen zum Thema Berufsfindung am 2. April ist verschoben. Wann die Veranstaltung nachgeholt wird, ist noch offen.

Am 2. April war auch die Drogenprävention der sechsten, siebten und achten Klassen vorgesehen, auch die fällt aus. Ebenso die Veranstaltung mit Radio SAW und der Klasse 10 a zum Thema „Klasse übersetzt“. Für den 30. und 31. März ist die geplante Zusammenkunft der Klasse 7 a und b zur Berufsvorbereitung ebenfalls gestrichen.

In der Grundschule in Klötze war die Situation ähnlich. Schulleiterin Dana Saalfeld musste sich mit ihrem Lehrerteam um drei Schüler kümmern. Sie werden von Montag bis Freitag von 6.30 bis 17 Uhr in der Einrichtung unter anderem mit Basteln beschäftigt.

In der Einheitsgemeinde Klötze kommt das gesellschaftliche Leben komplett bis Ostern zum Erliegen. Neben der Schließung der Kindertagesstätten und Schulen sind das Tiergehege sowie die Bibliothek für die Öffentlichkeit nicht erreichbar. Auch die Sporthallen und Sportplätze dürfen nicht genutzt werden. Beim Besuch von Spielplätzen sollten größere Ansammlungen vermieden werden, rät Bürgermeister Bartels. Auch die Dorfgemeinschaftshäuser in der Großkommune sind für öffentliche Veranstaltungen gesperrt. Der für den 1. April vorgesehene städtische Hauptausschuss ist ausgesetzt und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Offen ist noch, ob der Stadtrat am 15. April tagt. Unklar auch, ob es Osterfeuer in den einzelnen Dörfern geben wird. „Da müssen wir die Lage gemeinsam mit dem Landkreis neu bewerten“, merkte Uwe Bartels an. Abgesagt ist allerdings schon der Ostertanz im Klötzer Altmarksaal.

Zum Thema Hochzeiten und Beerdigungen in der Einheitsgemeinde will die Stadtverwaltung die Lage dann je nach Fall bewerten. „Für April ist keine Hochzeit angemeldet“, sagte das Stadtoberhaupt. Bartels traf sich Montag noch mit den Vertretern der Feuerwehren zu einer Lagebeurteilung.

Unterdessen gilt in den Krankenhäusern in Salzwedel und Gardelegen ein absolutes Besucherverbot. „Wir müssen diese Maßnahme ergreifen. Denn wir haben eine Fürsorgepflicht unserem Personal und unseren Patienten gegenüber. Außerdem handeln wir auch im Interesse der Besucher“, machte Dr. Michael Schoof, Medizinischer Geschäftsführer der Altmark-Klinikum gGmbH, deutlich. Die Kreisverwaltung ist hingegen weiter geöffnet.